Schlag auf Schlag kommen dieses Jahr die Rennstreckentermine, eben noch am Sachsenring mit der EVO Monster den GP Fahrern nachgeeifert, kurz darauf mit Krümel zwei Tage Fahrtherapie auf dem Spreewaldring verabreicht bekommen und schon stand der Termin in Most an!

Für Most durfte der Admiral mit in den Van, der braucht ja auch seinen Auslauf und Most ist doch eine recht schnelle Strecke auf der man Geräuschtechnisch noch 102dB fahren darf. Also große Eater einbauen!

Als Ziele hatte ich mir so einige Dinge aus dem letzten Jahr mit eingepackt. Damals hatte ich, wie bisher immer in Most, Probleme mit meiner Kupplung. Auch hatte ich mir nach dem letzten Termin dort den Quickshifter zugelegt, den ich bisher nur kurz beim Shakedown am STC ausprobiert hatte. Fahrerisch wollte ich die Aha-Erkenntnisse von Krümel umsetzen und vor allem natürlich auch die Rundenzeit von 2:05 Minuten verbessern, idealerweise auf etwas unter 2 Minuten.

Das anstehende Event hatten wir bei https://www.schleifendes-knie.de/ gebucht und es sollte unser erstes Drei-Tage-Event werden. Auch wenn jetzt nicht alle drei Tage komplett mit Turns voll waren, da Nachmittags auch Rennen in verschiedenen Klassen ausgetragen wurden, sollte es doch Fahrzeit satt durch ein paar Open-Pitlane Slots gebe. In diesen kann jeder so oft und lange ohne irgendeine Gruppeneinteilung rausfahren wie er mag.

Auch haben wir mal ausprobiert wie so Rennstrecke mit Übernachten in einer Pension/Airbnb statt dem Bus von statten geht. Bot sich bei drei Übernachtungen und den sehr günstigen Preisen in Most einfach mal an.

Anreise

Das Einladen erledigten wir am Mittwoch Abend, damit wir Donnerstag entspannt los rollen und die ca. 300 km abspulen konnten. Vor dem Eintreffen auf der Strecke mussten wir noch unsere Unterkunft in Empfang nehmen, was wir dank des doch sehr übersichtlichen Verkehrs auch problemlos zur verabredeten Uhrzeit schafften. Die Unterkunft lag in einem Plattenbau irgendwo in Most, ca. 10 Minuten mit dem Auto vom Autodrom entfernt. Nichts spektakuläres, aber nett und vollkommen ausreichend. Das ganze Übernachten in einer Pension ist schon mehr Luxus als wir uns sonst immer gönnen und wenn ich ehrlich bin, ich brauche es nicht. Ich glaube sogar, von der Bequemlichkeit der Schlafstätte mal abgesehen, schlafe ich doch lieber an der Strecke. Was ich aber ganz nett fand war die Tatsache, dass man so ein bisschen was von der Stadt gesehen hat, was ja immer ganz spannend ist, finde ich. Hatte auch ein bisschen mehr was von Urlaub.

Auf der Strecke stellten wir im Fahrerlager schnell fest, dass dieses Event und der Veranstalter wohl fest in bayerischer Hand sind. Überall im Fahrerlager wurde Bayerisch gesprochen, an der Anmeldung ebenso und auch alle Ansagen über die Lautsprecher waren in Bayerisch. Die Kommunikation war also teilweise holprig, aber immer herzlich. Eh alles nette Leute. Wir übernahmen schon mal den Schlüssel für die Box, welche wir uns mit noch drei weiteren Fahrern teilten welche noch auf der Anreise waren, räumten das übliche ganze Getrödel aus dem Auto und befestigten die Laptimer an den Motorrädern. Der Hunger trieb uns aber nach getaner Arbeit wieder in die Pension. Essen, Netflix, Bett. Um 08:00 war die Morgenandacht angesetzt.

Freitag

Nach kurzem Frühstück und der Fahrt zur Strecke steckte ich kurz nach acht die Stecker der Reifenwärmer ein und wir begaben uns zur üblichen Besprechung. Nichts neues, alles wie immer, man kennt das. Nur nicht in Bayrisch. :)

In der Box hatten die drei anderen Fahrer ihre Plätze eingenommen, nette Herren aus Bayern mit japanischen 1000er Vierzylindern. Alle eher sehr flott unterwegs, während ich und Axel uns in der langsamsten Gruppe wiederfanden. Selbige sollte gleich als erste Gruppe raus, also noch schnell Motor ein wenig warm laufen lassen und in die Kombi schlüpfen.

Im ersten Turn musste ich erstmal wieder schauen wo die Strecke lang ging. Irgendwie hatte ich viele Bilder aus dem letzten Jahr dazu aus meinem Kopf gelöscht. Es stellte sich aber relativ schnell heraus das die Gruppe doch sehr inhomogen von den Teilnehmenden war. Als langsamste Gruppe gab es dort halt langsam Fahrende und noch viel viel langsamer Fahrende. Das sorgte für ganz ordentlich Verkehr auf der Strecke, mit großen Pulks die sich ansammelten.

So blieb es mehr oder weniger auch den ganzen Tag. Fahrende mit groß motorisierten Motorrädern die auf den langen Geraden in Most schlicht an einem vorbei rauschten um in der kommenden Kurve sehr langsam zu werden. Wenn man sich dann, trotz höherer Kurvengeschwindigkeit, nicht traut in der Kurve vorbei zu fahren, hängt man halt fest. Oder Leute versuchen den gleichen Bremspunkt zu benutzen wie man selbst. Stellen aber fest, dass dieser mit ca. 50km/h auf der Uhr mehr halt überhaupt nicht passt und müssen dann geradeaus weiter fahren. Gut für sie dies an der Schikane in Most nach Start-Ziel so einfach geht. So ist das halt in dieser Gruppe, dementsprechend waren auch die Zeiten und ich von meiner Bestzeit zum Mittag tatsächlich noch 7 Sekunden entfernt. Am Nachmittag wurde es ein wenig besser und so konnte ich zumindest noch an die Letztjahreszeit ranfahren.

Die 20 Minuten Turns waren körperlich auf jeden Fall anstrengend, auch wenn sie schneller vorbei gingen als gedacht. Am Abend besuchten wir aber der Einfachheit halber die Burg oberhalb von Most und kehrten dort ins Restaurace ein. Leckeres Essen mit schönem Blick über die Plattenbaustadt Most. Sehr Urlaubshaft!

Samstag

Die Boxennachbarn hatten mir angeboten die Reifenwärmer um 8 Uhr für mich anzuschalten (voll nett!) und so konnten wir ein bisschen später auf der Strecke eintreffen. Eine weitere Besprechung gab es nicht und so konnten wir quasi direkt nach dem Eintreffen in die Kombi steigen und losfahren.

Gleich im ersten Turn machte sich jemand lang und so gab es erstmal Gelb. Scheinbar lag sein Motorrad aber so doof in einer Sturzzone das auf die rote Flagge gewechselt wurde. Immer wieder erlebe ich das Fahrende bei der Flaggenkunde entweder nicht zuhören oder schlicht weg ignorant sind. Was bedeutet rote Flagge? Überholverbot, Turn Abbruch, zügig von der Strecke runter fahren!

Überholverbot sollte keinen Interpretationsspielraum lassen, Turn Abbruch auch nicht. Aber was heisst zügig von der Strecke fahren? Klar sollte sein, zügig von der Strecke fahren heisst nicht: bummeln. Machen aber viele, gehen voll vom Gas runter und fahren im Bummeltempo die Runde zu Ende. In diesem Fall sogar vor mir jemand mit linkem Arm in die Hüfte gestemmt, cruisen! Scheinbar ist vielen nicht klar warum das scheisse ist, dabei müsste man nur mal kurz drüber nachdenken! Denn es herrscht ja auch Überholverbot und wenn jetzt einer anfängt zu bummeln, dann hängen komplett alle anderen hinter diesem Bummler auch im Bummeltempo fest! Warum ist das doof? Nun, es dauert ewig bis alle von der Strecke sind und das kostet wertvolle Zeit! Zeit die unter Umständen entscheidend sein können für jemanden der gestürzt auf der Strecke liegt und dringend Hilfe benötigt! Der Sani kann halt auch erst auf die Strecke rausfahren wenn er kein Motorrad mehr gefährdet, bei manchen Strecken bedeutet dies er fährt erst raus wenn alle runter sind. Deswegen ist dieses bummeln bei roter Flagge echte Oberscheiße und ich kann dafür keinerlei Verständnis aufbringen!

Deswegen merken, bei roter Flagge zügig weiter fahren und raus! Was ist zügig? Ihr habt doch auf der Renne ein Tempo wo ihr versucht so schnell zu fahren wie ihr könnt, euer Limit. Darunter gibt es eine Geschwindigkeit wo ihr nicht so pusht, aber gefühlt auch nicht schleicht. Genau diese Geschwindigkeit fahrt ihr bei roter Flagge, mit Blick weit voraus und dem Wissen das irgendwas auf der Strecke los ist. Da muss man keine Angst haben das plötzlich ein Motorrad oder gar ein Mensch vor einem auf der Strecke liegt, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering und selbst wenn, man sieht das bei diesem Tempo dann trotzdem rechtzeitig! Ist übrigens die gleiche Geschwindigkeit die man auch bei Gelb fährt.

So, genug Rant und Flaggenkunde.

Die folgenden Turns des Vormittags brachten irgendwie kein Aha-Erlebnis. Zuviel Verkehr, ich versuchte mich stattdessen auf Körperhaltung und das Bremsen in die Kurve zu konzentrieren. Aber irgendwie klappte das alles nicht so wie gewollt. 2:05 war so die übliche Rundenzeit. Die folgende Mittagspause war für uns sehr sehr lang, denn die Veranstaltung trug mehrere Rennen in verschiedenen Klassen aus von denen wir uns einige auch anschauten. Die Zeit nutzte ich auch um den Sensor des Quickshifters noch mal neu zu befestigen, denn zum Schalten musste ich immer stärker auf den Schalthebel treten und das ist ja nicht Sinn der Sache.

Wir waren wieder zur Open-Pitlane an der Reihe. Bei Open-Pitlane kann jeder unabhängig seiner Gruppeneinteilung raus fahren so oft und viel er möchte. Das kann sehr furchtbar sein, weil die Unterschiede in den Geschwindigkeiten sehr hoch sind und unter umständen die Leute das Messer zwischen den Zähnen haben, kann aber auch prima sein wenn die Fahrenden auf einander acht geben und nicht überall mit der Brechstange vorbei wollen.

