“Da stelle mer uns mal janz dumm…”

Eben kam ich zurück vom 2,5 Tage Ducati Schrauberkurs von Used Italian parts.

Das letzte Mal als ich mich vor ca. 5 Jahren bei so einem Ducati Schrauberkurs angemeldet hatte, war das noch bevor ich mir meine Ducati Monster 1100 EVO gekauft hatte.
Damals wollte ich einfach wissen, wie so eine Ducati überhaupt funktioniert und dann, nach dem Kauf einer selbigen kurz vor dem Kursbeginn, auch was ich mir da eigentlich gerade auf Basis von blanken Emotionen ins Haus geholt habe.

So ein Kurs dient ja zu allererst mal dazu sich einen Überblick über die Technik zu verschaffen und zu verstehen was die Zusammenhänge sind und das überall nur mit Wasser gekocht und niemand geheime schwarze Magie betreibt.
Natürlich lernt man dort nicht, was Lehrling oder Meisteranwärter in mehreren Jahren lernen und schon gar nicht was jemand an praktischen Erfahrungen sammelt der seit Jahren an Motorrädern schraubt, vor allem für den Lebensunterhalt!
Aber es hilft einem ungemein, eine realistische Einschätzung zu geben was in der Werkstatt passiert bzw. passieren muss und wieviel Aufwand das teilweise tatsächlich sein kann.

Der Unterschied zu dem Kurs damals: inzwischen habe ich 5 Jahre mehr Erfahrung beim Schrauben, habe ein Motorrad alleine zusammen gebaut und fühle mich durchaus in der Lage den Großteil an Dingem an meinen Motorrädern komplett selbst zu erledigen, sofern ich denn Lust dazu habe.
Aber das kommt eben von den 5 Jahren schrauben und vor allem vom selbst Motorrad bauen, nicht von dem Kurs damals.
Bei mir hat der Kurs damals schlicht die Basis für das Schrauben danach gelegt und ohne den Kurs hätte ich mich vielleicht nur nie selbst an die Dampfmaschine gewagt!

Meine Erwartung an den Kurs dieses mal, war also derartiger Natur, mein schon vorhandenes Wissen mit Hilfe von kundigen Augen zu überprüfen bzw. durch Sichtweisen und Fragen anderer Teilnehmer zu beleuchten und die Lücken die ich habe wieder ein Stück weiter zu schliessen.

Also hab ich mich quasi “dumm” gestellt, selbst als es erstmal nur darum ging eine Federgabel zu zerlegen und einen Service an selbiger durchzuführen. Auch dprt gab es Momente wo ich mein vorhandenes Wissen auf den Prüfstand stellen konnte. Auch wenn es an sich, inzwischen nichts neues mehr für mich ist.
Ebenso beim Zahnriemen einstellen (auch wenn es gut zu sehen war, das eine Smartphone App durchaus die gleichen Schwingungsfrequenzen misst wie ein Ducati-Tester) oder Ventilspiel überprüfen und einstellen.
Aber bei letzterem spätestens, gab es dann wieder aha-Momente als auch die Kipphebel Wellen mal gezogen wurden und vor allem mit der Feder auf der Welle des Schliesserhebels wieder eingebaut wurde! Wie geht das? Mit der doofen Feder, die da wieder rein muss.. unter Spannung! Hab ich noch nie gemacht, obwohl ich einen Übungskopf rumliegen habe!

Spätestens beim Einstellen der Schaltung, dem spalten eines Motorgehäuses und dem Ausdistanzieren der Wellen im Motor war ich aus dem Bereich des bei mir vorhandenen Halbwissens raus und es gab tonnenweise Neues zu lernen!
Irgendwann werde ich bestimmt mal an dem Punkt sein wo ich einen Motor spalten und wieder zusammen bauen werde und dafür habe ich jetzt eine Basis auf der ich mich an die Dampfmaschine wagen kann um auf eigenen Beinen meine Erfahrungen damit zu sammeln!

Von daher waren das quasi drei Tage sehr intensives entspanntes Schrauben, gepaart mit jeder Menge Wissen, dargeboten von einem sehr netten Team! Alle die auch so eine Basis für sich schaffen wollen, denen kann ich so einen Kurs also nur wärmstens Empfehlen!

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Ich hab mir jetzt doch noch ein Chinakracher als Geräuschmessgerät besorgt und die ganze Messung des Standgeräuschs wiederholt. Auch hab mich mir einen weiteren Satz dB-Eater für die Endtöpfe besorgt, welche deutlich restriktiver sind.

