Ich hab mal die Kupplungspumpe von Krümel zerlegt um zu gucken was da eigentlich los ist. Davon abgesehen das natürlich alles total vermockt da drinne ist, war der Übeltäter relativ schnell ersichtlich. Die Rückholfeder hat sich entzweit und auch wenn zwei oft besser sind als eins, war sie dann halt ein bisschen zu kurz. :)

Sollte sich also mit einem Reparatursatz beheben lassen. Aber…

Ich hab da ja noch aus dem Admiral eine Semi-Radial PR15 Kupplungspumpe rumliegen die damals nicht mehr ganz tat was sie sollte… kurzerhand habe ich sie zerlegt und auch dort kam jede Menge Schmotter raus. Mir war dann aber auch schnell wieder klar was das Problem damals war, es floss keine Flüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter nach, weswegen die Pumpe quasi Vakuum zog und nicht richtig funktionierte. Jetzt habe ich mit Bremsenreiniger, Draht und Druckluft den Nachlauf frei gemacht, jetzt sollte sie wieder funktionieren. Für beide Pumpen hab ich jetzt Rep-Sätze geordert, dann sind die beide wieder fein.

Manchmal ergattert man ja echte Schnapper ohne das man vorher weiss das dem so ist. Als wir Mitte Juli den STC Trackday buchten, dachten wir das wir mit dem Frühbucherrabatt schon einen guten Schnitt gemacht hätten. Für wenig Geld zwei Tage im Kreis fahren, da konnten uns auch die neu eingeführten Gebühren für die Übernachtung im Fahrerlager nicht schocken und ich buchte gleich noch einen Instruktorturn dazu.

Das wir dann aber soviel Fahrzeit an diesen zwei Tagen haben sollten, dass wir mit quasi leeren Benzinkanistern nach Hause fahren würden, ahnten wir da noch nicht.

Somewhere under the Rainbow..

Freitag Nachmittag beluden wir beide Kleinbusse mit jeweils zwei Motorrädern und allem Krempel den man so braucht, einpacken eine Stunde, Anfahrt noch mal soviel und dann Standen wir kurz vor 18 Uhr im Fahrerlager während die vorherige Veranstaltung noch den letzten Turn fuhr und dann zusammen packte während wir unser kleines Lager aufschlugen. Das Wetter war okay, es war aber für den Abend und den kommenden Vormittag Regen angesagt, viel davon gesehen haben wir dann aber nicht. Ausser uns war nur noch ein weiteres Trüppchen über Nacht im Fahrerlager, sonst war alles leer.

Nach unkomplizierter Lautstärkeüberprüfung der Motorräder am Morgen ging es in eine kurze und knappe Fahrerbesprechung, Corona-Abstandsregeln etc.pp. und die Erkenntnis das relativ wenig Fahrer gebucht haben und der Einfachheit halber je 15 Minuten die Autos und dann 15 Minuten Motorräder dran sind. Ergo, von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, jede Stunden zweimal für 15 Minuten fahren! 14 Turns oder 3,5 h mögliche Fahrzeit an einem Tag! War der Preis für das Wochenende schon günstig, war das jetzt die Ansage zum Schnapper.

Da war es dann auch kein Problem das die Strecke im ersten Turn vom einsetzenden Regen nass wurde und wir ihn ausfallen liessen. Den zweiten Turn schaute sich Axel auf Straßenreifen dann genauer an und gab grünes Licht, die Strecke war schon wieder , auch dank der Autos, trocken. Ich konnte mich also auf Krümel schwingen und angasen. Die ersten paar Turns ging das eher schlecht als recht, ich hatte Probleme in den Rechtskurven.. doof auf einem Kurs der in diese Richtung geht! Ich vermute vielleicht spielt der Crash beim letzten Besuch eine kleine Rolle. Mein Instruktorturn war für nach der Mittagspause gebucht und Peer klärte kurz ab was wir machen wollen. Rechtskurven aka Körperhaltung, Linie! Ich zwei Runden vor, dann anhalten in Kurzanbindung, quatschen und dann turnt er vor, dann wieder Wechsel. Stellt sich raus, Bewegung auf dem Motorrad ist überhaupt kein Problem, auch Rechtskurve sah er kein Problem. Omega zB. fuhr ich super. Von daher war nur Linie nötig und er zeigte mir ein paar Stellen wo ich abkürzen konnte, was mir ein paar Aha-Erlebnisse verschaffte und mir ein paar Hausaufgaben einbrachte.

Einen Turn später stellte sich dann an Krümel ein kleiner Defekt ein. Scheinbar geht der Kolben der Kupplungspumpe nicht mehr ganz zurück, was zwar nicht sofort dafür sorgt das die Kupplung nicht mehr einkuppelt, aber immerhin schlackert der Hebel blöd in der Gegend herum. Doof. Ich fand, dass es nun an der Zeit wäre auf den Admiral zu steigen, auf dem ich seit meinem Crash Ende letzten Jahres nicht mehr gesessen hatte. Vorsorglich hatte ich vor der Mittagspause dort schon die Reifenwärmer aufgezogen und konnte somit im nächsten Turn gleich raus.

Ungewohnt war der Umstieg von Krümel auf den Admiral, alles so leichtgängig irgendwie, Sitzposition viel weiter oben. Ich schlich erstmal ein bisschen durch die Gegend. Auf der ersten kurzen Geraden mal am Kabel gezogen.. wow, das Ding geht los und vor allem spaziert es so mühelos durchs Drehzahlband und dann noch Quickshifter. Cool! Ein paar Runden konnte ich drehen aber dann wurde das Motorrad auf einmal sehr sehr sehr laut! Was war da los?! Wieder Verschlussschraube von einem Lambdastutzen verloren wie beim allerersten Rollout damals? Ne die sind gesichert, dass kann es nicht sein. Also fuhr ich ein bisschen weiter und hielt dann in der Kurzanbindung um dort festzustellen das der Admiral die Endkappe des unteren Endtopfes abgeworfen hatte inkl. der gesamten Dämmwolle! Oha! Der Turn wurde dann auch abgebrochen und ich schlich langsam mit einem Mörderlärm ins Fahrerlager zurück. Die Jungs mit dem Schandkarren sammelten die Dämmwolle und die Endkappe ein und damit war das Fahren mit dem Admiral gelaufen, denn einen Nietzange nebst Dämmwolle hatten wir nicht dabei. Schade! Ich nehme an das der Endtopf beim Sturz ordentlich eins abbekommen hat, er hatte ja auch ein paar Dellen, und die Nieten vermutlich nicht mehr okay waren. Der Staudruck mit leisem dB-Eater tat dann den Rest.

So widmete ich mich der Kupplungspumpe von Krümel und konnte den Kolben wieder komplett raus bekommen, er blieb aber nach einem Turn wieder stecken. Die Kupplung funktionierte zwar auch so eigentlich, aber ein wenig hatte ich das Gefühl das sie bei hohen Drehzahlen eben doch nicht mehr komplett griff. Aber da war der Tag dann auch schon mehr oder weniger rum und mein Plan war in einer kurzen OP die Pumpe vom Admiral an Krümel zu verpflanzen, Ducati-Baukasten sei Dank! Zwischen Essen Kochen und Bierchen auf der Kartbahn trinken gehen war das dann auch schnell erledigt.

Der kommende Tag versprach sonniger zu werden, die Nacht war aber sehr kalt im Bus. Gut ist wer eine zusätzliche Decke dabei hat, wenn er zu faul ist die Standheizung anzuwerfen. Die Nacht über waren wieder nur wir und die andere Truppe im Fahrerlager, alle anderen waren wohl alle Tagesgäste gewesen oder übernachteten außerhalb. Dementsprechend reisten am Morgen wieder neue Leute an, darunter ein Trupp von drei jungen Herren mit ihren Straßenmopeds im Sprinter, die dann die gute Statistik von null Stürzen am ersten Tag vollkommen zunichte machten. Zwei dieser Herren zusammen brachten es auf nicht weniger als 5 Stürze! Das muss man auch erstmal schaffen, auf nachfragen was sie denn da treiben war die leicht flapsige Antwort: “Das ist halt Leben am Limit”! Da fällt einem echt nix mehr ein.. und alle anderen Anwesenden im Fahrerlager konnten nur mit dem Kopf schütteln.

Die viele Fahrzeit nutzte ich zum ausprobieren aller möglichen Dinge, von Fussstellung in den Kurven, zu Blickführung und Linie. Es war so viel Fahrzeit möglich, dass man sich für alles seine Zeit nehmen konnte, genial. Einen Turn lief ich dann recht am Anfang auf Otti von Rennleder auf die auch mit so einem untermotorisierten Gerät im Kreis fährt, welches Krümel auf der Geraden nicht einfach so im Standgas abhängt. Da gab es dann ein paar prima Runden hinter ihr her bis ich mich doch mit ein wenig mehr Schwung vorbei drücken konnte. Die Runde erzeugte dann auch die beste des Wochenendes mit 1:42.8 und das alles ohne großes Gekrampfe und mit Reserve. Und damit war dann auch das Ziel des Wochenendes erreicht, neue Bestzeit (mit Krümel), Reserven geschaffen und trotz der vielen Fahrzeit doch relativ entspannt geblieben.

Für die vier Wochen bis zum Termin in Groß Dölln steht jetzt natürlich ein bisschen was auf der To-Do für die Werkstatt. Vor allem die Situation mit der Kupplungspumpe muss ich lösen. Ich glaube aber ich habe noch eine Pumpe rumliegen. Der Endtopf vom Admiral muss ich natürlich flicken, ich hab aber in den Kleinanzeigen schon einen günstigen neuwertigen Topf geschossen und spare mir das ekelige Stopfen mit Dämmwolle, das piekt immer elend. Achja und einen hinteren Reifenwärmer muss ich einschicken, der wärmt leider nicht mehr.

Ein Motorrad ist ja an sich schon ein relativ instabiles Fahrgerät, zwei Räder.. das kippt von alleine immer sofort um. Ausser man bewegt es, dann helfen die Kreiselkräfte der Räder es zu stabilisieren. Aber wenn man jetzt den Radstand halbiert und die Räder nur halb so groß ausführt.. was hat man dann? Richtig, ein Pitbike!

Bei HPS-Racing hatten wir uns einen Nachmittag und Abend mit Leihbikes auf dem Templiner Ring eingebucht. Pitbikes haben wir ja nicht selbst und zum ausprobieren ist das ja ideal. Auch mal ganz nett den Bus nicht komplett voll zu laden, sondern quasi nur Klamotten und Wohlfühlkram. Weit ist es bis zum Termpliner Ring vom norden Berlins ja nicht, bisschen über einer Stunde und wir waren vor Ort.