Zum Glück wurde es hier die letztere Variante und alle waren sehr zivilisiert unterwegs. Ich hab ein wenig gepokert und erstmal 20 Minuten der Open-Pitlane vergehen lassen weil ich darauf spekulierte, dass viele langsamere Leute nach ungefähr dieser Zeit wieder rein kommen würden und ein bisschen weniger Verkehr wäre. Der Plan schien auch irgendwie aufzugehen, denn als ich raus fuhr hatte ich quasi freie Bahn! Bis auf ein paar sehr viel schneller Fahrende die einem aber eben auch nicht im Weg stehen. So konnte ich es doch mal ordentlich laufen lassen und mit steigendem Tempo und freierem Fahren passte auch irgendwie alles besser zusammen, der Quickshifter funktionierte wieder vernünftig und so konnte ich eines meiner Ziele erreichen: 1:59,46 stand nach der sechsten Runde auf dem Laptimer. Geil! Tagesziel erreicht, ab in die Box. Schneller wäre es an diesem Tag eh nicht mehr geworden.

Was vor allem gepasst hatte war das tiefe Bremsen in die Kurve in Richtung Scheitelpunkt, das war mit ständigem Verkehr für mich irgendwie nicht umsetzbar gewesen weil ich mich nicht anständig darauf konzentrieren konnte und immer schon vor der Kurve zu viel bremste, dann zu langsam war, lange Rollphasen hatte und das auf dem Gasgriff auch nicht mehr rausholen konnte. Wie das halt so ist, wenn man viel auf andere Achten muss. Jetzt aber konnte ich den Bremspunkt nach hinten schieben und die Geschwindigkeit für die Kurve sanft auf der Bremse zum Scheitelpunkt hin anpassen, was dazu führt das man schneller in die Kurve rein fährt und nicht zu viel bremst, also den Schwung prima mitnimmt. Das macht in Most bei vielen Kurven eine ganze Menge aus, weil die Strecke, finde ich, sehr flüssig ist.

Am Abend gab es noch die Siegerehrungen für die ausgetragenen Rennen, inklusive Sektdusche für die Pokalerhaltenden und eine Runde Gyros und Freibier für alle Teilnehmenden. Zum Bier kann ich nix sagen, aber das Gyros im Kreise der bayrischen Geselligkeit war sehr lecker!

Sonntag

Drei Tage machen einen schon ganz schön platt. Nach dem Auszug aus der Pension schlugen wir wieder etwas später auf der Strecke auf, auch an diesem Morgen hatten die Nachbarn dankenswerter Weise die Reifenwärmer eingesteckt.

In den ersten beiden Turns konnte ich nicht mehr an die Zeit aus dem Open-Pitlane ranfahren. Was ich aber mal probierte war die Rasten um 1cm nach oben zu verlegen und auch den Lenkungsdämpfer drehte ich drei Klicks weiter zu. Letzteres brachte Ruhe ins Fahrwerk beim Schalten, sonst gab es da manchmal einige Wackler in der Front. Die hochverlegten Rasten brachten mehr Druck auf selbige, was angenehm war. Zum dritten Turn drehte ich die Druckstufe noch mal zwei Klicks an der Gabel zu, damit die Fuhre beim Anbremsen nicht so weich einfederte. Dieses mal machte ich hinne beim rausfahren und rollte als zweiter an die Ausfahrt.

Ich hab es schon mal geschrieben, die Turns wo ich mit als erster raus fahre sind oft die besten. Es war wieder so. Vor mir jemand auf seiner GSX-R1000, locker 50 PS mehr als der Admiral. Aber ich war gut unterwegs und wollte dran bleiben. Auf den Geraden war er immer weit weg, aber auf der Bremse war ich immer wieder dran und in der Kurve ein Tick schneller als er. Nur vorbei hab ich mich nicht getraut, dazu wäre es immer zu knapp gewesen. So haben wir den halben Turn verbracht. Irgendwann, auch mit ein bisschen Verkehr zwischendrin, überholte mich eine Fahrerin mit ihrer MT-07 auf der Bremse und machte ordentlich Tempo. Da wollte ich unbedingt dran bleiben, das war die passende Kampfklasse für mich! Auf der Bremse kam ich ihr nicht bei, in der Kurve waren wir gleich auf. Ich konnte mich gerade so in den beiden letzten Kurven vor Start-Ziel besser positionieren und mich mit viel Schwung und ca. 20 PS mehr Leistung bis zur Ziellinie doch noch vorbei bringen. Aber einfach war das nicht, die MT ging gut und die Pilotin war auf Zack!

Am Ende liefen wir glaube in der Dreierformation auch in die Boxeneinfahrt ein, der Laptimer zeigte 1:58,3! Sauber!

Am Nachmittag sollte es noch mal einen Open-Pitlane Slot geben, aber in dem fuhr ich nur noch 2:0X-er Zeiten. Nach drei Tagen fahren war bei mir körperlich und mental einfach die Luft raus, dann noch zu pushen um noch mehr zu erreichen machte keinen Sinn und führt nur zu Aua, deshalb liess ich es dabei bleiben während Axel noch ein paar Runden abspuhlte.

Fazit

Mein Ziel auf unter 2 Minuten zu kommen hatte ich also erreicht. Von 2:05 auf 1:58, um 7 Sekunden verbessert. Das finde ich schon ganz ordentlich und ich muss sagen da bin ich auch ein wenig stolz drauf.

Der Quickshifter hat auch funktioniert, auch wenn ich manchmal zwischen den Gängen gelandet bin, weil ich den Schaltvorgang zu lasch durchgeführt habe. Aktuell brauche ich beim Schalten mit QS noch genauso viel mentale Kapazität wie beim Schalten ohne, nur dass das Schalten schneller geht. Gewöhnungssache.

Die fahrerischen Aha-Erlebnisse von Krümel konnte ich zumindest Teilweise umsetzen. Mir viel es aber schwer die Sitzhaltung gefühlt so elegant hinzubekommen wie ich das auf Krümel hinbekommen hatte. Mein Plan ist jetzt nach dem Familienurlaub mal die Sitzpositionen zwischen den beiden Motorrädern genau zu vergleichen um rauszufinden was da den Unterschied macht.

Schön auch das wir nicht Schrauben mussten, zumindest nichts was mit Defekten zu tun hatte. Bisschen was Einstellen zähle ich da mal nicht drunter.

Von daher kann man das Event eigentlich nur als vollen Erfolg bezeichnen und ich kann jetzt prima in den Familienurlaub starten. Weiter geht es Anfang September, da geht es mit MotoMonster nach Groß Dölln, der Admiral ist wieder mit dabei!

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Der Twins meets Classics Termin von Fatma und Michael veranstaltet ist einer meiner Lieblingsevents in der Saison. Erstens kann man am Sonntag die Rennen vom BnB anschauen und zweitens danach zwei Tage lang um den Spreewaldring heizen mit einer Gruppe von sehr entspannten Mitmenschen.

Einzig die Platzfindung im Fahrerlager die zwischen abreisenden BnB Teilnehmern und ankommenden TmC Teilnehmern stattfindet ist ein wenig nervig, einfach weil das Fahrerlager am STC nicht das größte ist.

Aber letztendlich findet jeder einen Platz, und das übliche Ausladen, Anmelden und die technische Abnahme ziehen sich durch den Abend. Ich hatte dieses Mal wieder zwei Mopeds im Gepäck, weswegen wir mal wieder mit beiden Bussen anreisten, und so mussten sowohl der Admiral als auch Krümel gecheckt werden.

Der Admiral kam mit seinen üblichen grenzwertigen 98 dB(A) durch die Phonemessung, Krümel bestach dank eines fehlenden Drehzahlmessers mit 93 dB(A). Ganz schöner Leisetreter! ;)

Mein Plan sah dann auch vor am ersten Tag erstmal mit Krümel zu fahren. Hätte ich auf den Admiral wechseln wollen, hätte ich mir einen anderen Gruppen-Farbpunkt-Aufkleber bei Micha holen müssen. Warum die Punkte nicht auf den Helm geklebt werden, verstehe ich nicht so ganz. Muss ich wohl noch mal vorschlagen.

Die Nacht im eigenen Bus war entspannt und ruhig und so konnte ich am Morgen doch recht ausgeruht die beiden Mopeten vor die Halle schieben und mich um Luftdruck und Reifenwärmer kümmern. Das war auch nötig, dann um 9:20 war Fahrerbesprechung angesetzt und um 10:00 Uhr sollte der erste Turn losgehen. Wie immer startete die Gruppe der schnellen Freifahrer, in die ich mich beim Anmelden scheinbar auch einsortiert hatte, als erste. Na mal sehen was das wird, mit Krümel bei der schnellen Bande.

Ich hatte ja erst einen Turn im April mit Krümel absolviert, da hatte es gerade mal für eine 1:53 gereicht. Also nicht wirklich flott um als “schneller Freifahrer” zu gelten. Aber gut, nach der zu spät begonnenen und zu lang dauernden Fahrerbesprechung schnell in die Kombi gequetscht, Reifenwärmer runter und los!

Erster Turn ist immer Orientierungsturn. Strecke noch da wo sie sonst auch ist? Motorrad funktioniert immer noch so wie sonst auch? Muss man ja immer sicherstellen, nicht das es einen doch mal überrascht! Dementsprechend viele deutlich besser motorisierte und/oder gesteuerte Motorräder fuhren an mir vorbei. Ist halt so, fahren macht trotzdem Freude. Im zweiten Turn dann doch mal den Laptimer angeschaltet und gesehen, 1:55. Da war also noch Potential!

Das schöne ist, es frustriert einen auf Krümel irgendwie nicht. Der funktionierte wunderbar und auch mein neu gedengelter Hitzeschutz am Krümmer funktionierte scheinbar recht gut. Prima!

Mit jedem Turn machte das fahren dann mehr Spass und mit jedem Turn wurden die Zeiten besser. Dann wohnte ich einer kleinen Theorierunde von Matze bei und nahm mir zwei Linienhausaufgaben in den kommenden Turn mit. Dank Krümel hatte ich alle Zeit der Welt an der der V-Linie zu feilen und siehe da, es klappte und machte super Spaß! So übte ich Turn für Turn Linie und es brachte Turn für Turn weitere Sekunden.