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Gemessen habe ich wieder in 0,5m Entfernung in 45° Winkel zur Fahrzeuglängsachse, Höhe zwischen den beiden Endtöpfen. Werte sind in dB(A) und der Durchschnitte aus mindestens zwei Messungen. Kupplungskorb ist zu und ich halte beim Messen die Kupplung gezogen, macht aber auch keinen wirklichen Unterschied, denn ich hab mit und ohne gemessen.

dB-Eater 4500rpm 4000rpm
normal 105.75 103.7
32BF 99.6 98.7
ohne 105.8

Man sieht das mein anderes Messgerät scheinbar nicht so verkehrt misst. Allerdings kann man sich dort mit dem Umschalten der Messbereiche auch irgendwie ein Ei legen wie mir scheint. Aber die Werte zu meiner zweiten Messung sind nicht so unterschiedlich.

Die gute Nachricht ist aber, das ich mit den restriktiven dB-Eatern die 98 dB(A) schaffen sollte, sofern der Motor ordentlich warm ist!
Die schlechte, es klingt scheisse und frisst vermutlich ordentlich Leistung! Schon im Stand merkt man das der Motor deutlich weniger gut hochdreht.

Aber der restriktivste Termin ist der im April beim Timeroundscup am STC, da muss ich die 98 dB(A) schaffen bzw. 90 dB(A) Fahrgeräusch in 15m Entfernung. Aber das ist für mich sowieso nur ein Einrolltermin.

Beim Built not Bought gibts am STC eine Ausnahmeregelung mit 104 dB(A) Standgeräusch und 96 dB(A) Fahrgeräusch, die könnte ich also sogar mit den normalen dB-Eatern schaffen! :)

Am Lausitzring ist das Limit sehr hoch (102 dB(A) erlaubt!) und in Most weiss man nicht wie “Lautstärkebegrenzung” geschrieben wird!

VauZweiRad 1100 2V - 11091

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Ich habe es ja schon vorweg genommen, der Motor läuft! Aber wie es dazu gekommen ist, das wollte ich hier nochmal zusammenfassen.

Am Freitag machte ich mich sammt Motorrad im Miettransporter auf den weiten Weg in den Süden nach Augsburg. Denn dort wohnt der Jogo, welcher A ein echt netter Kerl ist und B wirklich herrliche Kabelbäume baut!

So einen wollte ich auch und da er sich auch so einen 2-Ventiler für die Renne auf Basis einer 999 gebaut hat, gab es dort quasi einen fertigen Kabelbaum den er mir überlassen und sich dann einfach einen neuen bauen würde. Das hatte den entscheidenen Vorteil das ich das Motorrad dort nicht abstellen und den Weg nach Augsburg quasi viermal fahren musste. Wirklich sehr fein von dem Jogo, das er sein Motorrad als Spender hergibt!
Hilfreich war dabei das ich mich beim Zusammenbau sehr an Jogos Aufbau orientiert habe, einfach weil mir die Detaillösungen auch gut gefallen haben.

Netterweise konnte ich beim Jogo auch pennen und wurde fürstlich bewirtet, inklusive Weisswurschtfrühstück! Weiss ich jetzt auch wie man das isst! :)

Am Samstag haben wir uns dann am frühen Vormittag für unsere Basteleien zu Jogos Kumpel Stefan in die Garage im Schmuttertal begeben. Weil mit Hebebühne ist halt einfach besser!

Die edle Spenderin und die Patientin!

Die edle Spenderin und die Patientin!

Der erste Teil des Umbaus ging dann auch sehr schnell von statten, Kabelbaum aus Jogos Mopped ausbauen, bei mir einbauen. Aber irgendwas ist immer und so fehlten dann noch ein paar Teile hier und ein bisschen Kabel dort. Das wurde dann einfach vor Ort noch gebastelt und hergestellt. Dabei sass ich die ganze Zeit daneben und bewunderte andächtig die wirklich große Handwerkskunst die mir dort präsentiert wurde! Es war eine Freude mit wieviel Liebe zum Detail und mit welchem Perfektionismus so scheinbar einfache Kabel zusammengecrimpt, verlegt, isoliert etc.pp. wurden. Ganz großes Kino!

Das ganze zog sich dann auch tatsächlich bis in den Nachmittag hinein, meine Nervosität spitzte sich langsam zu und dann auf einmal hiess es, jetzt könnten wir eigentlich mal einen Startversuch wagen! Also Batterie angeklemmt, ein-zwei Settings im Ignijet Steuergerät angepasst und dann der Druck auf den Anlasser…

*rapamprapamprapampvrooooooomm* Sie lebt!! Wie geil!