Nach der Anmeldung gab es dann das persönliche Pitbike zugeteilt, alles Chinakracher mit ca. 120ccm, 4-Gang (N,1,2,3,4) und Kickstarter. Wahnwitzige 72kg bringt so ein Gerät auf die Waage. Dann noch eine flotte Streckenbegehung über den Ring, welcher ja eigentlich eine Kartbahn ist, aber man kann auch Supermoto oder eben Pitbike dort fahren. Die Karts fahren rechts rum, die Zweiräder in die andere Richtung. Wegen des verschiedenen Gummiabriebs.

Dann hiess es rein in die Lederpelle und mal im trockenen auf dem Bike zur Probe sitzen. Viel Platz ist auf so einem kleinen Bike wirklich nicht, der Lenker relativ breit und die Sitzbank sehr schmal. Der Tank ist quasi kaum vorhanden. Die Rasten sind eher Cross-mäßig ausgelegt. Man wird sehen wie man sich darauf sortiert.

Den Motor warfen dann praktischerweise die Schrauber von HPS für einen an, man konnte sich also MotoGP mäßig auf das laufende Motorrad schwingen und direkt raus fahren. Auf den ersten Metern merkt man dann erst mal wie instabil diese Pitbikes sind, jedes Geeier was der Fahrer oben drauf, welcher sehr wahrscheinlich schwerer ist als das Moped selbst, veranstaltet wird vom Bike sofort mit Bewegung im Fahrwerk quittiert. Beinschluss am Tank nicht okay, eiereiereier inkl. wackeln am Lenker. In der Kurve nicht genug Gas, wobelwobelwobel. Beim Umsetzen unbeabsichtigt leicht am Lenker gezogen, wooohoo.

Was jetzt auf den ersten Moment auf dem Gerät einem ein ungläubiges “Was zum Donnerwetter ist das denn, wer macht denn so was?!” entlockt und wie ein furchtbar zu fahrendes Gerät klingt, erzeugt dann nach ein paar Runden ein kindliches Kichern unter dem Helm und nach ein paar Turns entpuppt es sich als ein wunderbares Trainingsgerät. Denn gerade weil dieser komische Haufen mit zwei Rädern quasi alles gnadenlos sofort kommentiert und bestraft was man auf ihm anstellt, kann und muss man sehr schnell an seiner Fahrweise arbeiten. Hinzu kommt das man auf so einer kurzem Kartbahn extrem oft an der gleichen Stelle vorbei kommt und somit auch viele Gelegenheiten hat zu arbeiten.

Wir haben das fleissig den ganzen Nachmittag getan, nach den 20 Minuten Turns ist man ordentlich im Eimer. Bis zu letzt hatte ich nicht das Gefühl mit dem Gerät irgendwie schnell unterwegs gewesen zu sein. Aber immerhin muss ich schneller geworden sein, denn zum Schluss wurde ich von niemandem mehr überrundet, sondern nur noch von 50% der Fahrer einmal überholt. ;)

So rechtes Vertrauen in die Schräglage wollte sich bis zum Schluss nicht einstellen, auch wenn links rum das Knie gerne mal auf den Boden kam, rechts rum war zumindest in den 180° Kehren komplettes Geeier. Ich bin alles im 3. Gang gefahren, war aber regelmäßig nach den Kurven so viel zu langsam das der Motor kaum Vortrieb brachte. Zum Schalten war nicht genug Kapazität im Kopf frei, der war komplett mit dem restlichen Fahren beschäftigt. Es war ein bisschen als ob man noch mal als blutiger Anfänger auf der Renne anfängt, nur das man schon relativ genau weiss wo es hapert und wie eine Linie funktioniert. Ein weiterer Tag hätte es bestimmt noch mal ordentlich was gebracht.

Aber es war eben nur ein Tag drin. Immerhin gab es zum Abschluss noch zwei Turns unter Flutlicht. Klares Visier war nötig, die Mopeds bekamen rote LED Rücklichter angeschraubt und dann ging es in der Abenddämmerung raus. Da ging das ganz für mich noch, auch wenn es immer schwieriger wurde die Orientierungspunkte zu finden. Dann zum zweiten Flutlichtturn hatte ich mir schon gesagt “wenn du das Gefühl hast nur noch zu raten wo du bist, fahr raus!”, und so kam es dann auch. Eine Runde gedreht und quasi nichts mehr gesehen, also raus gefahren. Das wäre sonst schief gegangen, ich und im Dunkeln gucken ist keine gute Kombination.. halb Nachtblind wie ich bin.

Aber die Erfahrung war spannend und interessant. Axel hat den letzten Turn noch voll durch gezogen und fand es super. Wir waren beide sehr angetan von dem rumheizen mit den kleinen Bikes und werden auf jeden Fall im Winter noch mal in einer Karthalle ein Leihbike um die Kurve scheuchen.

Auch wenn beim Besuch am Spreewaldring alle Daten vom LM-1 flöten gegangen waren, ich bin weiter an dem Thema Gemischaufbereitung interessiert. Nun trug es sich zu das ich die Vergaser von Krümel mal reinigen wollte, weil die Einstellung des Leerlaufgemisches bei beiden Vergasern so komplett unterschiedlich war. Also hab ich den Vergaser ausgebaut, zerlegt, gereinigt und neue Dichtungen geordert.

Der Zufall wollte es das auf einem Kleinanzeigen-Markt ein Set Vergaser von einer Yamaha TRX850 4TX für kleines Geld auftauchten, welches der gleiche Grundvergaser wie bei den meisten Ducati Modellen der späten Neunziger ist, der Mikuni BDST38.

Es gibt natürlich zwischen den Modellen viele Unterschiede. Die Einbaulage ist meist eine andere, die Bedüsung sowieso und noch ein paar weiter Kleinigkeiten. Aber im Grund ist es der gleiche Vergaser. Was der 4TX Vergaser jetzt hatte was ich interessant fand, war ein Throttle Position Sensor! Da der Krümel Vergaser eh ausgebreitet auf dem Tisch lag, wollte ich mal schauen ob man nicht den 4TX Vergaser so umrüsten kann um ihn in der Monster zu benutzen.

Es stellte sich raus: Ja! Aber…

Klar die Bedüsung lässt sich von einem Vergaser in den anderen Übernehmen. Das ist einfach. Aber zB. ist die Befestigung des Gaszugs am 4TX Vergaser durch seine komplett andere Einbaulage in der TRX850 eine ganz andere. Bei der Monster kommt der Gaszug von unten, durch die Schwimmerkammern, während bei der TRX der Gaszug von oben durch die Membrandosen kommt. Bedingt dadurch ist die Scheibe an welcher der Gaszug eingehängt wird auch eine komplett andere. Die Scheibe tauschen geht bestimmt, wäre jetzt aber mit noch deutlich mehr Aufwand verbunden. Aber warum nicht einfach aus zwei eins machen!? Der Vergaser an dem die Drosselklappenbetätigung ist von der Monster nehmen, den mit dem TPS von der TRX! Schon hat man einen Zwitter gebaut, Fuchs mit Brille!

Das unscheinbare schwarze Teil der Begierde befindet ganz rechts.

Es mussten noch am 4TX die Anschlüsse für die Wasserbeheizung des Vergasers abgenommen werden (den BDST38 scheint es mit drei verschiedenen Beheizungen zu geben: Wasser, Öl und Elektrisch) um die Schwimmerkammerkappen aus der Monster zu übernehmen, aber großartig viel mehr war gar nicht zu tun. Moped startete auch Problemlos mit dem Zwitter, kurz synchronisiert und mit der LM-1 hab ich den AFR wieder auf einen für den Leerlauf passenden Wert eingestellt. Nun übrigens bei beiden auf ungefähr den gleichen Wert der Stellschraube. Fein!

Der nächste Schritt bestand darin den TPS zu verkabeln. Im TRX850 Manual gibt es relativ wenig zum TPS Sensor, aber immerhin etwas zum einstellen und zum Testen des Sensors. An Hand dieser Anleitung konnte ich immerhin verifizieren das der Sensor funktioniert und auch relativ gut ableiten welche Pins an dem 3-Poligen Stecker für Masse, Spannung und Signal zuständig sind. Als Spannung bekommt der Sensor, wie so oft bei so etwas, 5V.

Stecker für den Sensor sind Sumimoto 6189-0099 / 90980-10845 die ich allerdings halbwegs brauchbar nur in UK gefunden habe. Mit den Steckern hab ich dann zuerst mal einen Adapterkabelbaum für die TCIP4 gebaut, drei Kabel reichen ja und die 5V, SenseGND und Signal hatte ich ja für den IAP Sensor schon rausgelegt. Dementsprechend war das kein Hexenwerk und wenn man sich beim Einstecken der Pins in den Stecker nicht vertut und dann für bestimmt eine Stunde versucht die elendigen Dinger wieder auszupinnen, ist das auch schnell gemacht.

Danach nur noch eben in der Ignitech Software den TPS konfigurieren und Zack, schon kann man das dort im TCIP4 nutzen! Ein bisschen Aufwändiger wird die Verkabelung mit dem Innovate LM-1, denn wort will ich ja dann sowohl den TPS als auch die IAP Wert parallel haben. Da brauch ich aber erstmal noch neue Superseal Stecker, unser Sortiment an 3- und 4-poligen ist aufgebraucht.

Endlich hatten wir in der ganzen Pandemie einen Tag gefunden wo wir mal Motorrad fahren konnten, freies Fahren auf dem Spreewaldring! Dort gibts natürlich auch Corona-Regeln, zum Beispiel gibt es keine Aufstellung in der Boxengasse. Bedeutet das man muss sich im Fahrerlager aufhalten und auch das Moped dort abstellen. Nun ist das Fahrerlager am Spreewaldring eine staubige Geröllpiste und so fand ich die Idee dort mit gewärmten Slicks durch zu fahren irgendwie nicht so gut, deswegen entschied ich mich für sportliche Straßenreifen. Da hatten wir noch einen passenden Satz für Krümel liegen der nicht alt war, DOT aus 2019. Leider war die Idee am Ende eine doofe.

Krümel sollte das erste Mal Auslauf mit dem 620iger Motor bekommen. Das Data-Recording für den Lambda-Wert am Start, ich wollte sehen wie das mit der Bedüsung aussieht wenn man richtig fährt. Auch das war am Ende nicht so toll wie erhofft.

Aber erstmal musste ich mich in die neue Kombi, die neuen Stiefel, die neuen Handschuhe und den neuen Helm pellen. Letztes Jahr war ja die komplette Garderobe beim Crash mit dem Admiral kaputt gegangen und das Konto wurde im Winter mit einmal alles frisch belastet. Nach dem anziehen der jetzt einteiligen Lederkombi war ich schon komplett durchgeschwitzt und reif für eine Erfrischung. Aber es hilft ja nix, rauf auf den Bock!