In den letzten drei Runden im letzten Turn des Tages muss es dann irgendwie in meinem Kopf den Schalter komplett umgelegt haben. Ich fuhr in Schräglage irgendeine Kurve und sagte zu mir selber: Das was du da machst, das ist doch kein Hanging-Off. Jetzt mach halt mal und lehne den Oberkörper ordentlich rüber! Gedacht, gewollt und vor allem: getan! Da auf einmal passte alles irgendwie zusammen, die Linie, die Blickführung, die Körperhaltung, die Perspektive. Ja, die Perspektive! Ich fahre jetzt seit ca. 7 Jahren auf der Rennstrecke und noch nie hat sich mir so krass offenbart was sich an der Perspektive auf einem Motorrad ändert wenn man den Körper mal ordentlich neben dem Motorrad positioniert. Der Kopf ist eben nicht mehr in Linie mit den Rädern, er ist komplett daneben. Man sieht den Horizont und die Wolken nicht mehr, sondern nur den Asphalt und die Kurve. Auch vom Motorrad selbst sieht man nichts mehr. Aber man hängt irgendwie nicht nur physisch neben dem Motorrad, sondern auch geistig und trotzdem ist das Motorrad noch da, als verlängertes Organ, als Werkzeug mit dem man die Strecke fühlt obwohl es ein lebloses Ding ist. Wie bei einem Stock mit dem man über eine raue Oberfläche fährt und trotzdem der Meinung ist man könne die Oberfläche an der Spitze des Stockes spüren, obwohl selbiger ein lebloser Gegenstand ist. Das hat man sonst ja auch auf dem Motorrad, man merkt an den Reifen was mit dem Belag ist, aber wenn man dann neben dem Motorrad hängt ist das noch eine ganze Ecke frappierender, einfach weil der Stock viel länger ist und man ihn nicht mehr sieht.

Der Flug im Kreis in diesem Zustand in diesem letzten Turn war so euphorisierend und setzte so viele Glückshormone in mir frei das ich beim über die Ziellinie ballern nach der letzten Runde und kurzem Blick auf den Laptimer in meinen Helm vor Freude schrie! Die komplette verdammte Outlap jubelte ich in meinem Helm, auf dem Laptimer Stand eine 1:45,9.

Ich glaube ich habe den kompletten Abend das Grinsen aus meinem Gesicht nicht mehr raus bekommen. Klar, mit dem Admiral war ich 4 Sekunden schneller unterwegs, aber nur mit plumpen 50PS mehr Leistung auf den Geraden. So wie ich mit Krümel unterwegs war, dass muss ich mit dem Admiral erst noch hinbekommen.

Trotzdem entschied ich mich dafür den kompletten zweiten Tag weiter mit Krümel zu fahren. Jetzt wo ich verstanden hatte was und wie ich es zu tun hatte und es endlich so passte wie gewollt, sollte jetzt nicht die frische Erinnerung daran durch einen Umstieg auf den Admiral zunichte gemacht werden. Die Devise für den Tag lautete “Körper, Körper, Körper!” Im ersten Turn war es hart, denn eben dieser Körper hatte arg zu tun sich in die Positionen zu bewegen die verlangt wurden. Vielleicht hätte ich mich aufwärmen oder stretching machen sollen. Naja, ein Turn fahren half auch. Laptimer meinte 1:50. Fühlte sich auch so an.

Aber schon beim zweiten Turn war ich wieder besser in Schuss, der Körper kam wieder da hin wo es verlangt wurde, die Zeiten purzelten wieder mit jedem Turn. Das vertrauen ins Motorrad und die Positionierung funktionierten so wunderbar, das es irgendwann quasi von einem Knieschleifer auf den anderen in jeder Kurve ging. Stellen an denen ich noch nie das Knie unten hatte schrabbten jede Runde wieder. Leider schrabbte das Wetter auch an der Kondition und so langsam ging mir die Puste aus, dafür standen jetzt konstant 1:45er Zeiten auf der Uhr.

Der vorletzte Turn stand dann an, irgendwie war schon klar das es der letzte werden würde, wie immer. Das Teilnehmerfeld hatte sich arg gelichtet, in meiner Gruppe rollten vier einsame Verstrahlte an den Start und warteten auf das Go vom Streckenposten. Die Ampel sprang auf Grün und dann winkten mich auf einmal die drei anderen nach vorn. Keiner wollte als erstes raus. Hmm, na gut, müsst ihr mich halt wieder überholen.

Raus als erster, irgendwie ja auch immer wieder cool. Viele meiner besten Turns bin ich als erster draussen gestartet. Dieser sollte dem in nichts nachstehen. Es passte einfach alles, auch wenn ich voll im Arsch war. Zurück in der Halle stand eine 1,44:4 auf dem Laptimer. Überholt hatte mich nur einer der drei anderen, auf einer Geraden. :)

Auf diesem Event habe ich glaube so viel Theorie in schnellere Rundenzeiten umgesetzt wie schon lange nicht mehr. Nur drei Sekunden langsamer als mit dem 50 PS stärkeren Admiral zu sein finde ich verdammt geil. Ich bin gespannt ob ich das gelernte mit dem schnelleren Motorrad auch umsetzen kann. Aber bevor es wieder auf den Spreewaldring geht, geht es erstmal in ca. drei Wochen für drei Tage nach Most. Aber ohne Krümel, der muss nicht mit nach Most, da wäre er wirklich arg verloren denke ich.

Danke, Krümel!

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Endlich haben wir es mal wieder geschafft und sind auf eine uns noch unbekannte Rennstrecke gefahren! Der Sachsenring sollte es sein, MotoGP Strecke und viel gelobt.

Vor dem Fahren steht aber wie immer das Vorbereiten. In diesem Fall musste das passende Motorrad vorbereitet werden. Der Sachsenring ist eine der Rennstrecken mit den härtesten Vorgaben bezüglich der Lärmbelastung der Anwohner.
Die Grundansage der Streckenbetreiber lautet daher auch relativ simpel: Originale Airbox, originaler Auspuff. Hinzu kommen noch spezielle Vorgaben für einige Motorradmodelle die selbst damit viel zu laut sind und dementsprechend weiter eingefangen werden müssen.

Für mich bedeutete diese Vorgabe schlicht und ergreifend: den Admiral werde ich am Sachsenring sehr wahrscheinlich nicht fahren dürfen. Weder besitzt er eine Airbox, noch passt ein originaler Schalldämpfer in irgendeiner Form an den Eigenbaukrümmer.

Die Wahl viel deswegen dieses mal auf die Monster 1100 EVO. Leistungstechnisch ja ähnlich angesiedelt und durchaus auch Rennstreckenerprobt.

Den ganzen StVO Trödel abschrauben ist ein leichtes, auf Stummellenker umrüsten hatte ich keine Lust. Deswegen blieb die Segelstange montiert, was sich am Ende leider als nicht die ganz richtige Entscheidung herausstellte.

Die zweite Frage war die nach den Reifen. Mein naiver ursprünglicher Ansatz war: Slicks vom Admiral auf die Felgen der EVO ziehen und das habe ich dann auch so ca. 2-3 Wochen vor dem Event gemacht.
Aber leider wollte mir da das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen.
Denn das Wetter sagte sogar noch kurz vor der Abfahrt zum Sachenring Regen für die kompletten zwei Tage an.
Es schien also sinnlos die Slicks mitzunehmen. Als Alternative konnte ich dann die Hypermotard Felgen von Axel mit darauf befindlichen M7RR mitnehmen. Danke dafür! Das bedurfte nur des Wechsels der vorderen Bremssscheiben. Dazu nahm ich noch die Regenfelgen vom Admiral mit, so könnte ich zumindest die Regenreifen von diesen auf die Hypermotard Felgen ziehen lassen.

Am Ende war die Entscheidung bezüglich des Reifenpokers nicht komplett falsch, aber eben auch nicht komplett richtig. Denn ich hätte alle drei Reifensorten an den beiden Tagen gebrauchen können. Slickss, Straßen- und Regenreifen.

Das Einladen war am Sonntag Nachmittag bei strahlender Sonne in Berlin in zwei Stunden erledigt. Wir waren relativ früh dran, also kein Streß. Die Stimmung war so lala, denn bei der Wettervorhersage fragte man sich schon wieso man zwei Stunden Zeug in ein Auto lädt um dann zwei Tage im Regen im Kreis zu fahren.
Aber gebucht ist gebucht und kneifen ist nicht. Am Ende ja auch die richtige Entscheidung.

Die Fahrt zum Sachsenring ist ähnlich der nach Most und dauert ca. 30 Minuten weniger lang, was ungefährt 3 Stunden auf der Piste bedeutet.

Als wir ankamen standen schon ein paar Leutchen vor dem Eingang zum Fahrerlager 1 in der Warteschlange, wir waren aber auch 30 Minuten vor dem offiziellen öffnen des Fahrerlagers angekommen.
Im Fahrerlager selbst konnten wir uns dann direkt vor unserer Box parken, welche wir uns mit angeblich mit noch fünf weiteren Teilnehmern teilen sollten, von denen aber am Ende nur drei auftauchten.

Nach ausladen und aufbauen unseres Krams tauchte dann auch schon Andreas auf, der fuhr auch mal wieder mit. Allerdings bei den Freifahrern, denn ich und Axel hatten uns für das erste Mal Sachsenring für die Instruktorengruppe gemeldet und auch das war eine sehr richtige Entscheidung.

Schon beim abendlichen Wandern mit den beiden anderen über die 3.7km lange Strecke merkte ich, das diese Strecke eine sehr anspruchsvolle sein würde. Wirklich der blanke Wahnsinn was man dort in die Hügel asphaltiert hat! Jede Menge Höhenunterschiede, schnelle blinde Kurven, überhöhte oder abfallende Fahrbahn.. Krank, aber geil!

Nach einer gemütlichen Nacht sollte zumindest der Vormittag trocken bleiben, die ersten drei Turns waren als durch Instruktoren geführte angesetzt und dafür lag ich mit meiner Wahl sowohl für Straßenreifen als auch einem Motorrad mit Seitenständer goldrichtig! Keine Reifenwärmer, Moped einfach abstellen. Sehr hilfreich wenn es noch Vor- und Nachbesprechungen gibt. ;)

Bei der Strucki-Gruppe entschied ich mich bei vier Gruppen für Gruppe 3, die “mittellangsame”. Ich hab irgendwann mal festgestellt das es bei solchen Sachen relativ wurscht ist ob man schnell oder langsam fährt normalerweise, die Anzahl der Gruppenteilnehmer ist ein viel besseres Kriterium. So nahm ich die mit nur drei anderen Mitfahrer/-innen und nicht mit fünf oder sechs. Denn am Anfang ist Linie zeigen auf einer neuen Strecke sowieso erstmal sehr sehr langsam, aber wenn man fünf oder sechs Leute vor einem hat, dann sieht man von der Linie des Instruktors quasi nichts mehr. Hinzu kommt, dass man bei weniger Teilnehmer eben auch mehr direkt hinter dem Strucki fahren kann.
Also Faustregel, lieber weniger langsame Teilnehmer als viele schnellere.

Natürlich gab es auch ein bisschen Theorie, aber jetzt nicht ewig viel und ausschweifend, was ich als ganz angenehm Empfand, zu viel darf man den Leuten auch nicht versuchen ins Gehirn zu pumpen. Weniger ist da manchmal mehr.