Das Ur-Vieh schlug wild Flammen aus den Krümmeranschlüssen, denn Krümmer gab es ja keine. Die Motorentlüftung pumpe lustig laute *Flop* Geräusche in die Garage und alle freuten sich wie Schneekönige!

Dr. Jogo und sein Assistenzarzt Stefan hatten das Gerät tatsächlich zum Leben erweckt, mir ging echt das Herz auf!

Danach noch ein bisschen Schönheitsarbeiten beim Kabelverlegen und fertig war die Laube! Am Abend gab es dann noch gemütliche Party bei Freunden von Jogo und nach einem ordentlichen Frühstück ging es Sonntag wieder in Richtung Heimat. Ich glaube die ganze Rückfahrt hatte ich die Klangkulisse des Starts in meinem Kopf und ich musste immer wieder grinsen!
Falls ihr mal einen Kabelbaum braucht der deutlich über Erstausrüsterqualität hinaus geht, ich kenne da ein paar sehr nette Leute in Augsburg die garantiert eine Lösung dafür haben! :)

Jedenfalls ist die Gute wieder in der Werkstatt und ich habe tatsächlich mein Etappenziel erreicht und bin darüber sehr sehr froh. Jetzt steht erstmal das zweite Kind auf der Todo und sobald sich das dann eingespielt hat, geht es wohl weiter in Bezug auf Auspuff und Verkleidung!

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Eines meiner Etappenziele für den 2V Aufbau ist ja das der Motor läuft. Dazu braucht es logischerweise eine funktionierende Elektronik mit ECU und passendem Kabelbaum.

Letzteren werde ich bei einem sehr netten Menschen in Augsburg am kommenden Wochenende einpflanzen. Dazu hab ich mir das Wochenende freigeschaufelt, einen Transporter gemietet und die klare Zielsetzung das zumindest alles, was abgesehen von dem Kabelbaum nötig ist damit der Hobel läuft, erledigt ist.

Auf der Todo standen Dinge wie Einspritzbrücke einbauen, Benzinleitungen verlegen, Kupplung montieren, Kettensatz verbauen etc.pp.

Über die letzten zwei Wochen ging es dann an die Erledigung und Besorgung an Teilen.

Das Steuergerät hat seinen Platz hinter dem Lenkkopflager gefunden, die Zündspulen mit Hilfe eines zurechtgedengelten Winkels im Rahmen ihren selbigen.

Leider passten die Benzinleitungen der 749 zwar von der Länge so ungefähr, aber am Tank gibts bei mir noch keine Schnellverschlüsse. Mir graute davor wieder haufenweise Benzin über die Hände zu bekommen wenn ich das nächstemal den Tank runternehme!
Also hab ich nach Schnellverschlüssen geschaut. Es gibt die Dinger recht günstig, aber oft nur in Plastik oder nur einseitig verschliessend. Ich hab mich dann entschlossen ein bisschen mehr Geld auszugeben und mir ordentlichen Kram aus Metall zu leisten um mich jedesmal wenn ich den Tank demontiere und die Dinger in den Händen habe zu freuen diese Investition getätigt zu haben. Bei Goede Motorsport wurde ich auch fündig. Frische Benzinschläuche die nicht total durchgetrocknet und aufgequollen sind mussten dann natürlich auch sein!

Die Kupplung einbauen war relativ einfach, ich hab erstmal die alten Reib- und Stahlscheiben aus der 749 weiterbenutzt. Entlüften war ein bisschen nervig und ich hab mir einen Abend damit versaut, bis mir zwei Tage später dann aufgefallen ist das _im_ Ausgleichsbehälter ja ein Entlüftungsventil ist! Muss man ja auch nicht ins Werkstatthandbuch schreiben oder?
Ob die Kupplung nun wirklich tut weiss ich nicht, aber muss ja nur so ein bisschen funktionieren um mal nen Meter zu rollen.