Den ersten Turn schön eingerollt, mal schauen ob man noch Motorrad fahren kann. Der Motor lief gut, gefühlt drehfreudiger als der 600er und läuft oben nicht ganz so gegen die Wand. Von der Leistung her nicht viel mehr und so zum fahren nach der langen Pause genau das richtige. Linksrum war auch gleich wieder das Knie am Boden, rechtsrum war ich ein wenig eingerostet. Irgendwie schliff da eher der Stiefel als das Knie.. komisch. Nach 3-4 Runden bin ich dann aber raus, erst mal checken ob noch alle Schrauben da sind oder irgendwo was ausläuft.. immer gut wenn man viel am Moped geschraubt hat. War aber alles tutti.

Leider legte sich dann Axel in seinem zweiten Turn auf die rechte Seite, nach dem seine Kupplung beschloss blöde Dinge zu Veranstalten und sein Hinterrad ihn überholte. Leider schliff es bei dem Crash danach eine der Bremsleitungen durch, so dass sich das Motorrad den restlichen Tag ausruhen durfte.

Ich hatte noch einen zweiten Turn, der war aber eher mäh weil da zwei vor mir sehr langsam unterwegs waren und ich nicht den Mumm hatte mit meinen 50PS vorbei zu gehen. Axel drehte dann noch einen Turn auf Krümel, was wohl scheinbar Spass machte. Einen dritten vor dem Mittag wollte ich dann schon noch fahren und machte mich los. Inzwischen war es verdammt warm, aber ich hatte mich für die Rechtskurven frei geturnt. Knie am Boden, Fuss kein Kontakt. Die zweite Runde war eine fliegende ohne Verkehr, 1:43.23. Mal eben eine Sekunde schneller als letztes Jahr mit Krümel. Die Runde danach kündigte mir das Hinterrad in der Waldkehre (rechtsrum) an, dass es schon ein wenig schmierig würde, ich dachte mir noch so “Eieiei jetzt mal bisschen Tempo rausnehmen”. Das funktionierte dann auch super……………..

Nicht!

Eingang ins Omega, eh eine rutschige Stelle, ein Hauch zu viel Gas gegeben und schon rutschten wir beide über den Asphalt. Im Kopf die übliche Zeitlupe, im Helm das übliche “Och noe!” und dann das gespannte Warten ob der Airbag auslöst! Tat er aber nicht. Viel zu langsam, nur Low-Sider.. brauchte es auch nicht. Die Kombi steckte das komplett so weg, nicht mal einen blauen Fleck hab ich und an der Kombi musste ich später lange suchen um überhaupt eine Schramme zu finden. Hab dann noch das Moped aufgehoben und in den Dreck geschoben, lag da eher ungünstig für den nachfolgenden Verkehr, der zum Glück noch weit weg war.

Auf dem Schandkarren ging es dann wieder ins Fahrerlager, eigentlich wollte Axel ja noch einen Turn mit Krümel.. , nun stellte ich mein auf die rechte Seite gefallenes Moped neben sein auf die rechte Seite gefallenes Moped und wir kochten erstmal Nudeln. Der Tag war dann also gelaufen, eingepackt, heim gefahren und in der Werkstatt noch ein bisschen Schadensbegutachtung gemacht.

Sturzschutz am Gabelfuß funktioniert super. Stummel hat es angeschliffen, Aufnahme des Stummels komplett verbogen. Gasgriff angeschrammt, Bremsgriff geknotet, Tank angekratzt, Carbonadi Carbon-Schützer auf der Kupplung funktioniert super, Fussrastenplatte elegant verbogen, Auspuff angekratzt. Also eigentlich alles im Rahmen. Achja, der hat auch nen schönen Kratzer.

Das allerallerallerärgerlichste aber ist, beim Versuch die Daten aus dem Data-Recording zu laden scheint die blöde Innovate Box alle geloggten Daten gefressen zu haben! Nix mehr da, alles weg. Was für eine verfluchte XXXXXXXXXX. Tagesziel nicht erreicht. :(

Nun muss ich ein paar Teile besorgen und Krümel verarzten, mal sehen wann wir wieder fahren können. Ich sollte mir aber wirklich mal überlegen ob ich das mit dem hinfallen nicht mal sein lassen sollte. *seufz*

Schon eine ganze Weile überlege ich am Admiral einen Kurzhubgasgriff zu verbauen. Der Vorteil von so einem ist, dass man zum anlegen von Vollgas nicht die Hand so weit um den Gasgriff wickeln muss. Erreicht wird das durch einen größeren Radius über welchen der Gaszug im Griff gespannt wird. Je größer der Radius ist, desto mehr Zug wickelt sich pro Grad der Drehung auf. Für die gleiche Menge Gas, wird also weniger Weg benötigt.

Jetzt hatte ich mich entschlossen die Investition zu wagen und habe mir einen Domino XM2 inkl. einem Satz universaler Bowdenzüge bestellt, welche man dann entsprechend für sein Motorrad anpassen muss.

Der Admiral hat nur einen Öffnerzug, das Rückstellen der Drosselklappen wird ausschliesslich mit Hilfe einer Feder in der Einspritzbrücke realisiert. Oft haben Motorräder aber zwei Züge, einen zum öffnen und einen zum schliessen. Krümel zB. bedient so die Drosselklappen im Vergaser, auch wenn dort natürlich auch eine Feder eingebaut ist welche die Klappen automagisch zurück stellt wenn man den Gasgriff los lässt.

Beim XM2 ist das egal, dort kann man sowohl nur einen als auch zwei Züge verbauen. Mit dazu gibt es drei Scheiben die einen unterschiedlichen Radius haben um damit verschiedene Profile für den Gasgriff zu ermöglichen. Grün ist normal, Rot ist progressiv und Weiß ist Racing. Ich machte mich also daran erstmal den Gasgriff am Admiral zu demontieren, was sehr simpel geht. Als ich dann mal den Gasgriff neben den XM2 legte, bzw. die Scheiben, musste ich feststellen das der Gasgriff am Admiral einen viel viel größeren Radius besitzt als sogar die weiße Scheibe des XM2. Nanu, das bringt ja dann gar nichts!?

Scheinbar verbaut Ducati an den 2-Ventil und 916 Gasgriffen schon einen Gasgriff (der wohl auch von Domino kommt) welchen man durch den XM2 eher weniger kurzhubig machen würde. Enttäuschung macht sich breit. Na gut, aber ich habe ja noch ein Motorrad bei dem ein Kurzhubgasgriff bestimmt auch fein wäre. Also zerlegte ich den zweizügigen Gasgriff von Krümel, was nicht ganz so simpel ist wie beim Admiral.

Auch hier hielt ich die Rampe vom Griff mal neben den XM2 und es machte sich wieder Enttäuschung breit. Der Radius von Krümel entspricht exakt der weißen Scheibe vom XM2. Hier ist also keinerlei “Verbesserung” zu erwarten. Interessant.

Mit einem Kurzhubgasgriff an meinen beiden Rennmopeds sieht es also eher schlecht aus, da ist nichts zu holen. Mal den Gasgriff von Axels Duke 990 daneben gehalten, dort würde er was bringen. Braucht er aber dort auch nicht. Es bleibt am Ende also nur ein Satz mit zwei X, Domino XM2 war wohl nix.

Die ersten packen schon wieder ihre Sachen um im Kreis zu fahren, bei uns sieht es nicht ganz so aus. Unser erster Termin wäre in Poznan, sehr wahrscheinlich fällt der Termin aber aus, denn Polen hält die Grenzen immer noch dicht. Aber ich hab mir eh selbst auferlegt erstmal nicht zu fahren, aus Gründen.

Bleibt mir also nichts weiter als über das Werkstattgelände zu bollern um mal zu schauen ob das Datalogging in der Tupperdose von Krümel funktioniert. Tut es! Mein Test war jetzt relativ simpel, losfahren im ersten Gang, hochschalten in den zweiten und dann rechts auf Laut stellen so lange es geht. Ich weiss jetzt das die Gerade auf dem Werkstattgelände keine 10 Sekunden dauert und das ich dabei im zweiten Gang knapp über 7.000 RPM komme. Für mehr reicht das Mimimi nicht. :)

Die gesammelten Daten sehen gut aus, sind aber alle vom stehenden Zylinder, ich konnte daraus auch schon ein paar erhellende Erkenntnisse gewinnen aber einiges ist mir auch noch Unklar.

Das erste was man schön am Graphen sehen kann ist, dass bei Vollgas eher nicht so intuitiv ca. atmosphärischer Luftdruck (~1 bar) gemessen wird. (Druck ist rot im Graphen, RPM ist schwarz) Hä, denkt man sich, aber das ist doch ein Saugmotor und wenn jemand saugt dann entsteht doch Unterdruck bzw. negativer Überdruck (zwischen 0 und 1 bar)! Stimmt ja auch, aber wenn man bei Vollgas die Drosselklappen komplett auf macht, dann entsteht da eben kein messbarer Unterdruck denn die Luft kann ja problemlos nachströmen und das tut sie mit, richtig, atmosphärischer Luftdruck. Ist ja kein aufgeladener Motor! :)

Aber dann in dem Moment wo man den Gashahn wieder schliesst und der Motor Drehzahl hat, da entsteht dann ordentlich negativer Überdruck im Ansaugrohr. Nur noch ~0,3 bar! Ist ja auch logisch eigentlich, Kolben saugen wie blöde Luft an, aber durch die geschlossenen Drosselklappen kann keine Luft nachströmen: Unterdruck!

Im Leerlauf hingegen herrscht dann eher leichter Unterdruck (~ 0,7 bar), die Drosselklappen sind zwar zu, aber der Motor hat kaum Drehzahl.

Der Motor saugt also durchaus Luft an und das tut er auch beim Gas geben, nur messen kann man das eben so nich, denn wir messen hier einfach nur den Druck der zwischen Kolben und Drosselklappe herrscht und nicht etwa strömende Luft bzw. den Unterschied zwischen statischen und dynamischen Druck auf welchen zB. der Vergaser reagiert.

IAP rot
RPM schwarz
AFR blau

Eine weitere Erkenntnis betrifft dann aber die Haupt-Bedüsung der Vergaser. Wenn ich die Fachliteratur richtig verstehe, dann ist für den Bereich der vollen Beschleunigung ein AFR von 12-13,5 ideal, was Lambda 0,82-0,92 entspricht. Lambda 1 (AFR 14,7) wäre das ideale Gemisch, aber das funktioniert nur in der Theorie am besten, denn man will möglichst alle Sauerstoffatome für die Verbrennung nutzen und da dies nicht so einfach geht, braucht man immer bisschen mehr Kraftstoff damit man möglichst alle Sauerstoffatome erwischen kann.