Den ersten Turn fuhr ich dann als dritter unserer Gruppe raus und wir machten eine sehr touristische Runde, hervorragend um sich erstmal umzusehen. Die Linie wurde überbetont abgefahren, sehr hilfreich denn an vielen Stellen hätte ich im freien Fahren einfach nur raten können und hätte sehr wahrscheinlich daneben gelegen. Was ja auf der Rennstrecke und Tempo dann auch manchmal genau das ist, neben der Strecke liegen.

Das Tempo zog dann im zweiten Turn ein wenig an und im dritten fuhr ich dann direkt hinter dem Instruktor. Der liess dann auch zwischendrin mal ein bisschen mehr fliegen und dann machten auch die Einlenkpunkte und die Linie auf einmal deutlich mehr Sinn. Natürlich durften wir die anderen nicht abhängen. Aber ich fühlte mich danach gut gewappnet für den vierten Turn, welcher ja einer zum frei Fahren sein sollte.

Ich fand das freie Fahren klappte dann von der Linie auch recht schön, die markanten Punkte passten noch besser zusammen und das große Ganze der Linie auf diesem Kurs ergab ein schlüssiges Bild. Schnell war ich deswegen trotzdem nicht, aber erstmal muss man ja lernen wo man hin will. Vor allem auf so einer Strecke wie dem Sachsenring.
Es stand dann nach dem vierten Turn eine 2:05 auf der Zeitenliste und das Ziel war damit auch klar. Unter die 2 Minuten kommen.

Leider behielt dann die Wettervorhersage für den Nachmittag recht und es begann tatsächlich zu Regnen. Die Aussichten für den nächsten Tag sagten aber zumindest wieder einen trockenen Vormittag voraus und so war meine Motivation jetzt die Regenreifen von den Felgen des Admirals ziehen zu lassen und dann auf die Felgen der Monster drauf, um dann das gleiche wieder am Morgen oder Abend in die andere Richtung machen zu lassen nur um zwei Turns im Regen zu fahren.. die war sehr gering und es hätte auch jedes Mal Geld beim Reifenmenschen gekostet.
Kurzum, ich liess es bleiben. Stattdessen betätigte ich mich als Boxencrew für Axel, denn der hatte passende Regenfelgen dabei, war gewillt im Regen zu fahren und so zog ich die Mechanikerkappe auf und legte los. Hat auch Spaß gemacht! :)

Axel ist dann auch echt viel im Regen draussen gefahren und hatte auch sichtlich Spaß dabei, dicken Respekt dafür!

Am Abend hörte der Regen dann auch irgendwann auf, so das einem trockenen Vormittag nichts im Wege stand und am Ende blieb der komplette zweite Tag trocken!

Der Aufwärmturn am Morgen des zweiten Tages brachte sogar trotz starkem Verkehr gleich eine Zeitenverbesserung auf 2:03, da hatte sich das mal eine Nacht drüber schlafen wohl gelohnt. Im zweiten Turn des Tages hatte ich dann endlich mal ein wenig freie Bahn und das Tagesziel für unter 2 Minuten war erreicht, 1:57. Der dritte Turn brachte dann noch mal ein Stück mehr, 1:54.
Der vierte Turn vor dem Mittagessen viel dann leider auf Grund eines relativ schweren Sturzes in der Gruppe vor uns aus. Ich hoffe dem Fahrer geht es gut!
Nach dem Mittag fuhr ich noch mal hinter Franky her, einer der Struckis die ich schon von etlichen TmC Events kenne. Er fuhr nochmal Linie für mich und ich blieb dran. War dann nicht schneller, aber einige Stellen für das Tempo nochmal klarer.

Der letzte Turn stand dann an, da muss man immer aufpassen. Viele legen sich im ersten oder letzten Turn einer Veranstaltung auf die Nase. Geben zu viel zu früh oder übertrieben es am Ende. Ein Boxennachbar zB. hat seine nagelneue Aprilia in der allerersten Runde der Veranstaltung ins Kiesbett gehauen und quasi komplett geschrottet!

Oft lasse ich den letzten Turns aus, packe lieber früher zusammen. Aber mit dem verregneten Nachmittag des ersten Tages und dem ausgefallenen Turn am Vormittag wollte ich dieses Mal doch fahren.
Der Vorteil an diesen Turns ist es, viele lassen ihn aus. Dementsprechend ist er oft sehr leer. Es ist daher eigentlich total sinnvoll morgens den ersten Turn sausen zu lassen, aber dafür den letzten zu fahren!

Es war jedenfalls ein super letzter Turn und ich kam tatsächlich am Ende doch auf eine 1:53.
Das ist kein Rekord oder super schnell in irgendwelcher Art, schnelle Zeiten liegen euer so bei 1:30-1:40. Aber für den Anfang und das erste Mal dort bin ich zufrieden. Immerhin von 2:07 auf 1:53, gute 14 Sekunden verbessert.

Die M7RR haben ihren Job auf jeden Fall ganz gut gemacht, trotzdem hätte ich mir am zweiten Tag Slicks gewünscht. Alleine schon das eine Runde warm fahren der Reifen ist ein wenig nervig und irgendwann ist halt dann der Straßenreifen auch am Ende bzw. gibt der Slick einem mehr Reserven.

Die Monster ist nach wie vor ein sehr einfach zu fahrendes Motorrad, allerdings war das nicht umbauen auf Stummel und der fehlende Windschutz auf den Geraden doch irgendwie ein Handicap.
Mit Stummel ist die Positionierung auf dem Motorrad für mich irgendwie doch angenehmer auf der Rennstrecke und bei annähernd 210 km/h auf der Start-Ziel ist der fehlende Windschutz zusammen mit dem SBK Lenker sehr nervig. Leistungstechnisch ist man mit den ca. 100PS natürlich komplett unterlegen, aber das finde ich ehrlich gesagt nicht wirklich schlimm.

Mein Fazit ist dann auch das ich eigentlich gerne mit dem Admiral fahren würde, mir also irgendwie etwas überlegen muss bezüglich der Airbox und dem Auspuff. Auch wenn der Admiral mit dB-Eatern vermutlich kein Problem bei der Lautstärkemessung hätte. Mit dem Gerät dort auftauchen und dann doch nicht fahren dürfen wäre extrem ärgerlich.
Alternativ ein Motorrad in Renntrim mit originalem Auspuff und vielleicht ein bisschen mehr Leistung.. aber so richtig Lust auf noch ein zu pflegendes Rennmotorrad habe ich gerade nicht.

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Oft ist es ja so, den ganzen Winter schraubt man sich in der Werkstatt an spinnerten Ideen die Finger wund und macht und tut. Aber eines Tages müssen die sich die Hirngespinste und der Basteldrang eben auch der harten Realität stellen und raus ans Licht und auf die Straße! Oder Strecke in meinem Fall.

Und deswegen ist es bei uns eine gute “Tradition” das Ergebnis des Schraubens auf der quasi Hausstrecke am Anfang der Saison einmal zu testen. Man nehme also einen Termin am Spreewaldring und packe quasi alles ein was man testen möchte.
Dieses Jahr brauchten wir dazu zwei Autos, denn drei Motorräder wollten bespielt werden. Eigentlich gar vier, aber das wäre dann doch zu weit gegangen.
Es durften also mit die Duke von Axel, der Admiral und natürlich Krümel.

Am Donnerstag Abend luden wir alles ein, getanzt wurde dann am Karfreitag. Auch wenn man das nicht darf, hab ich gehört. Morgens relativ Human zum Spreewaldring rollen bei nicht vorhandenem Feiertagsverkehr, Mopeds wieder rauswerfen und Fahrscheine beim freien Fahren lösen. Den ersten Turn liess ich aus, denn die Reifenwärmer waren nur kurz drauf gewesen und man soll sich nicht immer so einen Stress machen.

Als erstes tanzte ich mit dem Admiral. Dort hatte ich ja den liegenden Zylinderkopf getauscht und schon im Herbst einen Quickshifter eingebaut. Der Motor läuft prima, der Quickshifter tut eigentlich auch. Man muss aber durchaus schon beherzt und bestimmt auf den Schalthebel treten, wischiwaschi mag er nicht und landet dann auch gerne mal in einem false neutral. Kann man sicherlich mal noch die Unterbrecherzeiten ein bisschen feintunen. Ansonsten alles schick, bis auf mich und meine Kondition. Aber an der hab ich im Winter auch nicht geschraubt. :/

Zweiter Tanzpartner war dann Krümel. Komplett neues Motorrad, aber einfach knuddelig. Die 50 PS überraschen einen wirklich in keiner Lebenslage, die Bremsanlage reicht für locker mindestens 100 PS mehr, dementsprechend gut fängt sie einen ein.
Im unteren Drehzahlbereich fällt der Motor in ein Loch, das mag er gar nicht, vermutlich irgendwas mit dem Vergaser. Also Vollgas und auf Drehzahl fahren. Auf der Geraden dreht man also ordentlich am Quirl, der Motor gibt alles aber der Vorschub bleibt überschaubar.
Jetzt klingt das alles mehr oder weniger unattraktiv und man fragt sich warum man sich das antun sollte!? Ein langsames Motorrad, warum?!

Bis man es mal gefahren ist. Dieses untermotorisierte Fahren hat irgendwas an sich und macht irgendwas mit einem. Man würde denken das ist langweilig, das Gegenteil ist aber scheinbar der Fall. Wenn man es schnell um die Kurve schafft oder viel Schwung mit nimmt, macht einen das irgendwie Stolz. Wenn man den Motor auf der Geraden auswringt, macht einen das Zufrieden.
Die ganze Zeit ist man in Kontrolle, das macht Mut und gibt Vertrauen.
Man kann von so einem kleinen Motorrad so viel lernen. 1:53 stand auf dem Laptimer als beste Runde im allerersten Turn mit Krümel.

Technisch lief Krümel fast problemlos. Einziges Problem waren die am Krümmer des hochgelegten Endtopfes schmilzenden Stiefel. Ich komme mit dem Knöchel beim Hanging-Off dann scheinbar doch höher als das Hitzeband gewickelt ist.

Axel hatte nach drei Turns mit seiner Duke dann das erste technische K.O., der Simmerring des rechten Gabelholmes hatte schlapp gemacht und liess das Gabelöl in Richtung Bremse fliessen. Vielleicht hatte er die Nacht in Verspannung im Van nicht gut gefunden, jedenfalls war eine weitere Runde mit dem Schaden keine Option.

Aber so kam Axel dazu auch einen Turn auf Krümel zu drehen, während ich mich wieder auf den Admiral schwang. Leider verkokelte Krümels Krümmer die Stiefel von Axel sehr stark, denn das Hitzeschutzband befand sich in vollständiger Auflöseerscheinung.
Ich muss das wohl mal erneuern und 10-15 cm weiter hoch führen, vielleicht mit einem richtigen Hitzeschutz oder zumindest einem Schutz gegen das Durchscheuern.