Genauso beim Kettensatz eigentlich, aber da hab ich mir dann doch gleich einen neuen 520er besorgt, denn die alte 525er Kette hatte ich mit der Flex getrennt *hust*. Ergo gab es noch ein 15er Ritzel und ein 43er Kettenblatt dazu. Damit ich das ganze dann auch vernieten konnte, hab ich mir ein Kettentrenn- und nietwerkzeug geleistet. Da dachte ich, kauf ich nicht das billigste, die gehen nur kaputt!
Ich hab mich dann für das von Kellermann entschieden, weil es mir am Universellsten und nicht total überteuert vorgekommen ist. Leider ist es mir prompt beim Lasche andrücken kaputtgegangen! Tolle Wurst! Aber mit ein bisschen improvisieren ging dann auch das noch über die Bühne! Das Werkzeug muss ich wohl reklamieren oder selbst reparieren.

Den Halter für den Ölkühler hab ich mit ein bisschen Flachstahl und Baumarktutensilien hingeghettot. Muss jetzt auch erstmal nur an seinem Platz bleiben und keine endgültige Lösung sein. Das ist jetzt der kleine Ölkühler der 749, da kommt eventuell eh etwas größeres dran.

Praktischerweise hatte ich Gasgriff und -zug von einer 1100er Monster noch im Teilevermögen, den konnte ich dann gleich anbauen.. nachdem ich festgestellt habe das der 749er Zug vorne und hinten nicht passt weil Öffner- und Schliesserzug. Gleich dazu kam noch ein schicker Killswitch den ich wirklich sehr cool finde irgendwie! Der Plan ist die Zündung komplett mit dem Schalter an und auszuschalten. Finde ich sehr passend die Beschriftung der Knöpfe!

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Damit war die Todo quasi abgearbeitet und es fehlte nur noch ein frischer Ölfilter und Öl. Jetzt kann die Schrauberreise in den Süden stattfinden! Danach ist wohl erstmal bisschen Babypause angesagt! :-D

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Mittwochs ist bei mir gerade immer Schrauberabend. Auf dem Weg ins Büro Arnold anheizen (unser Ofen heißt so, steht jedenfalls auf der Klappe!) und dann zur Lohnarbeit. Dann direkt vom Büro in die vorgeheizte Werkstatt, ein paar Kohlen auf die Glut werfen und loslegen!

Viel Zeit geht beim Zusammenbau dafür drauf im Werkstatthandbuch nach den korrekten Anzugsdrehmomenten zu suchen. So richtig übersichtlich ist das beim Handbuch der 749 nicht gestaltet, da bin ich besseres von der Monster gewöhnt!

Den Rahmen habe ich letztens schonmal draufgeworfen, easy as a cake!

VauZweiRad 1100 2V - 162

Zuerst mal die revidierte Gabel wieder reingesteckt, dabei war es dann doch sehr hilfreich das der Motorständer vorne durch den Wagenheber höhenverstellbar ist! So konnte ich den Motor ein wenig vorne nach oben kippen und entspannt die Gabelholme durch die Brücken schieben!
Dann wieder so weit runterlassen dass das Vorderrad mit der Achse genau mit den Gabelfüßen fluchtet und dann flutscht die Achse auch entspannt rein. Bremsbacken rauf, fertig!

Dann ging es ans Heck bzw. die Schwing. Die erstmal aus den Einzelteilen wieder zusammensetzen. Wenn man auf 2-Ventiler umbaut, braucht es bei dem Rahmen andere Scheibchen für die Langlöcher der Schwingenachsaufnahme, dort ist das Loch mittig. Diese hatte ich schon von Kaemna geordert und so war die Achse auch hier schnell drin und dran.

Jetzt kam der spannendere Teil. Das Konglomerat aus Schubstang, Federbein und Wippe musste wieder zusammen. Natürlich habe ich die Wippe erstmal falschrum eingebaut und mich gewundert warum das Federbein nicht passt. :)
Aber wozu hat man beim Auseinanderpflücken Bilder gemacht, man muss eben nur mal nachschauen!

Mit Hilfe von ein wenig Muskelkraft konnte ich dann auch das Heck so weit anheben das ich einen Holzblock unter die Schwinge bekam, sie wieder auf den Heckständer absenken und danach das Hinterrad einbauen konnte! Jetzt den Motorständer abschrauben und schon stand das Gerät auf eigenen Beinen!

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Nun hatte ich es mit dem BikeTower auf der Hebebühne stehen und hab dann schon mal angefangen so unsinnigen Kram wie den Heckrahmen und den Verkleidungshalter vorne anzuschrauben. An der Stelle geht es dann auch beim nächsten Mal weiter. Viel kann man mit dem Ding noch nicht anstellen, es ist aktuell quasi ein riesiger großer Roller mit echt guten Bremsen, aber ich finde das sieht schon wieder nach Motorrad aus! :D

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Nachdem der Motor ja wieder in der heimischen Werkstatt stand und komplett nackig war, wollte ich erstmal für einen gebraucht gekauften Motor obligatorische Dinge erledigen. Demnach stand Ventilspielkontrolle und Zahnriemenwechsel auf der Todo.