Die Daten zeigen mir das die Bedüsung für Volllast erstmal nicht so schlecht ist, Vollgas wäre der Bereich von hohem Druck (>900mbar), auf keinen Fall ist sie komplett daneben und man könnte so problemlos auch einfach fahren. Der 620 Motor funktioniert also mit der Bedüsung des 600er Motors trotz der Unterschiede der Motoren und ich brauche scheinbar keine anderen Düsen. Aber das Bessere ist ja bekanntlich der Feind des Guten. Mit einem AFR der eher im oberen Bereich vom idealen Fenster läuft (“zu mager”), könnte man die Nadel noch umhängen und ein bisschen mehr Sprit reinlassen. Ich vermute die Einstellung wäre perfekt, wenn ich den Serienluftfilter noch drin hätte. Habe ich aber nicht mehr, der war alt und dreckig. Bevor ich aber den Vergaser ausbaue, muss ich eh noch den liegende Zylinder testen, auch um zu sehen ob die Kurven da ähnlich aussehen.

Im großen und ganzen bin ich mit dem Ergebnis aber erstmal zufrieden, das logging funktioniert und das Moped läuft und ich bin schon gespannt was die Daten sagen werden wenn man wirklich mal 15 Minuten im Kreis damit gefahren ist, denn dann hat man deutlich mehr Messpunkte zu noch anderen Fahrsituationen gesammelt als das jetzt bei dem doch recht monotonen Test der Fall ist.

Die Schrauberpause ist dieses Jahr etwas länger, dass bedeutet aber nicht das man irgendwie super viel mehr geschafft bekommt irgendwie. Aber die Zeit die vergeht ist deutlich länger und so vergisst man tatsächlich irgendwann was man alles schon erledigt hat.

Momentan reden alle von Lockerungen, der Spreewaldring veranstaltet wieder freies Fahren (wenn auch mit sehr restriktiven Bedingungen) und der Trainings-Termin in Poznan rückt näher. Der Veranstalter will am 18.5. final eine Aussage treffen ob dieses stattfindet oder nicht. Ich muss mir bis dahin überlegen ob ich teilnehme oder nicht.

Jedenfalls hielt ich es für angebracht doch wenigstens mal den Admiral anzuwerfen um zu gucken ob er noch läuft oder wo es läuft. Immerhin einmal Ventilspiel, Riemen, umverlegte Benzinleitungen und Ölwechsel sind passiert. Auch hab ich in den letzten Wochen den geschweißten Verkleidungshalter aus Stahl so zurecht gebogen das man ihn verwenden kann. Mit dem Alu komme ich irgendwie nicht weiter.

Also das Gerät gestern Abend an die frische Luft gezerrt, Batterie dran und aufs Knöpfchen gedrückt. *BAMM* und schon lief er! :)

Überraschenderweise kam nirgendwo Öl raus, weder am Auslass-Ventildeckel des liegenden Zylinders noch am Ölfilter. Sonst eigentlich immer die Stellen wo erstmal noch was kommt und man nachziehen muss. Bisschen Öl muss ich noch nachfüllen und eventuell sollte ich mal gucken ob die synchronisation der Drosselklappen passt. Aber ansonsten ist von Motorseite alles prima.

Die Seitenverkleidungen liegen noch im Regal, da bin ich gerade dabei die Abdeckungen welche in den Ausschnitten der Blinker sind mit Silikon einzukleben statt mit durchsichtigem Klebeband wie bisher. Mal sehen ob das etwas wird.

Dann hab ich mich noch ein wenig an die Drehbank gestellt und eine Tankbefestigung gedreht wie sie jemand im ducati1.de Forum vorgemacht hat. Sehr praktisch, Tank lösen ohne Schrauben!

Nun bleibt abzuwarten wie es weiter geht..

Um die Unterdruckwerte die vom LM-1 gemessen werden etwas zu dämpfen hab ich eine ursprünglich bei einer SV650 verbaute Dämpferdose besorgt. Diese ist eine luftdichte Dose mit Ein- und Ausgang und wird zwischen IAP Sensor und Unterdruckanschluss am Ansaugkanal zwischengeschaltet. In der Dose scheint nichts weiter drin zu sein, man kann sogar durch Ein-/Augang durch die Dose durch gucken.

Einfach blank an den Unterdruckanschluss hatte ich eine Schwankung um 400-500mbar bei ~2800rpm. Mit der Unterdruckdose dazwischen ist es nur noch ungefähr die Hälfte davon, also 200-250mbar Schwankung. Das immer noch ne ganze Menge, also hab ich per T-Stück beide Zylinder zusammen geschaltet und dann beide über die Dämpferdose an den IAP. Idee dahinter ist das die beiden zu verschiedenen Zeitpunkten in den Ansaugrohren auftretenden Druckwechsel sich teilweise ausgleichen. Tatsächlich reduziert sich damit die Schwankung auf unter 100mbar. Das schon ganz annehmbar und zum loggen auf jeden Fall mehr als ausreichend.

Mit dem dritten Wert den man jetzt logged, kann man prima Sachen in der LogWorks Software malen, wie zB. eine Tabelle mit Unterdruck auf X und Drehzahl auf Y-Achse. In allen Punkten für diese beiden Achsen kann man dann ein Feld mit der AFR Wert einzeichen.

Dort sieht man jetzt schön bei welchen Lastzuständen abhängig von der Drehzahl sich der AFR-Wert ändert. Das ist natürlich immer noch alles im Leerlauf und nur ein bisschen mit dem Gas gespielt. Wenn man das ganze während der Fahrt loggen lässt, bekommt man hoffentlich deutlich mehr Daten für deutlich mehr Zustände. Das sollte dann einen relativ genauen Aufschluss darüber geben wo die Bedüsung des Vergasers nicht passt. Mal sehen was man davon auf dem Werkstatthof so abdecken kann.

Mit diesen Werten kann die Software auch schöne 3D-Graphen malen die bestimmt auch irgendwie ihre Berechtigung haben.

Mit den gleichen Werten, also Unterdruck vom IAP und RPM, kann die TCIP4 dann für verschiedene Zustände die Zündkurve abändern. Wie gut das funktioniert mit dem schwankenden Werten weiss ich allerdings nicht. Auch hab ich noch keine Idee was da sinnvolle Werte sind. Ich hab versucht mich an dem Zündmapping welches man sich für ein 620 Mapping in TuneECU angucken kann. Da gibt es ja quasi die gleichen Tabellen, nur halt mit Werten vom TPS (Drosselklappensensor) statt IAPS.

Die Werte der Zündzeitpunkte sind aber komplett anders als ich die so für Vergaser Ducatis kenne und gesehen habe. Ich gehe also davon aus das die a) von einer anderen Basis aus gemessen sind und b) für Vergaser, auf Grund der komplett anderen Gemischaufbereitung, auch einfach nicht passen werden.

Da muss ich noch Forschung betreiben

Funktionell ist das Innovate LM-1 einsatzbereit, aber die vielen Kabel und die 80ies Brotkiste selbst müssen ja irgendwie verstaut werden, zumindest wenn man nicht nur Daten im Leerlauf sammeln will.

Ursprünglich dachte ich mir ich werfe das alles in einen Tankrucksack den ich auf der EVO schon gefahren bin, hab mir also einen passenden QuickLock Tankring für Krümel besorgt. Als ich dann aber mal testweise den Tankrucksack auf den Tank gelegt habe, stellte ich schnell fest das dies zusammen mit den Stummeln auf keinen Fall gehen wird! Meine Arme sind einfach zu Kurz!!1! Mist.

Also doch die Selbstbaulösung. Eine einigermaßen passende Tupperdose fand sich im Werkstattfundus. Dann schnell eine Aluplatte als Basis rausgeschnitten, Adapterplatte für den Tankdeckel gedengelt und alles schön mit Schrauben versehen, Löcher für die ganzen diversen Kabel der Innovate reingebohrt und schon kann man entweder während der Fahrt loggen oder eben auf der Start-Ziel Geraden die Kekse auspacken.. falls es mal wieder länger dauert mit Krümel! ;)

Spaßeshalber hab ich dann natürlich geschaut ob noch alles funktioniert und musste feststellen, Krümel springt einfach so an! Kalt! Wahnsinn, da hat sich das Leerlaufgemischschraube einstellen schon gelohnt! Der IAP war jetzt nur an einem Ansaugkanal angeschlossen, dementsprechend geschwungen haben die Werte. Wenn man in Software hinterher ein wenig glättet geht es aber eigentlich und so nur für die Datenanalyse wäre das vermutlich schon beinahe ausreichend. Ich werde aber mal noch eine Dose dazwischen hängen welche die Schwingungen eventuell Dämpft, war in der SV650 ursprünglich verbaut.

Jetzt wo ich an Krümel loggen kann wieviel Drehzahl der Motor hat und welches Verbrennungsergebnis hinten raus kommt (AFR/Lambda), hätte ich ja gerne noch einen Anhaltspunkt wieviel Luft vorne reingeht.

Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die übliche ist zu schauen wie weit die Drosselklappen geöffnet sind, dafür gibt es an quasi allen Einspritzmotoren einen Poti an der Drosselklappe der dem Steuergerät eine Spannung abhängig von dem Öffnungswinkel mitteilt. Die andere Variante ist den Unterdruck im Ansaugtrakt zu messen und diesen ebenfalls ans Steuergerät über eine Spannung zu melden. Dafür haben Einspritzmotorräder meist einen entsprechenden IAP (Inlet Air Pressure) oder MAP (Manifold Air Pressure) Sensor. Wenn man dann noch die Temperatur der angesaugten Luft kennt (IAT Sensor), kann man sogar die mehr oder weniger exakte Masse an Luft berechnen. Bei moderneren Systemen gibt es dafür dann oft einen Luftmassenmesser der einem das direkt ausgeben kann.

Bei Vergaser betriebenen Motoren gibt es so etwas eher sehr selten, denn die Information wird ja hauptsächlich benutzt um entsprechend die Einspritzung zu regeln. Aber bei einem Vergaser kann niemand was regeln während des Betriebes und der Vergaser reagiert ja eh von alleine auf den Unterdruck bzw. Lastsituation des Motors. Es gibt aber durchaus Motorräder wo die Zündung abhängig von der Drosselklappenstellung oder dem Ansaugunterdruck geregelt wird.