Ergo war mit Krümel auch nicht mehr zu fahren und so zog ich alleine mit dem Admiral für den letzten Turn raus und legte dann doch tatsächlich meine Bestzeit auf dem Spreewaldring hin und fuhr quasi die gleiche Zeit wie 2016 im Rennen beim Built not Bought. Damals mit deutlich besserer Kondition und dazu in einem Rennen.
Dabei hatte ich nicht mal dolle gepuscht oder so, ich war einfach nur freudig gefahren! 1,41.03 stand auf dem Laptimer.

Von daher war das ein hervorragender Shakedown mit einem für mich extrem Motivierenden Ergebnis. Die Motorräder laufen Grundsätzlich, es gibt zwar noch hier und dort ein paar Sachen nachzustellen und ein paar Schrauben zum festziehen aber ansonsten funktioniert alles. Auf die neue Saison!

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Sonntag Morgen um kurz nach Acht im Friedrichshain. Ein den Kleinbus kommt die Straße herunter gefahren und hält vor mir.
Ich öffne die Wagentür und steige ein, der Mann am Steuer sagt: “Moin!”

Auf gehts zum Spreewaldring! :D

Am Tag vorher hatten wir den Bus von Axel mit dem nötigsten und der roten Zora beladen, Abends hatte sich die Duke dazu gesellt und nun waren wir mit erstaunlich wenig Kram, quasi spartanisch, unterwegs. So ist das wohl wenn man nur einen Tag fährt, nicht an der Strecke schläft und Straßenreifen benutzt. Die Zora hatte ja immer noch die S20 drauf die ich ihr vor bisschen mehr als einem Jahr verpasst hatte, da braucht es nicht unbedingt Reifenwärmer.

Um die Uhrzeit ist quasi niemand wirklich unterwegs und so befanden wir uns schon um kurz vor 9 Uhr im Zielanflug zum STC. Als wir parkten schloss sich gerade der erste Mitarbeiter die Boxenhalle auf, um 10 Uhr sollte der Tag offiziell losgehen. Also ganz entspannt auspacken und anmelden. Bei letzterem wurde ich schon gefragt ob ich wieder mit der Duc fahre, als ich das verneinte kam ein grinsendes “Haste selber gemerkt das die für hier zu laut ist?” :D
Der nächste Lacher war dann bei der Geräuschmessung, als eben jener Mitarbeiter sah womit ich an diesem Tag antrat. Bei dem Kanonenrohr welches die SV ab Werk mit sich rumträgt musste der Herr erst mal gucken ob sein Messgerät überhaupt an war! :D

Denn noch Luftdruck überprüfen, herrje da findet man natürlich auf der Herstellerseite nichts genaues, sondern nur die normalen Straßenangaben. Ich fand dann Angaben von 2,3 vorne und 2,0 hinten und habe es damit probiert.

Eine Fahrerbesprechung gab es keine, um Teilnehmen zu dürfen muss man im Besitz einer Spreewaldringlizenz sein, wo man quasi einmalig alles zum Fahren auf dem Ring in einem Lehrgang vermittelt bekommt.
Der Tag war als Motorrad-Trackday ausgeschrieben, funktionierte aber genauso wie das Flatrate-Fahren vor einem Jahr, bedeutet: Fahren bis man nicht mehr mag. Jeder 15 Minuten Turn ist für jeden Teilnehmer offen, sofern die maximale Menge an Fahrern auf der Strecke nicht erreicht ist. Wir waren insgesamt weniger Teilnehmer als überhaupt auf die Strecke passen, von daher hätte auch jeder jeden Turn fahren können. Macht aber natürlich keiner.

Im ersten Turn wollen natürlich gleich mal alle raus, ich lies mir ein bisschen Zeit und fuhr erst nach 5 Minuten raus auf die Strecke. 10 Minuten zum Eingewöhnen langen erstmal. Ich musste ja noch die neuen Reifen einfahren und mich an dieses Motorrad gewöhnen das ich das letzte mal vor.. ach herrje, vor dem Kauf der Monster.. also muss das 2011 gewesen sein.. vor 7 Jahren gefahren bin! Auf der Rennstrecke hatte ich die SV eh nie bewegt, bis auf die ADAC Fahrsicherheitstrainings in Linthe.

Also langsam machen! Die Reifen rutschten auch ganz gut in den ersten paar Kurven. Kalt waren sie ja auch noch. Der Motor hatte auch noch nicht Betriebstemperatur, also jetzt auch nicht elend zwirbeln. Die Bremsen am Ende der Gegengeraden probierte ich schön weit vorne aus.. man weiss ja nie! Funktionierten aber ganz offensichtlich.
Die Sitzposition war auch ungewohnt, keine Stummel sondern SBK Lenker.

Nach zwei drei Runden war dann aber alles auf Temperatur gekommen und ich konnte Vollgas in den Maschinenraum kabeln. Hmm Vollgas, der Unterschied ist schon beachtlich zwischen so einem 649ccm Motor der in seinen besten Jahren mal 76PS hatte und ein 200+kg Motorrad bewegt und einem 100PS Motor der nur 165+kg antreiben muss. Erst dachte ich die Kupplung würde rutschen, denn die Drehzahl schnellte nach oben aber es kam gar kein dazu passender Vortrieb! Dann irgendwann bei irgendwas über 7000rpm gab es so etwas wie einen kleinen Vorwärtsdrang der dann aber auch wieder abfiel. Komisch!

Nach dem ersten Turn dann das obligatorische Checken der Maschine, alles noch dran was da sein soll, nichts draussen wo es nicht hingehört, Reifen schön angefahren. Funktioniert!

Jetzt konnte ich es in den folgenden Turns ein bisschen flotter angehen lassen, dabei stellte ich ein paar Eigenheiten der SV fest:

Die Bremse braucht ein bisschen Temperatur bis sie gut bremst. Da man am STC nach der Ausfahrt auf die Strecke bis zum Ende der Gegengeraden keine Bremse braucht, sollte man das bei der ersten Runde im Hinterkopf haben, sonst wird man von deutlich schlechter Bremsleistung überrascht wenn man da angeballert kommt.

Die Gabel ist wirklich nicht das gelbe vom Ei, um nicht zu sagen für das gepflegte Angasen auf dem Rundkurs etwas ungeeignet. Jetzt weiss ich zwar wo auf dem STC überall Unebenheiten, Fugen und Wellen im Belag sind die ich vorher weder mit der Monster noch dem Admiral je gemerkt habe, aber die Unruhe beim überfahren dieser ist halt uncool.

Die Bremsen sind erstaunlicherweise relativ okay, zumindest für die Geschwindigkeiten die ich gefahren bin. Klar, ein bisschen mehr geht immer. Gut war denke ich die Entscheidung das ABS zu deaktivieren, das hätte mir sonst ordentlich reingeregelt denke ich.

Ich wunderte mich bei den Kurven dann irgendwann darüber dass das Motorrad so ab ca. Scheitelpunkt doch anfing recht weit zu laufen, man musste schon recht deutlich am Lenker gegenhalten bzw. sich gegenlehnen damit es nicht aus der Kurve rauslief. Ich vermute das der Negativfederweg hinten nicht ganz passt, vermutlich ein bisschen zu wenig Vorspannung. Denn die Gabel ist eigentlich auf normale Werte durchgesteckt. Leider hatte ich keinen passenden Hakenschlüssel dabei. Ein Ändern der Dämpfung brachte ein bisschen was, aber schlussendlich hab ich mich einfach damit abgefunden und mich dran gewöhnt. Zum Glück hatte ich ja den SBK Lenker dran gelassen, da hatte ich zumindest genug Hebel! :)

Die Nippel an den Fussrasten sind elend lang und setzten in den letzten Turns regelmäßig rechts auf, natürlich ohne das ich je mit dem Knie am Boden war. Oder eben auch genau deswegen.

Der Motor braucht ordentlich Drehzahl damit etwas passiert, aber so ist das halt mit kleineren Hubräumen.

So eine Anti-Hopping Kupplung ist schon was feines, vor allem wenn man verlernt hat vernünftig Zwischengas zu geben. Dann hat man halt einen hüpfendes Hinterrad! Aber bei ca. 325ccm Einzelbrennraum geht das immer noch.

Im großen und ganzen war es ein sehr schöner Tag auf der Rennstrecke. Es gab nichts zu schrauben und wir haben jede Menge Kilometer zusammen bekommen.
Mein Plan, mit einem langsameren Motorrad Spaß zu haben, ist definitiv aufgegangen und der richtige! Aber ich glaube die rote Zora ist nicht das passende Motorrad dafür. Die Gabel ist nun mal leider nicht wirklich ohne tiefgreifende Maßnahmen zu verbessern. Es gibt zwar Kartuschen die man einbauen kann, dann hat man aber immer noch die Bremsen die nicht so super sind. Tauscht man die komplette Gabel, gibt es bessere Bremsen aber dann braucht man auch schon wieder ein neues Vorderrad etc.pp.
So richtig motiviert den Aufwand und das Geld dafür in die rote Zora zu stecken bin ich nicht.

Ich werde also die gute wieder auf StVO zurück bauen, im Frühjahr noch einen kleinen Service und TÜV machen und dann wird sie verkauft. Auch wenn ich viele schöne Momente mit Ihr erlebt habe, ich glaube es ist Zeit sich zu trennen.

Falls also jemand jemanden kennt der eine SV650A aus dem Jahr 2007 kaufen möchte die wirklich ein total feines Landstraßenmotorrad ist, kann er sich gerne bei mir melden!

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Im vergangenen Jahr war ja ursprünglich der Plan das die rote Zora mit der besten Ehefrau von allen zum Twins meets Classics bewegt wird, der Plan wurde ja von meinem grandiosen Schlüsselbeinbruch beim Built not Bought vereitelt und so stand Zora mehr oder weniger seit meinen Vorbereitungen nur rum.

Eigentlich wäre jetzt irgendwann mal TÜV dran gewesen, aber auch die StVO Teile habe ich nicht wieder angeschraubt seit dem. Die niegelnagelneuen Reifen die ich aufgezogen hatte haben quasi keinen km gesehen.

Da mich seit einer Weile die Idee beschäftigt mal mit einem langsameren Motorrad auf die Strecke zu gehen, schaue ich immer mal wieder in die üblichen Verkaufsportale und hatte jetzt vor kurzem eine rennfertige KTM RC390 in CUP-Spec gesehen und war schon beinahe dran diese zu kaufen. Aber dann dachte ich das ja eine Monster 600 auch deutlich langsamer ist und dann viel jemandem ein “Du hast da doch noch eine SV stehen!”. Richtig.