Also Ventildeckel runter, Zylinder auf Zünd-OT drehen, Fühlerlehre raus und messen. Bei der Desmodromik werden die Ventile ja durch einen weiteren Kipphebel geschlossen und nicht wie bei anderen Motoren einfach durch eine Feder am Ventil. Daher rührt ja auch der Name, denn Desmodromik heisst soviel wie Zwangssteuerung.
Wikipedia sagt dazu:

Die Desmodromik (auch Zwangssteuerung) ist eine spezielle Form der Ventilsteuerung bei Viertaktmotoren. Abgeleitet ist der Name aus dem Griechischen von „Desmo Dromos“, was so viel wie kontrollierte Bewegung bedeutet.

Ergo muss man nicht nur das Ventilspiel am Öffnerhebel sondern auch am Schliesserhebel messen. Eingestellt wird es dann nicht etwa durch eine Schraube, sondern durch verschieden dicke Öffnerkäppchen (die auf dem Ventilende sitzen) und Schliesserhülsen (die auf dem Ventilschaft sitzen und von halbringen gehalten werden).

Ducati gibt im Werkstatthandbuch für diesen Motor ein Öffnerspiel von 0,10mm-0,15mm und ein Schliesserspiel von 0,00-0,05mm vor. Wobei das Schliesserspiel gen 0 gehen sollte.

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Ich hab dann gemessen und stellt verwundert fest dass das Schliesserspiel annähernd 0 war, das Öffnerspiel aber 0,08mm, also 0,02mm zu wenig war. Wie konnte das sein? Man sagt im allgemeinen dass das Schliesserspiel mit der Zeit größer wird und das Öffnerspiel kleiner, wenn sich die Ventile in ihrem Sitz einarbeiten. Aber wie konnte das Öffnerspiel kleiner, das Schliesserspiel aber optimal sein? Hätte da schon mal wer das Ventilspiel eingestellt, müsste er ja ein Schliesserspiel von 0,02mm eingestellt haben und das würde keiner machen!

In meinem Rätselraten hab ich dann erstmal weiter mit dem Zahnriemenwechsel gemacht, wenn die runter sind kann man auch besser die Nockenwelle so drehen das die Ventile wirklich nicht belastet sind. Ich hab dann einfach nochmal ohne Zahnriemen das Spiel gemessen und siehe da, alle Öffner haben das gewünschte 0,10mm Spiel!?

Eigentlich dachte ich immer es wäre egal ob man mit oder ohne Riemen misst solange man den zu messenden Zylinder auf Zünd-OT dreht.
Aber scheinbar macht es eben doch einen Unterschied wie mir auf Nachfrage viele Leute bestätigten! Wieder was gelernt!

Na prima, dann muss ich ja nix einstellen! Ich werde aber bevor das Gerät auf die Piste geht nochmal nachmessen. Wer weiss, vielleicht messe ich dann anderen Mist!

Jetzt geht es erstmal ans zusammenbauen, denn ich will im März gen Süden mit dem Ding. Nein, nicht auf die Piste sondern mit einem kundigen Menschen einen Kabelbaum bauen und die Kiste zum laufen bekommen!

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Das zerlegen des linken Showa Gabelholmes war ja ganz interessant, aber wenn man diese dann komplett auseinander genommen hat, dann will man sie ja möglichst auch wieder zusammenbauen! Blöd wenn man nicht vorher schon die entsprechenden Verschleißteile besorgt hat!

Es ging dann also daran selbige zu besorgen, das waren pro Gabelholm die Staubkappen und Simmerring sowie jeweils zwei Gleitbuchsen.
Erstere beide (die guten von SKF!) sowie ein Simmerringeintreiber waren schnell besorgt.
Letztere stellten sich in der Beschaffung als schwierig herraus. Bei mehreren Händlern hatte ich nach diesen angefragt, weil sie nur einer im Shop hatte, um dann entweder Lieferzeiten von 4-8 Wochen genannt zu bekommen oder, bei denen wo diese auf Lager waren, tagelang keine Antworten zu bekommen wenn ich bestellen wollte.