Krümel hat nichts davon, bzw. hatte nichts davon. Nach dem spielen mit dem Innovate LM-1 und der Ignitech TCIP4 Zündung viel mir auf das beide etwas mit so einem Lastzustand anfangen können. Auch hatte ich noch von dem Kabelbaumtausch an der SV650 vor vielen Jahren (Teil 1, 2 und 3) zwei IAP Sensoren rumfliegen die man zum messen des Unterdrucks benutzen kann.

Die Sensoren haben drei Pins, einen für Masse, einen für 5V und einen für die Spannung über die der Unterdruck angeben wird. Die liegt also zwischen 0 und 5V. Ich hab so einen Sensor dann mal an einen Arduino angeschlossen und mit ein bisschen Mathe seine Kennlinie raus gerechnet welche ich leider nicht vorliegen habe. Die Werte im Werkstatthandbuch sind nur so minder hilfreich. Am Ende malte mir der Arduino schön den lokalen Luftdruck. Ob meine Rechnung komplett richtig ist und meine Kennlinie aber jetzt exakt hinhaut.. ehrlich gesagt, keine Ahnung! :)

Nachdem ich dann entsprechende Stecker die an den Sensor passen besorgt hatte, konnte ich dazu über gehen das ganze ans Motorrad zu bringen. Dafür hab ich entsprechend 5V aus der TCIP4 für den Sensor angezapft und dann zwei Adapterkabel gebaut. Ich kann jetzt entweder die Sensordaten zur LM-1 rausführen oder als Input für die TCIP4 nutzen.

Damit kann die LM-1 nun nicht nur eine Kurve der AFR abhängig zur Drehzahl, sondern auch noch den Unterdruck abhängig zur Drehzahl loggen. Ich bin gespannt was das so ergibt.

Hier sieht man noch die Volt die aus dem Sensor kommen.
Hier dann in mbar umgerechnet.

In der TCIP4 Zündung kann man dann so lustige Sachen machen wie die Zündkurve abhängig vom Unterdruck abändern. Ob das Sinn macht und ob ich das überhaupt ausprobieren will.. keine Ahnung. Aber ich könnte jetzt. :)

Die Software für die TCIP4 zeigt das ganze in kPa an.

Zum vollkommenem Glück fehlen jetzt aber noch ein paar Dinge. Erstens muss ich den Sensor noch pneumatisch am Motor anschliessen. Dazu werde ich vermutlich die Unterdurckanschlüsse, die man sonst zum Vergaser Synchronisieren benutzt, verwenden. Hier muss ich mir eventuell noch kleine Anschlussnippel drehen oder besorgen. Bisschen unklar ist auch noch ob ich den Sensor nur an einem Ansaugrohr anschliesse oder ob ich das an beiden mache und diese per T-Stück verbinde oder gar irgendwie einen Behälter dazwischen schalten der den schwankenden Unterdruck dämpft. Das ist Ziel weiterer Tests.

Dann steht auf dem Plan das ganze mal mit Last zu probieren und dazu die LM-1 aufs Motorrad zu schnallen. Dafür bekomme ich hoffentlich demnächst einen auf Krümel passenden SW-Motech Quicklock Tankring und dann kann ich meinen alten Tankrucksack mit dem Technikgeraffel vollstopfen und damit mal über das Werkstattgelände bollern. :)

Das letzte mal als ich hier etwas ins Blog schrieb war die Welt noch eine andere, inzwischen sitzen alle die können und Glück haben im Home-Office und betreuen ihre Kinder, treffen ihre Freunde per Videochat und lassen sich die Decke auf den Kopf fallen.

Mit Motorrad auf der Rennstrecke fahren ist gerade nichts, die Saison ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Es nervt, tierisch. Aber ich beschwere mich nicht, hier in meiner privilegierten Situation, für die ich nicht viel mehr tat als Kind meiner Eltern zu sein. Es wäre vermessen.

Zu viert in unserer Wohnung aufeinander ist anstrengend, der Alltag mit Home-Office, Betreuung des Schuldkindes, Beschäftung des Kindergartenkindes und dem restlichen Alltag durchaus belastend. Als Freiraum kann ich aber in die Werkstatt, wenn auch gefühlt seltener als sonst. Stellt sich raus, so richtig produktiv bin ich dort auch nicht. Auf einmal ist der Zeitdruck zum Shakedown weg, die Zukunft ungewiss. Irgendwie komisch.

Von daher Wurschtel ich mich in den letzten Wochen von einer Kleinigkeit zur Nächsten. Dementsprechend bekomme ich irgendwie auch gerade keinen kohärenten Blogpost zusammen.

Dinge die ich aber geschafft habe waren zB. das Messen des Lambdawertes an Krümel. Dazu bin ich das erste Mal mit dem 620 Motor über das Werkstattgelände gebollert um den Motor warm zu fahren. Herrlich und so ein 620 hat nach so langer Pause gut Punch. Gefühlt lief der Motor auch schon besser als der 600er.

Für das Messen habe ich ein altes Innovate LM-1 inkl. Sensor Eingangsbox und Breitbandsonde. Damit ist es möglich den AFR-Wert über die Sonde, die Drehzahl und alle möglichen anderen 5V Sensoren zu loggen und später auszulesen. Das Gerät versprüht den Charme der 90iger, so mit riesigen DIN-Streckern, elegantem Videorecorder-Design. Very Old-School. Aber das Gerät tut was es soll und man kann sich über eine serielle Verbindung sogar die Messdaten live auf dem Computer anzeigen lassen.

Ich kann aber nur im Leerlauf messen, also ohne Last. Für alles andere muss ich erst noch das LM-1 irgendwie aufs Motorrad schnallen. Das war eigentlich für den Shakedown gedacht der ja nun unklar verschoben ist. Ich denke ich werd aber mal über das Werkstattgelänge bollern um zu gucken was sich da entwickelt. Aber im Leerlauf zeigte sich dann schon dass bei Leerlaufdrehzahl der stehende Zylinder vollkommen mager lief. AFR von über 20! (bei den ersten Messungen war die Drehzahl noch falsch, 4000 RPM sind also nur so 1000 RPM)

Der liegende Zylinder hingegen war akzeptabel, mit einem AFR zwischen 13 und 14 denke ich ganz okay. Bei Drehzahl geht er dann runter auf ca. 11, was denke ich im Rahmen ist. Wie das unter Last aussieht bleibt abzuwarten.

Das komische an der Geschichte: Beide Vergaser hatten eine komplett identisch eingestellte Lerrlaufgemischschraube! Nachdem ich dann noch die Sache mit der Drehzahl gefixt hatte und das Laptop für Live-Daten am Motorrad angeschlossen habe, konnte ich mal die Leerlaufgemischschraube für den stehenden Zylinder ein bisschen gröber verstellen und siehe da, wenn ich so bei 3-4 Umdrehungen raus angegelangt bin, dann passt das Gemisch auch so langsam und auch die Drehzahl stieg auf einmal von gerade so 1000 RPM auf irgendwas zwischen 12-1500 RPM an. Der Motor läuft also schon mal deutlich runder, vermutlich weil der stehende Zylinder jetzt auch wirklich Arbeit verrichten kann. Ein AFR von 15-16 ist zumindest schon mal besser und nicht mehr komplett zu mager.

Aber wie gesagt, das sind alles Werte im Stand und die sind vermutlich nicht wirklich Aussagekräftig. Ich muss mich auch noch belesen was denn so für ein AFR für den Leerlauf einzustellen ist. Da fehlen mir komplett die Erfahrungswerte. Was ich noch vor habe ist einen IAP Sensor aus einer SV650 den ich noch rumliegen habe an das LM-1 anzuschliessen und damit die Unterdruckwerte im Ansaugrohr mit zu loggen. Mehr so ne Spielerei als wirklich nötig.

Allerdings macht mich das mit den komplett anders eingestellten Leerlaufgemischschrauben stutzig und so überlege ich ob ich die Vergaser nicht doch mal zerlege und komplett überhole. Unentschlossen ich bin..

Fürs Auge gab es auch ein bisschen was, schöne aus dem Vollen gefräßte Achsplatten von used-italian-parts. Sind Matze wirklich sehr schön gelungen!

Während ich weiterhin auf die Lackteile warte und leider vom Lackierer weiter vertröstet werde, habe ich mich erstmal dem Ritzel und der Fußraste gewidmet. Beim Sturz war irgendwie der Fersenschützer auf der linken Seite arg geknickt worden und die eine Befestigungsöse hat es gehimmelt.

Ich hatte dies zum Anlass genommen mir doch mal Fersenschützer aus Carbon zu kaufen und hatte relativ günstig ein Paar über Kleinanzeigen ergattert. Beim versuch selbige anzubauen musste ich aber feststellen das dort wohl schon mal jemand mit Kleber am Werke war, weil das eine Halteohr wohl schon mal abgeknickt war. Generell machten diese Teile nicht den Eindruck als wenn sie wirklich praktikabel wären und bei nur leicht erhöhtem Druck mit dem Stiefel brechen würden.

Es bröselt vor sich hin

Ich hab dann den Verkäufer bezüglich der geklebten Stelle befragt und zu meiner Überraschung und Freude hat er sich sofort entschuldigt, er hat die auch nur verkauft weil sie an einem Paar Fußrasten dran waren die er gekauft hatte und sie selbst nicht brauchte. Er hat mir dann mein Geld zurück geschickt und es entspann sich noch ein netter Chat über Mopeds und Erfahrungen mit Käufern/Verkäufern auf den Kleinanzeigen.

Nun stand ich aber wieder da ohne Fersenschützer. In der Sturzkiste befand sich leider auch nur ein zweiter für die rechte Seite. Aber wozu hat man Alublech, Stichsäge und Feile? Kurzerhand hab ich was ausgesägt, gebogen, gebohrt und gefeilt und mir schlicht einen eigenen und sehr stabilen Fersenschutz hergestellt. Ich muss sagen, der ist deutlich besser geworden als ich es mir erhofft hatte!

Dann gab es noch einen Schutz fürs Motorgehäuse im Ritzelkasten. Dieser soll verhindern das wenn die Kette doch mal reissen sollte, sie im Gehäuse einschlägt und dort keine Gefangenen macht.

Gab es auch von jemanden auf Kleinanzeigen der die Dinger aus Edelstahlblech auslasert. Hinbiegen muss man sich die dann aber selbst. Gut, das ausschneiden hätte man vielleicht auch selbst hinbekommen können, aber das abmessen hätte deutlich Zeit gekostet und Edelstahl ist ein A-Loch.

An Krümel war das hinbiegen eine Sache von 15 Minuten, beim Admiral musste doch öfter die Flex ran um entsprechende Anpassungen vorzunehmen.