Also ist der Plan, die rote Zora soll nun doch endlich mal auf die Rennstrecke. Nun eben mit mir. Am 9. September wollen wir noch einen Tag am STC verbringen, das wäre passend. Irgendwie hab ich gerade den Drang alle meine motorisierten Zweiräder mal wieder in Bewegung zu setzen.

Nun hat aber leider die Dame scheinbar ein paar Standschäden entwickelt. Die Gabel klackerte beim einfedern, der linke Gabelholm sifft eventuell und das Hinterrad macht komische rubbelnde Geräusche aus Richtung Kugellager. Diese Punkte müssen, auch für etwaigen TÜV, zuerst mal angegangen werden.

Die Gabel hatte ich eigentlich vor dem TmC Plan geserviced und ich bin mir sicher, damals klackerte sie noch nicht! Leider hab ich damals die Simmerring nicht gleich mit getauscht, damals waren die auch noch dicht.

Nun hab ich erstmal geschaut wo das klackern eigentlich her kommt. Es klang als ob die Feder von innen beim Einfedern gegen den Holm dengelt. Also Holm aufgemacht. Als erstes viel mir die gekürzte Vorspannhülse auf. Die hatte ich damals eher schlecht als recht einfach mit der Säge gekürzt. Ganz gerade war das nicht geworden, bessere Lösungen hatte ich damals aber nicht parat. Aber nun hab ich ja eine Drehbank! Kurzerhand eingespannt, abgedreht, gerade! Fein.
Holm wieder zu. Klackert immernoch. :(

Also doch den ganzen Holm ausgebaut, Öl raus, Feder raus, Dämpfermodule raus. Hmm nix weiter drin. Nur die Top-Out Feder klackert. Aber das ist normal. Also alles wieder zusammen gebaut und siehe da: Klackern ist weg! Hä?!

Ich hab keine Ahnung was in dem Holm geklackert hat, noch warum es erst mit der Zeit kam und wieso es jetzt weg ist. Aber gut.

Jetzt also Rubbelndes Hinterrad. Mein Verdacht ist das eines der Kugellager jetzt halt hinüber ist. Also das Hinterrad ausgebaut und die Lager betrachtet. Alle noch prima?! Rad wieder eingebaut und weg war das Geräusch! Hä?!

Ich steh ja nicht so aus unklare Dinge, vor allem nicht wenn das zwei Mal passiert!

Jetzt warte ich jedenfalls auf neue Simmerringe und dann nehme ich die Gabel noch einmal auseinander. Ich hoffe das ist nicht wieder so ein Akt wie letztes Mal.
Mein Plan noch Stummel zu verbauen habe ich auf Eis gelegt, dazu müsste der ganze Lampenhalter an der Front weg, das ist mir zu viel Aktion jetzt vor dem Termin.

Wenn das Fahrwerk wieder okay ist, fahr ich die Zora so auf der Strecke wie sie ist und dann schau ich mal ob mir das was gibt. Wenn nicht überlege ich dann im Frühling TÜV zu machen und die rote Zora tatsächlich zu verkaufen. Denn auch sie, wie die Monster, steht bei mir leider nur rum und Motorräder die man fährt, können kaputt gehen. Motorräder die man nicht fährt, gehen garantiert kaputt!

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Letztes Wochenende hab ich mich mal daran gemacht die geräuberte Kupplungspumpe an der Monster wieder anzubauen, denn auf meinem Plan stand nichts geringeres als TÜV bekommen! Der war schon vor knapp einem Jahr abgelaufen!

Allerdings hab ich nicht die originale der Monster wieder vom Admiral abgebaut, sondern meine inzwischen erworbene Ersatzpumpe einer Streetfighter benutzt. Ist ja das gleiche Teil, bis auf die Farbe und den Bremsflüssigkeitsbehälter der Streetfighter.

Dann hab ich noch die originale Ölkühlerverkleidung wieder angebaut und natürlich musste ich mir Ersatzschrauben zusammenkramen, weil ich scheinbar die Originalen verbummelt habe. Eigentlich hab ich einen Kasten, da sind alle Originalschrauben und Kleinteile die ich je von der Monster abgebaut habe drinne. Aber diese Schrauben: Fehlanzeige.

Dann noch schnell die 4 Jahre alten K3 aufgepumpt, 7l Sprit nachgekippt (War noch von Most übrig) und dann konnte ich sehr erfreut feststellen das die 7,5Ah LiFePo4 Batterie scheinbar auch bei 12,5V noch genug Omph hat um den dicken Zweizylinder anzuwerfen! Alles bereit zum TÜV! Viel mehr musste ich ja nicht machen, der letzte TÜV Besuch war ja quasi vor ca. 150km. :(

Ja wirklich, ich bin seit dem letzten TÜV Besuch vor 3 Jahren ganze 150 km gefahren! Übel. Sehr übel.

Die Woche war es dann jedenfalls so weit, auf 10km sehr geilem direkten Umweg zur GTÜ gefahren, dem sehr netten Prüfer meine Papiere in die Hand gedrückt und 77 EUR später hatte die gute wieder eine frische Plakette!

So und warum der ganze Aufwand? Was hat er vor? Tourenfahrten? Verkaufen? Nope! Tatsächlich will ich mit der Monster mal wieder auf die Renne. “Hä?!” werden sich jetzt einige fragen, “du hast doch da diesen Rennhobel!”. Ja, stimmt schon. Aber es gibt zwei Gründe dafür.

Erstens überlegen wir nächstes Jahr mal auf den Sachsenring zu fahren und am Sachsenring gelten fiese Auflagen wie “Originalschalldämpfer” und “Originalairbox”. Naja und was soll am Admiral ein Originalauspuff sein? 999? Airbox gibt es auch keine! Das wird also mit dem Admiral nix, leider.
Hier kommt die Monster ins Spiel, Airbox alles stock, Auspuff auch schnell auf Original umgebaut!
Dann würde ich ausserdem gerne mal gucken wie sich die Monster fährt, so im Vergleich zum Admiral. Was ist besser, was ist schlechter. Quasi als Abgleich. Was auf jeden Fall schon mal bei der Monster sehr fein ist, ist die Motorabstimmung. Ein richtig geiler Landstraßenmotor. Ich hab mich sehr gefreut unterm Helm auf den paar Kilometern zur GTÜ!

Bisschen was Umbauen an der Monster werd ich auf jeden Fall für den Renstreckenbesuch und auch ein paar Service Items sind vorher dran, wiedersehen mit alten Bekannten sozusagen! Ick freu mir!

Wenn das dann alles gelaufen ist sehe ich wie es weiter geht mit der Monster. Noch mal so lange rumstehen soll sie nicht, aber auf der Straße fahren werde ich sie auch nicht mehr. Verkaufen (hat ja jetzt TÜV) oder anderweitig fahren? Mal sehen.

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Most! Vor zwei Jahren war ich hier das letzte mal und es war sofort klar, hier komme ich mal wieder hin!

Unser Aufenthalt in der Pension wurde leider kurzfristig von der Vermieterin abgesagt, aber glücklicherweise wurde der Bus von Axel tatsächlich ca. 1 Woche vor Termin doch repariert und so konnten wir entspannt in selbigen nach Tschechien reisen.

Die Fahrt war wie immer lang, das letzte Stück wieder über die alte Schmugglerroute durch die Berge um sich die Autobahnmaut zu sparen. Aber wir waren sogar deutlich vor dem Einlass ins Fahrerlager um 19 Uhr vor Ort. Steht man halt vor der Schranke rum, quatscht mit den anderen Verstrahlten und dann sieht man Gesichter von Menschen die man das letzte mal vor ca. 4 Jahren gesehen hat! Strahlten mich doch dort glatt Eva und Werner an, die hatte ich das letzte mal in Groß Dölln beim Kurvenrausch 2014 getroffen, was für eine Freude die beiden wieder zu sehen!

Andreas war auch mal wieder mit von der Partie und bei Thorsten hatte sich beim TmC dieses Jahr zufällig rausgestellt das er auch in Most ist.
Zusammen hatten wir uns eine Box gegönnt, mit Option auf noch zwei weitere Untermieter die aber irgendwie nicht auftauchten. Machte aber nichts, zu viert in der Box hatten wir jede Menge Platz und jeder konnte sich schön ausbreiten!

Wir waren ja mit Alteisen Training e.V. vor Ort, einem lustigen kleinen Veranstalter der es sich zur Aufgabe gemacht hat den ganzen Verstrahlten jenseits der Panigales, S1000RR und sonstigen 1000er Japaner einen Event zur gepflegten Benzinverbrennung zu schaffen. Das machen Karsten und seine Truppe auch hervorragend und die Teilnehmer haben dementsprechend auch alle den Nagel an der passenden Stelle im Kopf! :)
Das Fahrerlager bestand also, bisschen wie bei Twins meets Classics und Built not Bought, zumeist als älterem und sehr altem Gerät das von seinen Fahrern dann aber durchaus artgerecht gescheucht wurde.
Wobei sie da jetzt auch nicht total dogmatisch sind bei den Fahrgeräten welche die Leute mitbringen. Wer sich benehmen kann und tolerant ist, der darf auch mit einer 1299 Panigale R Final Edition mit fahren.. ist ja quasi auch das alte Eisen vom letzten Jahr. ;)

Das Wetter war am ersten Tag dem Sommer 2018 entsprechend, 35°C in der Box, 50°C Asphalt (beides gemessen)! Schön zu sehen das trotzdem die Öltemperatur beim Fahren konstant bei ca. 105-107°C blieb. Beim ausrollen in die Boxengasse dann 110°C. Also absolut im Rahmen! Eine Benelli Tornado hatte scheinbar mehr mit der Hitze zu kämpfen und spuckte fröhlich ihr Kühlwasser aus. Auch die Pani FE hatte so ihre technischen Probleme.

So ganz ohne ist der Admiral (Ja, ich hab mein Motorrad jetzt mal getauft!) aber auch nicht davon gekommen. Die ersten drei Turns verliefen problemlos, der Motor lief sogar dank offener Eater deutlich spritziger als noch am STC und drehte oben raus auch deutlich besser raus. Einzig der Hinterreifen hatte kein schönes Bild, riss er doch auf der linken Seite ein wenig auf wobei die rechte völlig okay aussah?!
Meine Vermutung bisher: Most ist ein rechts-lastiger Kurs, wobei die vorhandenen Linkskurven eher sehr schnelle mit viel Gas sind. Ich vermute das bei dem ganzen rechtsrum gefahre die linke Seite ein wenig abkühlt und dann mit maximalem Drehmoment belastet wird, zumal bei 50°C Asphalttemperatur. Hinzu kommt das ich hinten die Medium Mischung des Pirelli Superbike fuhr, denn nur die gibts in 180/55 und selbige ist eher nur so bis 50°C Asphalttemperatur empfohlen. Am zweiten Tag erholte sich er Reifen dann auch ein Stück weit.. bei deutlich weniger Temperatur!