Kurzerhand hab ich mich dann entschlossen den ganzen noch benötigten Trödel bei First-Attack zu bestellen, auch wenn die Lieferzeit der Buchsen eventuell ein zwei Wochen hätten sein können.
Neben den Dingen für die Gabel fehlte mir noch die passende Mutter für meine Ducati Performance AHK, denn da war nur eine für den dünnen Kupplungsstumpf dabei und der EVO Motor hat den dicken Kupplungsstumpf ala 1098. Ausserdem brauchte ich ja noch neue Riemen, denn ich hab keine Ahnung wie alt die am Motor verbauten sind. Da ich schonmal am shoppen war, hab ich mir noch einen Dichtungssatz für die Brembo P4 34/34 Bremsklötze besorgt, nun kann ich diese auch komplett überarbeiten!

Der Herr Sakowitz antwortete prompt auf meine Mails, gab Auskunft zur Lieferzeit und fügte die benötigten Teile kurzerhand in seinen Webshop ein so das ich bequem bestellen konnte. Am Dienstag hab ich bestellt, am Donnerstag viel mir ein das ich noch Dichtringe fürs Ölfiltersieb brauchte, also dem Herrn schnell eine Mail geschrieben und 3 Minuten später kam die Mail vom Paketdienst das meine Sendung auf dem Weg ist! Mist. Aber der Herr Sakowitz ist einer von den guten und so kam 4 Minuten später eine Mail dass er das Paket gerade zugeklebt hatte als er meine Mail las und die Dichtringe wären noch mit ins Paket gewandert. Respekt!
Freitag hatte ich die bunte Tüte an Teilen bei mir und somit endlich alles da was zum zusammenbauen noch fehlte!

Da ich am Mittwoch einen Anruf bekam das mein Motor bei DSB fertig wäre und abgeholte werden konnte, war ich dann auch gleich am Donnerstag Morgen schnell mal ganzen im Osten der Stadt um das gute Stück einzuladen.

Gestern traf es sich dann das die Freundin Nachmittag und Abend mit den Freundinnen unterwegs war, während das Kind nach dem Kinderschwimmtermin zu einer Kinderkrippenfreundin eingeladen war um dort zu übernachten. Win-win-win! Also Kind abgeworfen und dann den kompletten Abend verschraubt!
Ein Werkstattkollege war auch da, also war das ausladen des Motors auch kein Problem und da wir es inzwischen geschafft haben den Ofen in der Werkstatt anzuschliessen friert man sich dort auch nicht mehr die Nase ab!

Der Zusammenbau des linken Gabelholmes ging dann recht flott, quasi alles wieder umgekehrt zusammen, Öl rein, Luftpolster etc.pp. Fürs festschrauben der Druckstufe am Gabelfuß musste ich mir dann noch schnell ein Haltewerkzeug aus einem Rohr improvisieren. Danach hab ich dann kurzerhand den rechten Holm gemacht und siehe da, beim zweiten ging alles nochmal deutlich schneller, nach 30 Minuten war ich mit diesem durch und wusste ich hab beim linken das mit dem Luftpolster falsch gemacht. Ergo der nochmal auseinander, nochmal Luftpolster, wieder zusammen. Fertig! Endlich!!
Gabelservice kann ich jetzt, Werkzeug ist alles da. Motor auch wieder. Fein!

Jetzt kann es quasi ans zusammenbauen gehen, fehlt nur noch Ventilspielkontrolle und Zahnriemenwechsel.

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Wenn man das Gabelöl in einer Gabelfeder tauscht, muss man beim Einfüllen des neuen Öls ein Luftpolster lassen. Meist gibt es dazu Angaben im Werkstatthandbuch oder Erfahrungswerte.

Um das Luftpolster zu Messen kann man am einfachsten einen Zollstock bemühen oder man überträgt sich die Luftpolsterhöhe auf einen Stab. Ich hab aber mein Browsen die Inspiration zu einem einfach herzustellenden Tool gefunden welches das ganze noch einfacher macht. Das ganze findet sich hier.

Zufällig war ich letztens im Baumarkt und hab mir so ein dünnes Kupferrohr besorgt, den Rest hatte ich noch in der Werkstatt rumliegen.

Einfach ein Alu Vierkantrohr grob abgeschnitten und kleine Löcher reingebohrt. Das eine mit dem Durchmesser des Kupferrohrs, das andere so passend das ich ein Gewinde reinschneiden konnte für eine Schraube.
Dann noch ein Stück Schlauch aufs Kupferrohr und eine Einwegspritze ans andere Ende des Schlauchs, fertig ist das Werkzeug.