Vor der endgültigen Montage am Admiral war dann noch ein bisschen sauber machen im Ritzelkasten angesagt und nach wiedermal erfolglosem ausprobieren die Schaltung doch per Gestänge statt Direktschalthebel zu realisieren (es passt einfach nicht mit dem Bursig) konnte ich alles Endmontieren. Damit ist der Bereich am Admiral dann fertig.

Im letzten Winter hatte ich ja den Zylinderkopf des liegenden Zylinders wegen ein paar Problemen ausgetauscht, ich bin bisher nicht dazu gekommen die merkwürdigen Probleme des Kopfes weiter zu erforschen, aber nach einer Saison mit dem anderen Kopf war mal wieder eine Ventilspielkontrolle angesagt. Über den Winter hatten sich ja auch MBP Halbringe bei uns angefunden die auch auf ihren Einsatz warteten. Der Vorteil der MBP Halbringe ist, dass sie deutlich weniger arbeiten als die OEM Halbringe, sich also zB. nicht platt drücken oder brechen und das sie die Schliesserhülse sauberer positionieren.

Wie krass sich die OEM Halbringe platt drücken können merkte ich jetzt am Zylinderkopf des liegenden Zylinders. Den Kopf hatte ich komplett neu eingestellt im letzten Winter, natürlich auch frische Halbringe verbaut. Jetzt bei der Kontrolle des Ventilspiels stellte sich raus, hatte ich das Schliesserspiel sowohl Einlass als auch Auslass damals auf quasi Nullspiel (<0,04 mm) eingestellt, zeigten beide Ventile jetzt ein Spiel von ~0,08-0,09mm! Das von Ducati vorgegebene Limit ist 0,05mm. Das Öffnerspiel war hingegen komplett gleich geblieben (0,13mm).

0,04mm ist übrigens meine dünnste Fühlerlehre, da Ducati den Bereich 0,00-0,05mm angibt, versuche ich das Spiel nicht größer als meine dünnste 0,04mm Fühlerlehrer werden zu lassen und versuche ansonsten das Spiel so einzustellen das sich die Hülse, nach Überwindung der Hilfsfeder am Schliesserhebel, noch leicht mit den Fingern drehen lässt.

Beim stehenden Zylinder war interessanterweise nur das Öffnerspiel am Einlass größer geworden (0,15mm) wohingegen das vom Auslass bei 0,13mm geblieben ist. Das Schliesserspiel war wie letzten Winter sowohl Einlass als auch Auslass auf <0,04mm geblieben. Dort hatte ich auch keine neuen Halbringe verbaut, die hatten sich also schon gesetzt.

Es war jetzt also beim liegenden Zylinder nötig wirklich etwas zu tun und der Einbau der MBP Halbringe war der logische nächste Schritt. Die MBP Halbringe scheinen ein bisschen mehr aufzutragen, einfach weil sie satter in der Passung am Ventilschaft sitzen statt nur so halbherzig wie OEM. Deswegen braucht man dann auch Schliesserhülsen die ein bisschen dünner sind. Es fanden sich dann in der Shimkiste auch zwei Schliesserhülsen die das Schliesserspiel auf <0,04mm gebracht haben. Der Einbau der MBP ist ein wenig fummeliger als die OEM Halbringe, aber am Ende des Tages die gleiche fummelige Arbeit und man flucht dabei eh… immer! ;)

Am stehenden Zylinder konnte ich noch ein passendes Öffnerkäppchen für den Einlass finden, so das alle Ventile jetzt ein 0,13mm Öffnerspiel haben, bei von Ducati vorgegebenen 0,10-0,15mm. Die Schliesser waren okay, die lasse ich so wie sie sind und die MBP werde ich dort erst verbauen wenn das Spiel aus der Toleranz ist oder ich nächsten Winter darauf Bock habe. Zwei weitere dünnere Hülsen hätte ich vermutlich eh nicht da gehabt.

Die ganze Geschichte ging auch recht flott von der Hand, insgesamt war ich damit in rund 4 Stunden durch, inkl. alles vor- und nachbereiten. Find ich gut und hab ich auch schon mal länger zu gebraucht. ;)

Ich bin gespannt wie sich das Ventilspiel entwickelt, ob sich da zB. jetzt bei den MBP Halbringen irgendwas zuckt oder ob da jetzt wirklich eher Ruhe ist. Ich schaue zwar jeden Winter nach dem Ventilspiel, aber ich bin nicht unglücklich wenn sich rausstellt das nichts einzustellen ist.

Aktuell komme ich irgendwie nur in kleinen Schritten voran. Leider mussten die Lackteile vom Admiral noch mal zum Lackierer, die Farbunterschiede waren dann doch irgendwie nicht annehmbar. Das hat leider zur Folge das ich mit dem neu bauen des Verkleidungshalters an der Front nicht weiter komme.

Stattdessen ist aber der Krümmer fertig repariert, Rene von Rasch Moto hat mir den Riss zugeschweißt, er meinte ganz richtig zu mir das der Riss sehr wahrscheinlich nicht initial von dem Sturz gekommen ist, sondern sich schon eine Weile reinvibriert hat. Der Sturz hat das ganze dann quasi nur wirklich sichtbar gemacht. Das ursächliche Problem wird gewesen sein, das der Endtopf keinen eigenen Halter hatte sondern nur auf dem Krümmer steckte. Also hab ich jetzt mal einen Halter für den ESD gebaut welcher am Motorgehäuse befestigt ist. Gebaut ist er aus einer Edelstahlhälse, ein bisschen Edelstahlstab und einem Stück Edelstahlblech. Eine gute Gelegenheit mal wieder ein bisschen Schweißen zu üben. Das Ergebnis hält, ist aber nicht im eigentlichen Sinne als schön zu bezeichnen.

An Krümel waren noch ein paar Servicearbeiten fällig. Das alter der Zahnriemen war unklar, deswegen gab es dort neue. Danach konnte ich auch die schwarz mit Plasti-Dip lackierten Zahnriemenabdeckungen montieren. Auch gab es einen neuen Luftfilter von BMC, der alte war doch schon ein wenig eingesifft. Neue Zündkerzen gibt es auch noch, aber die kommen nach dem ersten Start im Frühling erst rein.

Ansonsten gab es noch einen Krümel Aufkleber aufs Heck und eine kleine Halteplatte für das Shift-Light.

Mit Krümel bin ich quasi mit der Todo durch, beim Admiral steht noch die Kontrolle des Ventilspiels und eigentlich der Einbau von MBP Halbringen auf der Liste. Ganz oben in der Priorität steht aber nach wie vor Verkleidungshalter mit dem ich eigentlich schon fertig sein wollte. :-/

Der alte Verkleidungshalter ist beim Crash leider komplett verbogen und ist auch nicht mehr wirklich richtbar. Die einzige Chance war jetzt also zumindest den Batteriekasten zu retten und dort ein neues Geweih anzuschweißen. Selbiges habe ich mir wieder gebraucht organisiert, brauchte ich alleine schon eines um wieder passende Löcher in die neue mittlere Verkleidung bohren zu können die zum Lackierer ging.

Vom neu erstandenen Geweih wurde wieder, wie damals, der Träger zum Lenkkopfrohr abgeschnitten und das Rohr sollte jetzt mit dem alten Batteriekasten verschweißt werden. Leider stellte sich dabei raus das der Batteriekasten auch nicht mehr 100% gerade ist und das die 900SS Verkleidungsträger auch alle kleine Unikate zu sein scheinen. Ich hab viel hin und her geschoben und gemessen, ausgerichtet und getan, bis ich endlich das Schweißgerät in die Hand genommen habe. Das ganze wollte ich mit einer kleinen Platte zusammen bringen. Aber, wie schon beim letzten Mal, war es super schwierig zwischen den ganzen Rohren irgendwie sauber an die zu schweißenden Stellen zu kommen.

Ich hab das ganze dann eher schlecht als recht zusammen gebraten, hab zum Glück kein Bild davon gemacht… aber halten tut es! Ärgerlich war, das scheinbar alles ausrichten und messen nichts geholfen hat und die Verkleidung eben nun doch nicht wirklich 100%ig sitzt. Vollfrust!

Mein Plan ist jetzt noch ein wenig auf die guten alten russischen Langlöcher beim ausrichten zu setzen. Der langfristige Plan ist sowieso einen komplett ausgeschlankten Verkleidungshalter aus Alu zu bauen. Aber das wird bestimmt auch nicht so einfach wie ich mir das gerade so vorstelle, Alu schweißen ist noch mal schwieriger und mein bisherigen Versuche waren auch eher so lala.

Von der Seite sieht man die nicht genaue Ausrichtung natürlich nicht, von vorne ein wenig, vermutlich sieht man sie eh nicht wenn man es nicht weiss. Aber ich sehe es halt. Genauso wie ich bei der letztens vom Lackierer abgeholten Verkleidung sehe, dass die neu lackierten Teile einen leichten Grünstich haben. Auf Bildern sieht man es nicht und wenn man es nicht weiss, eventuell auch nicht. Da muss ich mit meinem Lackierer des Vertrauens noch mal sprechen, was wir da machen. Aber das Heck mit der Nummerntafel hat er super hinbekommen, man sieht nichts mehr vom Sturzschaden.

Den gerissenen Krümmer hatte ich auch überlegt selbst zu schweißen, aber bei meinen gefühlt immer schlechter werdenden Schweißkünsten hab ich mich entschieden selbigen jemandem vorbei zu bringen der so was kann. Das wird aber erst in ein paar Wochen fertig sein.

Im Admrial werkelt hinten ein Öhlins DU1380 Federbein aus einer 999S mit dem ich eigentlich ganz zufrieden bin. Allerdings hatte ich das Federbein vor in 2015, als ich den Admiral initial aufgebaut habe, gebraucht gekauft und erstmal so eingebaut wie es war. Es folgte zwar ein Tausch der viel zu weichen Feder aber einen Service habe ich bisher nicht gemacht. Irgendwie war immer etwas anderes wichtig. Ergo lief dieses Federbein jetzt 4 Jahre ohne Service und das auch nur auf der Rennstrecke. Viel zu lange!

Diesen Winter sollte es also endlich zum Service, der Admiral steht eh auf der Bühne also kann man eben das Federbein ausbauen, sind nur zwei Schrauben, und zu jemandem Schicken der dies erledigt. Selber machen ist da leider nicht wirklich, die Federbeine müssen exakt entlüftet und dann mit Stickstoff befüllt werden. Ohne passendes Equipment ist das quasi unmöglich.