Nach der Mittagspause, scheinbar war es noch heisser geworden, fing in der vorletzten Runde die Kupplung bei 6-7.000rpm an zu rutschen! Och neee, nicht schon wieder! Also die Runde ausgerollt und gerade so in die Box gerettet. Kacke!

Vor zwei Jahren, als ich das erste mal in Most war, da hatte ich auch ein Problem mit der Kupplung. Damals war mir der Simmering welcher die Kupplung zum Motor abdichtet kaputt gegangen.. natürlich befürchtete ich einen Fluch und ein ähnliches Problem! Aber so war es zum Glück nicht.
Zum total auseinander nehmen der Kupplung hatte ich erstmal keine Lust und so haben wir zumindest mal von aussen das Scheibenpaket mit Bremsenreiniger gespühlt. Was unten raus lief war relativ klar, also war es vermutlich schon mal kein Öl. Den nächsten Turn bin ich dann probeweise noch mal raus gefahren, da hingen dann schon dicke Gewitterwolken in Sichtweite am Himmel. Also noch schnell testen und siehe da, nach zwei Runden fing es langsam wieder an. Es war also Temperaturabhängig. Ich fuhr in die Box und kurz nach dem ich drinne war kam der Rest der Fahrer auch rein, es hatte angefangen zu Regnen und sollte für die restliche Fahrzeit auch nicht wieder ausreichend aufhören sondern erst nach Ende selbiger abtrocknen.

Ich konnte also entspannt Feierabend machen, die total verschwitzten Klamotten ausziehen, duschen gehen, mit den anderen was essen und dann gut erholt mich ans schrauben machen. Andreas hatte wieder seine Theorie bzgl. der drei Stahlscheiben die ich als letztes vor meiner Druckplatte in der Kupplung habe. Vermutlich werden die dann doch bei zu viel Hitze zu rutschig und eigentlich ist das auch nicht so richtig wie sie da drinne sind.


Also Kupplung aufgemacht, die mittlere der drei Stahlscheiben gegen eine Reibscheibe aus dem Fundus getauscht und mal eben durchs Fahrerlager geballert. Neutral finden geht, jedenfalls genauso schlecht wie immer, gegrippt hat die Kupplung auch, aber sie war ja inzwischen kalt und Anti-Hopping hab ich im Fahrerlager eher nicht ausprobiert. Aber gut, es machte Hoffnung für den nächsten Tag.

Nach einem Spaziergang mit Andreas, Axel, Werner und Eva fing dann der Regenguss richtig an und hörte auch bis spät in die Nacht nicht auf. Für Tag 2 waren dann auch 10°C weniger angesagt und die haben wir auch bekommen.

Beim anstellen für den ersten Turn wurde ich dann vom Tech-Inspektor rausgewunken, Lautstärkekontrolle! Auch so etwas gibt es in Most inzwischen, liegt die Strecke doch sehr nahe bei der Stadt. Das vorgegebene Limit sind 102 dB(A) und werden in 1m Abstand
bei 4500 rpm gemessen.
Ich habe den Admiral damals ja gemessen und bin mit den offenen Eatern bei 0,5m Abstand so auf ca. 105 dB(A) gekommen. Ein bisschen mulmig war mir dann schon.
Also 4500 rpm gegeben und dann klopfte mit der Inspektor freudig strahlend auf den Rücken “all is ok!! ist gut!”. Ich bekam meinen Aufkleber für die bestandene Prüfung und er zeigte mir dann noch das Ergebnis: 98,xy dB(A)! Okay, alles klar. ;)

Im Turn zeigte sich dann auch das die Kupplung erstmal funktionierte und auch das Anti-Hopping tat, wenn auch nicht so smooth wie mit den drei Stahlscheiben und vermutlich dünnerem Schreibenpaket. Auch die Turns bis zum Mittagessen funktionierte das ganze wieder Problemlos. Dann sind wir allerdings nicht weiter gefahren, weil uns ja noch eine 4h Heimreise bevor stand und wir auch ganz schön durch waren.

Im Turn vor der Mittagspause war ich auch mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs und fuhr deutlich gewollt und nicht gekonnt. Auch ein Grund es für den Tag gut sein zu lassen, denn schneller war ich dadurch nicht geworden. Am Ende blieb es bei einer 2:05, die 2:04 versaute ich mir durch einen Schaltfehler auf Start-Ziel und so konnte ich meine Zeit von vor zwei Jahren mehr oder weniger nur halten.

Ich denke also Most könnte nächstes Jahr wieder auf dem Programm stehen!

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Da wir noch ein paar von den Rennen des BnB angucken wollten. haben wir uns am Sonntag relativ früh für unsere Verhältnisse auf den Weg zum STC gemacht. So besonders schnell konnten wir ja auch nicht fahren, hatten wir doch einen Hänger gemietet um Diva und Duke von Axel mitnehmen zu können. Denn leider ist sein Bus immer noch nicht wieder heile.

Wir schlugen also zum Ende der MIttagspause auf und konnten uns sogleich das Rennen der Open Klasse anschauen in dem Rene von Rasch Moto mit fuhr. Das Qualifying am Vortag musste leider wegen sintflutartigen Regenguss ausfallen und so wurde wohl die Warm-Up Lap als Zufallsverteilung auf die Positionen genutzt.

Rene setzte sich bequem auf die Pole Position, auf der er das Rennen eigentlich problemlos auch hätte beenden können. Aber leider wusste er ja nicht, dass er nach dem Start schon einen echt großen Vorsprung rausgefahren hatte und so gab er alles. Das führte dazu das ihm in der Kehre vor Start-Ziel das Vorderrad wegrutschte, er sich lang machte und gegen die Mauer zur Boxengasse rutschte.
Aber davon lies er sich nicht abhalten, stand auf, stellte das Mopped wieder hin und fuhr weiter! Wahnsinn!

Er ist dann tatsächlich durch das Feld gepflügt und hat immerhin noch den 2. Platz geschafft. Respekt!

Die restlichen Rennen haben wir dann teilweise auch noch geschaut und dann nach dem Ende des BnB konnten wir auch endlich unser Gespann ins Fahrerlager holen und aufbauen.

Bei der technischen Abnahme gab es dann mal wieder ob der Lautstärke ein bisschen Diskussion.. weil neben einem Tisch messen ein bisschen das Ergebnis verfälscht. Am Ende schaffte das Gerät dann aber doch die gewünschten 98dB(A). Bin ja nun auch nicht das erste mal am STC mit dem Motorrad, Ich weiss ja inzwischen das es passt. :)

Der Rest des Abends war dann entspanntes Quatschen mit Axel, Andreas und Matze.

Der Morgen begann dann gleich mit Sonne satt und Fahrerbesprechung. Da wir in der roten Gruppe fuhren (“schnelle” Freifahrer) waren wir gleich im Anschluss mit unserem ersten Turn dran. Also schnell in die Kombi quetschen und aufs Mopped.

Als ich dann aus der Boxengasse raus fuhr und das erste Mal ordentlich Gas gab stellte ich dann fest das meine Kupplung rutschte. Mir blieb also erstmal nix weiter übrig als ganz langsam die erste Runde zu fahren und dann wieder raus.
Schade, hat der Nicht-Schrauben-Rekord von Groß Dölln leider keine Verlängerung erfahren. Kupplungsdeckel runter, nach der Kupplung schauen.

Nun hatte ich ja vor dem TmC noch die Kupplungspumpe getauscht, ich vermutete also einen Zusammenhang damit. Aber eigentlich war ich mit der Pumpe über den Werkstatthof zur Probe gefahren und da rutschte nix. Komisch.
Wir haben dann kurzerhand noch eine Reibscheibe ins Paket gepackt und im nächsten Turn rutschte auch nichts mehr. Leider gab es dann aber auch kein Anti-Hopping mehr, was zwar geht aber irgendwie auch nicht so geil ist.

Danach hab ich dann Matze das Problem geschildert und er meinte nur lapidar “Gar kein Anti-Hoppala? Hast du den äusseren Kupplungskern festgehalten als du die Reibscheiben getauscht hast? Wenn nicht, dann ist eine Kugel von der Rampe gefallen und hat dir, wenn du pech hast, jetzt den Kupplungskern zerdengelt”. OH NOES! ICH DEPP!

Auf einmal vielen mir alle meine Missetaten wieder ein. Hatte ich doch auch noch das Druckstangenkugellager in der Druckplatte getauscht vor dem Event! Dazu war die Kupplung auf und nein ich hatte den scheiss äusseren Korb nicht festgehalten und dabei wird wohl schon in der Werkstatt mindestens eine Kugel in der AHK, welche zwischen innerem und äusserem Korb stecken, rausgefallen sein. Danach hab ich das ganze nicht noch mal Probe gefahren.
Ohne diese eine Kugel, rutscht die Kupplung dann wohl doch einfach durch, weil die beiden Kerne zu weit zusammen kommen.

Also habe ich die Kupplung komplett zerlegt. Alles Werkzeug, bis auf ein Kupplungshaltewerkzeug, hatte ich dabei. Selbiges hatte aber zum Glück Andreas mit. Nach dem aufschrauben die Erleichterung, die roten Götter hatten erbarmen mit mir gehabt und die Stahlkugel hatte zwar ein paar Einschläge im Kern hinterlassen, aber keine der Rampen zerdengelt! Also wurde alles wieder ordentlich zusammen gebaut, aber leider dann wieder das zu dicke Scheibenpaket mit dazu! Es Anti-Hoppelte also auch die restlichen Turns des Tages nicht.
Nach dem Grillabend hab ich mich also noch mal hingesetzt und das Scheibenpaket wieder auf das korrekte Maß gebracht, welches ja sonst immer funktioniert hatte. Dieses Mal habe ich aber den äußeren Korb festgehalten! ;)
Neben den üblichen Witzchen von wegen “Ducati, da hat man immer was zu schrauben!” gab es interessanterweise auch sehr viele Leute die durchaus interessiert schauten was ich da tat und wieso und weshalb. Hatte ein bisschen was von Schauschrauben mit Lehrcharakter. :)

Nach einem weiteren Abend ging es dann wieder zum Pennen in den Bus. Doch leider war das mit dem Einschlafen schwierig und dann träumte ich die ganze Zeit von Kupplungsschraubereien.. furchtbar. Entsprechend matschig war ich am nächsten Morgen. Auch da ging es nach der Fahrerbesprechung direkt für uns los und meine Freude war echt groß als ich feststellen konnte, dass die Anti-Hopping-Kupplung wieder bestens funktionierte! Schön auch das Neutral finden scheinbar wieder tut, zumindest hatte ich beide Tage damit überhaupt kein Problem. War dann wohl doch die vergurkte Pumpe.