Jetzt kann man bequem die Luftpolstergröße am Werkzeug einstellen und dann das überflüssige Gabelöl einfach mit der Spritze abziehen bis nix mehr kommt.

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Man wird ja nicht jünger mit den Jahren irgendwie und so hab auch ich jetzt mal ein wenig in meine Gesundheit investiert, denn ich habe Rücken!

Leider sponsort die Krankenkasse einem allerdings keine Motorradhebebühne, ergo musste ich sie komplett selbst finanzieren. Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit!

Somit lag ich heute den Tag auf der Lauer, denn die Spedition welche die Bühne auf einer Palette anlieferte nannte mir als Zeitfenster 10-15 Uhr. Gegen 12 Uhr klingelte dann mein Telefon und der LKW Fahrer meldete sich bei mir das er da sei. Also raus mit der Kiste aus dem LKW (weiter liefern die ja nicht), rauf auf die Sackkarre und dann vor die Werkstatt. 141 kg wiegt die Transportkiste laut Lieferschein!
Mit einem zweiten Paar Hände war die Bühne dann aber schnell an Ort und Stelle in der Werkstatt und da sie quasi vollständig vormontiert war dauerte es nicht lange bis sie Einsatzbereit war!

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Tolle Sache das!

Die Wartezeit hab ich aber genutzt um mal mit dem Gabelservice anzufangen. Mein Plan für die Gabel ist erstmal nur das Öl zu wechseln und wenn ich irgendwo passend finde, auch Gabelfedern für mein Gewicht einzubauen. Wenn sich dann rausstellt das es nicht taugt, kann ich immernoch jemanden professionellen die Gabel pimpen lassen.

Nun ist es so das man bei der Demontage einer Up-Side-Down Gabel öfter mal Spezialwerkzeug braucht und so ist es auch bei der Showa Gabel die in der 749S verbaut ist. Man kann dann entweder hergehen und sich das Spezialwerkzeug bestellen und ist dann lustige 130 EUR ärmer oder man holt sein Werkzeug raus und baut sich selbst so etwas.

Letzteres hab ich dann gemacht, ein paar Beispiele wie man sich so etwas baut hab ich auch schon gefunden. Meine Umsetzung ist mehr oder weniger ähnlich, so viel Innoviation gibts da auch nicht.

Konkret geht es um den sogenannten Cartridgepusher. Dieser wird benötigt um die Federvorspannhülse in der Gabel runterzudrücken, damit man an die Kontermutter, welche den Gabelverschlussdeckel nebst Zugstufeneinstellung an der Dämpferstange festhält, lösen kann. (Auf den Bildern ist es die Schraube unter der blau Eloxierten Schraube) Klingt kompliziert? Ist es aber eigentlich nicht.

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Ich hab mir dann ein Stück Flachstahl genommen was ich noch rumliegen hatte, in den Schraubstock eingespannt und dann die beiden Enden mit dem Hammer umgebogen, ganz gerade ist es nicht geworden was aber der Funktion keinen Abbruch tut. Danach hatte ich quasi ein U. Dann in die Enden des U jeweils ein Loch gebohrt und mit dem Gewindeschneider ein M6 Gewinde reingeschnitten. In diese Löcher ist jeweils von aussen eine Schraube eingeschraubt und an der Innenseite auf die Schraube eine Hutmutter aufgeschraubt. Diese Hutmutter passt genau in die Löcher der Federvorspannhülse.

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Mit diesem Ding kann man jetzt also die Feder komprimieren bis die Kontermutter zu sehen ist, dann steckt man eigentlich ein Flachstahlstück unter die Kontermutter damit die Vorspannhülse nicht wieder zurück kann. Problem ist nur, wenn man mit viel Kraft und beiden Händen die Feder komprimiert, wer steckt dann das Flachstahlstück auf? Richtig, ein zweiter Mann. Der war aber schon weg. Ärgerlich!
Aber wozu hat man vom Motorradtransport ordentliche Ratschengurte in der Werkstatt rumliegen!?
Kurzerhand die Haken des Gurtes auf beiden Seiten an den Schrauben eingehakt und den Spanngurt unten um den Gabelfuss geführt, noch ein Handtuch damit das Rohr nicht von der Ratsche beschädigt wird und schon kann man loslegen und die Feder komprimieren. Jetzt braucht man nichtmal ein Flachstahlstück zum unterschieben!