Damit ich trotzdem ein rolling Chassis habe, hab ich das Federbein mit einem bisschen Flachstahl auf Hard-Tail umgebaut. Beschriften ist immer wichtig! ;)

Jetzt ist natürlich die Frage zu wem man das Federbein schickt. Es gibt diverse Firmen die so etwas anbieten, ein paar davon habe ich auch schon für andere Fahrwerksteile ausprobiert. Dieses mal hab ich mich für David von Goliath Suspension entschieden. Das erste mal etwas von David gesehen habe ich im MotoTechDE YouTube Kanal, dort hat er bei einem dreiteiligem Video bezüglich genereller Fahrwerksfragen mitgewirkt und mir hat seine Kompetenz und ruhige Art sehr gut gefallen.

Also habe ich mit David Kontakt aufgenommen und da er als Fahrwerksmensch, genau wie alle anderen in der Branche scheinbar auch, gut zu tun hat musste dann alles relativ schnell gehen mit dem einschicken des guten Stückes. Am 24.12. hab ich dann das Federbein Vormittags noch bei der Post abgegeben, damit es sich über die Weihnachtsfeiertage auf den Weg machen kann. Am frühen Nachmittag des 31.12. kam es dann schliesslich bei David an und er machte sich sofort ans Werk! Nebenbei hat er Fotos vom zerlegen gemacht und mir quasi Live zugeschickt.

Das Öl im Federbein war deutlich dunkel und es war jede Menge Schmotter drin, der Service hat sich also auf jeden Fall gelohnt!

Getauscht wurden natürlich auch Verschleissteile etc.pp. und dann bekam das Federbein neues Öl und seine Stickstoffbefüllung.

Anderthalb Stunden später lag das Federbein mit frischem Service wieder frankiert in seinem Karton, fertig für die Rückreise zu mir!

Noch zu erwähnen ist, dass ich auch schon bevor ich das Federbein eingeschickt hatte, mit David eine doch recht längliche Kommunikation über die im Admiral verbauten Federn hatte, sowohl hinten als auch vorne, die für mich sehr interessant und lehrreich war. Auf Grund dieser werde ich wohl ein paar Änderungen an selbigen vornehmen und mal ausprobieren. Aber dazu ein andern mal mehr.

Auf jeden Fall bin ich von Davids Service begeistert, ich hätte nicht gedacht das ich das Federbein in so kurzer Zeit wieder zurück haben würde. Von daher eine klare Empfehlung falls ihr auch Fahrwerksteile habt die mal einen Service brauchen!

Einbauen muss ich das Federbein noch.. aber das sind ja wieder nur zwei Schrauben. :)

Die Punkte auf der ToDo für Krümel werden langsam übersichtlich. Als einen wichtigen Punkt hatte ich noch das Kabel der LiMa verlängert, welches zu kurz war um es am Gleichrichter anzuschliessen, da der LiMa-Deckel ja von der 749 stammt.

Dann habe ich noch den passenden Pin für das Shift-Light an der TCIP4 verkabelt und entsprechend vorne ins Cockpit gelegt. Als Shift-Light wird ein altes LED Rücklicht aus Axels 900 Supersport herhalten. Als Halter muss ich noch etwas basteln.

Viel mehr ist dann auch erstmal nicht zu tun, jedenfalls was man so bei der kalten Witterung tun kann. Denn neben noch ein paar einfachen Punkten wie Zahnriemen- und Luftfilterwechsel und einem eventuellem Gabelservice, steht noch ein großer Punkt auf der To-Do: Vergaser einstellen.

Dazu wird dann ein LM-1 von Innovate nebst Lambdasonde angeschlossen welches Datalogging von AFR und RPM durchführen kann und danach entsprechend eingestellt. Aber das wird in den späten Frühling verschoben und eventuell wird mit dem LM-1 auch mal ein zwei Runden auf der Renne aufgezeichnet.

Jetzt aber musste Krümel erst mal die Bühne für den Admiral frei machen, denn der ist ja nach wie vor out of service nach unserem Crash und die länge der To-Do entsprechend lang.

Die Familie war zum Pfefferkuchenhaus basteln ausgeflogen, für mich der Tag komplett in der Werkstatt verplant. Heute auf dem Programm: Stutzen für die Lambdasonden in den Krümmer von Krümel schweißen. Oder so.

Vor ein paar Tagen schon habe ich dazu Löcher an den entsprechenden Stellen am Krümmer gebohrt und musste leider feststellen das mein größter Bohrer gerade so das Maß der Lambdasonde erreicht und der Stufenbohrer stiess beim nächst größeren Durchmesser auf der Gegenseite des Rohres an. Mist.

Um aber den Stutzen genau zentriert anschweißen zu können. habe ich mir eine Zentrierhilfe aus einem Stück Alu-Rundmaterial, welches als Rest noch rumlag, gedreht. Diese imitiert quasi den späteren Sensor in seiner Form und kann in den anzuschweißenden Stutzen eingedreht werden. Habe das erste Mal eine Gewinde auf der Drehbank geschnitten. War doch relativ schwierig, aber am Ende hat es gepasst!

Heute habe ich mich also daran gemacht das ganze zu verschweißen. Dazu die Zentrierhilfe in den Stutzen drehen und dann den Stutzen am Krümmer anheften. Hat auch erstmal ganz gut geklappt. Aber dann muss man halt den Rest noch verschweißen und da hab ich wieder gemerkt wie schlecht ich das Schweißen immer noch kann. :(

Das schwierigste war, sich das Werkstück, in dem Fall den Krümmer, irgendwie in eine Position zu drehen wo man überhaupt vernünftig zum schweißen kommt und vor allem dann noch das Schweißbad auch sieht. Oft dreht man sich das so hin wie es passen sollte, dann setzt man den Schweißhelm auf und dann ist was im Weg, man sieht das Bad trotz Brille doch nicht vernünftig und dann wird es wieder Murks. F**K!

Am Ende habe ich echt verdammt viele Stunden gebraucht um die zwei Stutzen anzuschweißen, einfach weil ich dann wieder den Murks mit dem Schleifer wegmachen oder überschleifen musste und von vorne anfangen. Zumindest den stehenden Krümmer hab ich dann auch mal mit Bremsenreiniger auf Dichtheit geprüft und durfte gleich noch an zwei Stellen nacharbeiten. Ob der liegende dicht ist.. keine Ahnung, aber um das zu testen müsste ich das komplette Rohr fluten. Es ist ein Elend mit dem Schweißen und es nervt mich tierisch das ich dies nicht besser hinbekomme!

Zu allem Überfluss stellte ich dann nach dem anbauen der Krümmer am Motorrad fest das a) die Sonde am liegenden ein bisschen zu steil stehen wird und nur gerade so einszuschrauben geht und b) die Löcher sich durch die Hitze verformt haben und der Sensor gar nicht mehr rein passt. Da muss ich jetzt also demnächst mit dem Fräßkopf das Loch noch mal aufweiten ohne das Gewinde zu versauen.. toll.

Bin mir nicht ganz sich ob der Tag in der Werkstatt ein Win oder ein Fail war. Falls wer dieses Handwerk versteht und Lust hat mir seine praktischen Erfahrungen persönlich zu vermitteln, ich wäre dankbar!

PS: Einmal mit dem Fräßer die Löcher etwas aufgeweitet, schon passt die Sonde!

Nachdem der Motor endlich zu wahr, machte ich mich daran die Verkabelung der Ignitech TCIP4 vorzunehmen. Das ganze war dank passendem Kabel für den Pickup und Schaltplan nicht weiter schwierig und an einem Nachmittag erledigt. Es konnte dann also der erste Startversuch unternommen werden. Passendes Mapping auf die Box gespielt und Druck auf den Starter mit Bremsenreiniger in die Trichter. Wollte nicht, also mal die Spulen vertauscht weil eventuell die Kabel vertauscht waren. Wieder Starter und Bremsenreiniger, nada. Komisch.

Also mal schauen ob ein Funke da ist. Kerze raus, funke da. Hmm. Wieder probiert, Fehler vom Pickup in der Software. Nochmal Kerzenstecker runter, andere Kerze reingesteckt und geschaut ob Funke da ist. Kein Funke!? Viel probiert, am Ende war Funke da wenn die Kerzen aus dem Motor raus waren und er damit keine Kompression hatte, sobald er gegen die Kompression arbeiten musste war wieder kein Funke da und der Fehler in der Software.

So richtig verstanden haben wir das nicht, zwischendrin ging dann die Batterie flöten und irgendwann beim X-ten Versuch gab es ein sehr sehr unschönes Geräusch aus dem Motor und er klang danach beim Startversuch eher unschön. Kacke!!!1!

Nicht nur das der ganze Mist nicht laufen wollte, jetzt hatte ich auch noch was kaputt gemacht. Beim mit der Hand durchdrehen klang es als ob der Startermotor immer mit lief. Nach dem demontieren des LiMa Deckels zeigte sich auch das Elend. Der Freilauf steckte fest, das Freilaufzahnrad trieb immer den Starter mit an. Die Demontage des Schwungrades und des Freilaufes waren dann eher aufwändig, weil sich das ja alles komplett verbunden hatte. Mit einigen Abziehern und ein bisschen Gewalt habe ich dann den ganzen Kram aus dem Motor bekommen und auch in Einzelteile zerlegen können. Sowohl das Freilaufzahnrad, die Freilaufkupplung und der Flansch in dem selbige läuft waren spätestens dann total im Eimer. Man sieht aber vor allem auf dem Freilaufzahnrad das da irgendwas schief gegangen ist.

Ich hab dann lange gegrübelt ob ich das ganze falsch zusammen gebaut habe, es liess sich aber beim besten Willen kein Fehler feststellen. Dann hab ich Ersatzteilenummer gewälzt ob eventuell die Teile aus dem 749 Motor nicht mit dem 620 Motor kompatibel sind. Es stellte sich aber raus das dort alles identisch ist, so wie ich es vor dem Zusammenbau auch schon festgestellt hatte. Dann hatte ich noch das Schwungrad des 848 Motors in Verdacht, aber die Schwugrad-Innereien die auch im 749 und 620 Motor sind, werden im 796 Motor mit exakt dem Schwungrad aus der 848 gefahren. Auch ist es von den entscheidenden Abmessungen zum Schwungrad des 749 identlisch. Das passt also alles zusammen.

Meine Vermutung ist, dass der Freilauf schon im 749 Motor durch den Kurbelwellenlagerschaden was abbekommen hat und die vielen Startverusche unsererseits dann im 620 Motor nicht überlebt hat. Ich habe mir dann einen gebrauchten Freilauf aus einer 796 inkl. Schwungrad und allem für sehr wenig Geld geschossen und diesen eingebaut. Wenn der wieder kaputt geht, dann weiss ich auch nicht. Um sicher zu gehen das der Motor sonst vom Zündtiming korrekt ist, hab ich noch mal die Zündzeiten mit der Gradscheibe und den Werten im Mapping abgeglichen, auch dort alles passend.