Endlich konnte ich mich also auf das Fahren konzentrieren, denn meine Zeiten waren eher nicht so dolle. Der Laptimer zeigte was von 1:50 an. Wo ich doch im Rennen in 2016 schon mal bei 1:41 gewesen bin. :(

Matze meinte dann in einem Krisengespräch das man mir ansehen würde das ich total verkrampft auf dem Gerät sitze und es nicht so aussieht als würde ich Spaß bei der Sache haben. Er vermutet das ich doch noch den Sturz vom letzten Jahr im Kopf habe, auch wenn ich sagen muss das die Stelle an der ich gestürzt bin jetzt keine direkte Panik bei mir auslöste.
Aber das Bremsen an sich, das war irgendwie verkrampft geworden und das hat Matze gut erkannt! Er gab mir dann ein paar hilfreiche Ratschläge mit in den nächsten Turn, wie ich mich langsam wieder ans Bremsen ran tasten sollte um wieder Vertrauen aufzubauen und was soll ich sagen, dass half! 5 Sekunden schneller! DANKE MATZE!

Freude machte sich breit und der Spaß vergrößerte sich. Dann konnte ich auch endlich wieder ein bisschen mehr Schräglage fahren und ich merke doch recht deutlich, meine Komfortzone was das betrifft ist kleiner geworden. Aber auch da konnte ich dran feilen und es reichte in einem Turn dann auch für eine 1:43, was immerhin meine Quali Zeit vom BnB 2016 ist.
Was mich aber beinahe noch mehr gefreut hat war, das ich es endlich geschafft habe auf diesem Motorrad mit dem Knie runter zu kommen, zumindest auf der linken Seite!
War das bei der EVO Monster am Ende überhaupt kein Thema, hatte ich das bisher mit der 2V nicht geschafft. Aber nu scheint es zu gehen, ich bin Glücklich! Auch wenn das am Ende nichts über Geschwindigkeit aussagt, ist es für mich doch ein Indiz für den Wohlfühlfaktor.

In der Mittagspause halfen wir dann noch einem Kumpel von Matze mit seiner 999… richtig, AHK tat nicht mehr! Ducati.. da hat man immer! ;)
Er hatte den Klassiker das jemand beim Zusammenbau der AHK statt mit einer Reibscheibe, mit einer Stahlscheibe angefangen hat und dann die Stahlscheibe zwischen innneren und äußerem Korb rutscht und die Kupplung permanent auskuppelt. Aber wir hatten ja alles da zum Reparieren!

Im letzten Turn war dann allerdings die Luft bei mir komplett raus und ich merkte schnell das da nichts mehr geht. Die Kondition ist einfach gerade nicht vorhanden.
Zeit fürs zusammen packen!

Danke auch an Fatma und Micha so wie allen anderen Helfern die nicht nur das TmC sehr gemütlich halten, sondern sich auch die volle Kante an Arbeit mit dem BnB machen!

In 9 Wochen oder so geht es nach Most, mit Alteisen Training. Yeah!

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Dieses Wochenende war es so weit, das erste Mal auf die Piste für 2018. Gebucht haben wir Groß Dölln mit MotoMonster. Groß Dölln ist ja immer wieder eine Reise wert und so war das Fahrerlager dann am frühen Abend auch schon extrem voll. Die Veranstaltung komplett ausgebucht für beide Tage! Gleich vorneweg, MotoMonster macht das auch hervorragend von der Organisation, Hut ab!

Ich war mit meinem Bus gefahren und unserem Gerümpel, Axel auf seiner neuen Duke 990 und Andreas und ein Freund von ihm stiess auch noch zu uns. Auch Rene von Rasch Moto war netterweise mit seinen beiden Demons vor Ort! Die Abende konnten also in netter Gesellschaft schon mal prima werden!

Die erste Aufgabe lautete Anmeldung und Abnahme. Letztere gestaltete sich spannend, denn zuerst wurde versucht mein Motorrad mit der Nenndrehzahl zu messen die auf dem Typenschild steht. Da das Typenschild aber von einer 749 stammt… zum Glück sieht mein Motorrad nun aber umgebaut genug aus und meine Erklärung leuchtete ein, hinzu kam das dann noch ein mir bekannter Instruktor vorbei kam der auch oft beim BnB und Kurvenrausch mitfährt, so konnte die Sache schnell geklärt werden und ich schaffte auch Problemlos das entsprechende Limit. Hätte mich auch gewundert, funktioniert beim STC ja auch immer und gemessen hab ich ja selbst auch schon.

Danach konnte also entspannt der Wagenburgbau beginnen und der komplette Abend verquatscht werden.

Die Nacht im Bus war okay, die Matratze für mich einen Tick zu weich aber die Luftheizung an meinem Bus ist wirklich hervorragend. Wird schön schnell warm im Bus.

Der Morgen ging dann wie üblich mit Fahrerbesprechung los, die Sonne kitzelte während selbiger auch schon an unseren Nasen. Es versprach ein herrlicher Tag zu werden!

Eingeteilt hatten Axel und ich uns in der Grünen Gruppe, also die gemütlichsten Fahrer. Die Einteilung passte aber dann auch ganz gut, denn das Niveau der anwesenden Fahrer war wirklich hoch. Die Strecke kannten wir nur Teilweise. Die vier Teile von Groß Dölln, A, B, C und D bin ich als A+B 2014 das letzte mal gefahren und A+B+C letztes Jahr im Sommer nach meinem Sturz mit der Hyper von Axel. Den Abschnitt D kannten wir beide noch nicht und in Kombination mit den anderen sowieso nicht.

Was mir auch unklar war, wird die Kiste funktionieren? Mit den ganzen Umbauten vom Winter, also anderer Gabelbrücke mit verstellbarem Offset, anderen Stummeln und dem Umbau der Frontverkleidung waren doch etliche Schrauben gelöst, getauscht und vor allem hoffentlich auch wieder festgezogen worden!
Man geht ja gewissenhaft vor und versucht alles genau zu machen, aber so eine Restangst bleibt eben doch. Man ist sich nicht 100% sicher ob alles wieder so zusammen ist wie es soll. :)
Dazu hab ich das Motorrad auch seit dem Sturz und dem Schlüsselbeinbruch beim BnB 2017 nicht mehr bewegt, ausser mal kurz über den Platz bei der Werkstatt.
Und wie ist es mit mir, kann ich das noch mit dem Motorradfahren auf der Piste oder generell? Zwar war ich mit Axel ja letzten August noch in Groß Dölln um dort jegliche Angst wegzufahren, aber dort bin ich ja auch relativ verhalten unterwegs gewesen.. komplett anderes Motorrad, nicht mein Motorrad etc.pp.

So rollte ich dann mit gespannten aber durchaus gemischten Gefühlen um 10 Uhr zum ersten Turn. Zum Glück musste ich mich aber auf die Strecke konzentrieren die so gar nicht in meinem Kopf war, als das ich mich über irgendwelche technischen Sachen Gedanken machen konnte und so rollte ich doch recht behäbig durch den Turn und war danach auch total fertig.
Also eigentlich alles wie immer. Nach dem ersten Turn komme ich meistens rein und denke mir “Ach du Kacke, wie soll das denn je was werden?!”

Aber schon im zweiten Turn ging es deutlich besser und machte vor allem auch wieder Spaß! Was ich aber merkte war, ich brauch mal jemanden der voraus fährt und mir zeigt wo es so ungefähr lang geht. Also hab ich mir kurzerhand für den Turn nach der Mittagspause einen Einzelinstruktor gebucht. Da ich keinen von denen kannte, war es auch relativ egal welchen ich nahm. Ene mene muh!

Kurz mit dem Herren in der Mittagspause alles bequatscht und dann zum Struckiturn raus, mit gelbem Leibchen! :D
Er vorne weg und versuchen dran zu bleiben. Er macht durch schöne Zeichen darauf aufmerksam wo die markanten Punkte auf der Strecke sind und wo und wie es langzugehen hatte. Prima! Kann ich immer wieder empfehlen so etwas.
Bei der Nachbesprechung erklärte ich ihm dann was ich von der Linie verstanden hatte und er gab mir noch ein paar Tipps und Aufgaben mit. Wie immer war auch “mehr mit dem Oberkörper arbeiten” dabei, ich weiss nicht ob ich das noch irgendwann hinbekommen werde!

Aber schon der erste Turn nach dem Struckiturn zeigte erste Aha-Erfolge und war gleich mal 4 Sekunden besser der dritte Turn vor dem Mittagessen und war dann aber auch der beste Turn des Tages.

Am Abend gab es lecker Fleisch von dem Grillmeister der auch immer bei BnB und TmC aktiv ist und dann noch einen Streckenspaziergang mit zwei Instruktoren. Dieser war noch mal sehr erhellend, die Sachen die dort zur Sprache kamen wollte ich unbedingt am nächsten Tag ausprobieren!

Nach eine so lala Nacht war dann am nächsten Morgen der Muskelkater erst mal groß! Vor allem die Schultern hatten es schwer, auch die Seite mit dem Schlüsselbeinbruch. Aber immerhin muss ich sagen, die Titanplatte in der Schulter hat mich quasi nicht beeinträchtigt. Das finde ich sehr gut! Auch wenn der erste Turn des Tages immer nicht so dolle ist, es ging deutlich besser als am Vortag.

Im Laufe des Tages wurden die Rundenzeiten dann auch immer besser, was im vorletzten Turn (den letzten liessen wir aus) dann noch in ein herrliches Finale endete und ich immerhin auf eine 2:49,12 laut Laptimer kam. Das sind immerhin über neun Sekunden schneller als der zweite Turn am ersten Tag. Ich bin damit zufrieden und denke da kann man gut drauf aufbauen wenn man mal wieder alle vier Abschnitte in Groß Dölln fährt.

Auch das Motorrad lief wunderbar, kein Verlust von irgendwelchen Schrauben, keine Aussetzer oder sonstigen technischen Probleme! Dampf war immer vorhanden im Kessel und das Fahrwerk ist wirklich super. Lenkt hervorragend ein und vermittelt in Schräglage aber eine super Sicherheit!
Auch bei den anderen gab es keinerlei technischen Ausfall, die Kiste mit dem Werkzeug blieb die kompletten zwei Tage im Bus stehen. So soll das sein!

In ca. sechs Wochen geht es dann an den Spreewaldring. Dieses Jahr nicht zum BnB, das passt mir dieses Jahr nicht so in den Kram. Aber gleich danach ist das Twins meets Classics und da werde ich mitfahren.

Abschliessend muss ich sagen, so nach dem Sturz letztes Jahr und den verbundenen Schmerzen.. Moppedfahren macht weiterhin Spaß und zwar doll! Ich freu mich!

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