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Das linke Gabelrohr ist jetzt also demontiert und blutet aus, jetzt muss ich mich nach Federn umsehen und Gabelöl bestellen. Danach geht es an den Zusammenbau, da muss ich mir wieder was zum improvisieren eines Spezialwerkzeuges einfallen lassen, gesucht wird ein Ersatz für einen “Cartridge-Entlüfter”! Ich glaube es wird recht Low-Tech ein Draht den ich an der Dämpferstange befestige.

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Achja, ein leichtes Alu Heck für die 749S hab ich inzischen auch erstanden. Echter Schnapperpreis. Das originale ist ja ein schwerer Stahltrümmer, dieses hier wiegt nur 1200g, nicht schlecht!

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Eigentlich hab ich den Motor ja schon zwei Wochen, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen etwas zu schreiben. Erst jede Menge Arbeit, dann jede Menge Feiertage und dann jede Menge Krankheit. Elend.

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Nu aber Butter bei die Fische! Der Motor ist aus einer Hypermotard 1100 EVO und hat ca. 8.000 km auf dem Buckel. Soll ein Frontschaden gewesen sein. Sagt der ursprüngliche Verkäufer jedenfalls. Öl war noch drin und natürlich bekommt der Motor vor dem Einsatz eine Ventilspielkontrolle und neue Zahnriemen. Aufgemacht wird er nicht, getunt wird auch nix. Man könnte vielleicht mit dem Endoskop mal in die Brennräume gucken, aber ich glaube viel sieht man da nicht.

Eine kurze Anpassprobe hab ich schon mal gemacht. Musste einfach sein!

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Da es ein EVO Motor ist, der nicht einfach so mit dem geplanten Ignijet Steuergerät funktioniert, braucht er noch einen kurzen Eingriff seitens DSB Berlin. Was aber kein großer Akt ist.

Geplant ist das im Januar zu erledigen, aber bis zum Januar wird das Gerät niemals nicht auf eigenen Rädern stehen. Auch nicht rudimentär und eigentlicht ist es ja auch quatsch mit Hänger extra zu DSB zu fahren. Also darf der Motor wieder im Kofferraum reisen, nur dieses mal nicht im Blumenkübel wie bei der ersten Reise sondern Standesgemäß auf einem Motorständer! Hab ich sowas? Natürlich nicht, aber kann man sich ja bauen!

Also hab ich mal meine kürzlich rudimentär erworbenen “Schweißkünste” versucht anzuwenden und in der eh viel zu kalten Werkstatt (ca. 4-5°C) das Schutzgasschweissgerät gezündet!

Der Plan war relativ einfach: 1,5m Vierkantrohrstahl in passende Stücke flexen, aufeinander legen, festbraten. Gesagt getan.
Erstmal mit dem unklaren und nie benutzten Schweißgerät klarkommen, Schweißstrom einstellen, Drahtvorschub regeln, Schutzgas aufdrehen nicht vergessen. Na wird schon werden!

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Die ersten “Nähte” waren auch wirklich unter aller Sau, aber je mehr man übt desto besser wird es. Schweißen ist halt reine Übungssache. Auch wenn die Ergebisse vermutlich trotzdem unterirdisch sind, sie halten und ich hatte Spaß! Mal sehen was als nächstes dran kommt, will weiter üben!

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Jedenfalls präsentiere ich hier jetzt meinen roll- und trimmbaren Motorständer in der Version 1.0 beta2!

Motorständer - 10126

Die Rollen hab ich einfach von meinem Bursig BikeTower benutzt und ins Vierkantrohr gesteckt. Der Wagenheber ist auf das vordere Rohr geschraubt und so kann man die Position in gewissem Grad in der Neigung verstellen!! Wozu das gut ist? Ich hab keine Ahnung! :D
“Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann.”
Ehrlich gesagt waren 1,5m schlicht zu wenig Stahl und ich brauchte noch was zum abstützen am Zylinder. Ich bin mir aber sicher das es irgendwie einen Fall gibt bei dem das unglaublich praktisch sein wird! :D

Den restlichen Tag heute hab ich mit putzen verbracht und Kettenfettsiff vom Motor entfernt. Irgendwie ist einen dreckigen Motor einem Mechaniker vor die Füsse stellen ein bisschen so, als würde man sich vorm Zahnarzt nicht die Zähne putzen oder vorm Urologentermin nicht den Pillemann waschen. Oder wie seht ihr das?

PS: Ich bitte übrigens die grottigen Bilder zu entschuldigen, ich hatte extra einen Kamera mitgenommen und hab sie dann in der Werkstatt liegen lassen. m(
Ich reiche bessere Bilder nach, ganz bestimmt, oder so.

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