Inzwischen bin ich aber auch schlauer warum der Motor nicht ansprang. Ignitech verkauft tatsächlich verschiedene TCIP4 Boxen. Diese sind grundsätzlich identisch, sind aber je nach Zündsystem des Motorrades in welchem sie benutzt werden sollen leicht unterschiedlich. So funktioniert zB. die TCIP4 für Ducati Vergaser-Pickup nicht am Ducati 48-2 FI Pickup der Einspritzmotoren! Auch TCIP4 Boxen für andere Motorräder funktionieren nicht bei Ducati und andersrum. Es ist also mit nichten so das die Box total generisch ist, sondern sie muss zum Pickup passen den man benutzt.

Meine gebrauchte Box passte eben nicht zu dem 48-2 Pickup des 620 Motors und damit war ein starten unmöglich. Mir blieb nichts anderes übrig als in den sauren Apfel zu beissen und eine andere TCIP4 Einheit zu kaufen. Hätte man vorher wissen sollen und hinterher ist man immer schlauer.

Heute hab ich dann die TCIP4 Boxen getauscht und dann kam der große Moment, der Druck auf den Starter. Natürlich wollte Krümel erst nicht, brauchte auch Choke und die Vergaser mussten sich erst mit Sprit füllen. Aber man merke da war Leben drin und dann sprang er auch nach dem dritten Versuch ohne Probleme an. Qualmte wie verrückt seine beölten Krümmer sauber und klang fröhlich, frisch und frei. Ich kann euch sagen, das war schon eine ordentliche Erleichterung!

Natürlich passt das Vergaser Setting noch nicht wirklich, jetzt zum Beispiel liefen die beiden Zylinder deutlich zu mager. Um das abzustimmen kommen in den Krümmer aber noch Anschlüsse für eine Lambdasonde rein und dann schauen wir mal was die Werte so sagen. Das wird noch spannend!

Finally! Ich konnte heute endlich das fehlende Puzzlestück fertig stellen um den 620 Motor in Krümel endlich zu schliessen. Was fehlte war der Kupplungsdeckel. Der Motor hatte ja in seinem Spenderfahrzeug ein wenig Bodenkontakt und der Kupplungsdeckel wurde dabei arg über den Asphalt geschliffen (kenn ich irgendwoher..). Dabei kam es zu einem kleine Riss im Deckel durch den dann Öl ausläuft, denn wir haben es hier zwar mit einer Ducati zu tun, aber leider bzw. glücklicherweise hat Krümel eine Nasskupplung!

Schon ein wenig malträtiert, frisch mit der Flex den Riss sichtbar gemacht.

Einen neuen Deckel zu kaufen wäre relativ einfach möglich gewesen oder einfach den vom 600er Motor benutzen. Aber irgendwie wollte ich versuchen den Deckel zu retten. Gestern habe ich dann erfolglos versucht den Deckel zu löten. Ich hatte mal irgendwann ein bisschen Aluminium Weichlot gekauft mit dem das eigentlich gehen sollte. Das Problem war nur, ich hab den Deckel nicht auf die entsprechende Temperatur bekommen und eventuell war die im Deckel benutzte Aluminiumlegierung auch nicht hilfreich. Das Lot schmolz zwar, verband sich aber nicht mit dem Deckel und man konnte es hinterher einfach wieder abmachen.

Heute dann habe ich das WIG-Schweißgerät auf AC gestellt und es damit versucht. War auch nicht so einfach! Ein sauberes gerades Blech schweißen ist das eine, so einen dicken Deckel was anderes. Es gab einige Fehlversuche und lautes Fluchen, aber am Ende habe ich triumphiert! Es ist nicht besonders schön geworden, aber es ist dicht! Der Test mit Bremsenreiniger und Feuerzeug brachte keine Flamme mehr hervor, vorher gab es da immer einen prima Kerzenersatz!

Nicht schön, nicht selten, aber dicht!

Den Lack hat es beim Lötversuch schon abgefackelt, über die Blöbbel könnte ich noch weiter drüber schleifen.. aber alles egal, denn auch für den Kupplungsdeckel konnte ich für sehr wenig Geld ein bisschen schützendes Carbon ersteigern und schon sieht man von all dem nichts mehr! :D (ich kleb den Deckel natürlich erst drauf wenn der Motor mal gelaufen ist.. nicht das doch undicht ist.)

Bling!

Beflügelt von diesem Erfolg hab ich dann gleich weiter gemacht und alles wieder zusammen gebaut was noch fehlt, so das jetzt eigentlich nur noch Öl einfüllen und die Adapterkabel für die TCIP4 Zündeinheit zu crimpen sind. Dann kann ich beinahe schon einen Startversuch wagen!

Am 620 Motor für Krümel gab es keinen LiMa Deckel. Kein Problem, dachte ich, wird sich schon gebraucht irgendwo finden. Aber Pustekuchen! LiMa Deckel für die luftgekühlten 2-Ventiler mit Pick-Up Eingang im Deckel sind entweder total selten oder unverschämt teuer! Die Gründe sind mir nicht so ganz klar, die Motoren gab es ja nun eigentlich nicht wirklich selten. Deckel von den wassergekühlten Motoren gibt es jedoch wie Sand am Meer.

So einen hatte ich auch noch von dem 749 Motor rumliegen. Die Wasserpumpe brauche ich beim luftgekühlten Motor natürlich nicht. Aber der Deckel passt problemlos und so kam die Idee auf, wieso nicht einfach die Wasserpumpe ausbauen und stilllegen? Als erstes habe ich mal das kleine Kugellager für den Kurbelwellenstumpf im Deckel gegen ein Neues ersetzt. Das alte Lager hatte sich auf Grund des Kurbelwellenlagerschadens komplett zerlegt und kam mir bei der Demontage des 749 Motor in Einzelteilen entgegen. Um das Loch, wo sonst die Welle des Pumpenrades durch verläuft, zu schliessen sollte eine einfacher Stopfen ausreichen. Die beiden Flansche für Ein- und Ausgang des Kühlmittels sollten verschraubt sein und diese wollte ich durch entsprechende Stopfen mit Gewinde ersetzen.

Für den Wellendurchgang hab dann einen Stopfen mit einer Nut für einen O-Ring gedreht und ihn auch noch mit Gehäusedichtmasse eingeklebt. Die Hülse wird mit den Schrauben am Platz gehalten, die sonst die Wellendichtung fixieren. Schon dort sollte jetzt eigentlich kein Öl mehr durch kommen.

Leider stellte sich dann heraus das sich die Kühlmittelflansche nicht aus dem Deckel drehen liessen. Klar sind die eingeklebt, aber auch alles heiss machen half nichts. Die Dinger waren komplett festkorrodiert. Selbst ein Loch durch bohren um mit mehr Hebel arbeiten zu können, brachte keinen Erfolg. Mit blieb als Lösung des Problems dann nur übrig die Stutzen einigermaßen bündig abzusägen, was auch nicht so einfach war weil man nicht wirklich gut mit der Flex oder sonstiger Säge dran kommt. Die abgesägten Stutzen habe ich dann mit gedrehten Stopfen und Dichtmasse verschlossen.

Aufwändig war dann noch der äussere Deckel als Ersatz für den Pumpendeckel. Die Form war schnell vom Originaldeckel auf ein Stück Alublech abgepaust, aber das Ausschneiden und Feilen, um die passende Form zu erhalten, war dann doch recht umfangreich. Den Deckel habe ich jetzt erst mal nur aufgeschraubt und nicht mit Dichtung verbaut, damit ich nach dem ersten Motorlauf erst mal dahinter schauen kann ob alles dicht ist.

Für wenig Geld konnte dann noch einen WaPu Schutzdeckel aus Carbon ersteigern, welches es lustigerweise auch nur für die WaPu Variante des Deckels gibt, nicht aber für die Luftgekühlten! Ich brauche auf jeden Fall noch einen Namen für den Stil des Gesamtkunstwerkes, irgendwas zwischen DIY Red-Neck und Rizoma Bling-Style.

Jetzt muss noch das Kabel der Lichtmaschine verlängert oder der Gleichrichter anders angebracht werden. Den Pick-Up habe ich schon eingebaut und den Abstand zum Zahnrad der Nebenwelle überprüft, passt! Damit ist die LiMa Seite des Motors fertig.

Heute hab ich es endlich mal in die Werkstatt geschafft. Nach dem klar ist das mein Arm nun doch nicht gebrochen ist und auch das Handgelenk keinen Bruch hat, sowie die Physio fürs Bein gut läuf, konnte ich nicht länger an mir halten. Mit Humpelbein und geschientem Handgelenk hab ich mich daran gemacht zu schauen was alles am Admiral so kaputt ist. Dabei ist ein kleines Video entstanden, viel Spass!

Ich selber habe es noch nicht wieder in die Werkstatt geschafft, erstmal war ein wenig Urlaub angesagt. Mein Wadenbein macht gute Fortschritte, bin echt erstaunt wie gut ich inzwischen unterwegs bin. Aber der Arm bzw. mein linkes Handgelenk tun bei zu viel Bewegung weh.

Axel war aber so nett mir ein paar Bilder vom gecrashten Admiral zu schicken, so das ich mir zumindest oberflächlich schon mal einen gewissen Überblick verschaffen konnte.

Der Krümmer vom liegenden Zylinder hat am Halter auf der linken Seite einen Riss. Erst hatte ich vermutet das der Endtopf Kontakt mit der Straße gehabt hätte und somit den ganzen Krümmer nach links gebogen hat, aber Axel meint da wären keine Kratzer dran. Scheint wohl eher ein Spannungsriss zu sein, die Aufhängung war auch nicht das gelbe vom Ei. Da muss wohl der Schweißer mal ran.

Der Admiral muss ganz schön auf die Nase bekommen haben. Spricht doch dafür das es quasi ein Überschlag war. Das Geweih ist natürlich amtlich verbogen und angeschliffen, aber das ist aus Stahl und sollte sich wieder richten lassen. Die Frontverkleidung ist natürlich durch, gebrochen und verschrammt. Scheibe sowieso komplett hin. Das rechte Seitenteil muss ich noch begutachten, nehme aber an das ist auch hin. Das linke Seitenteil sollte noch gut sein.

Das Heck hat auch ordentlich was abbekommen. Das Motorrad muss echt Kopf gestanden haben beim Sturz, damit es da oben Kratzer bekommt. Da wird wohl ne Menge Spachtelmasse und Lack nötig sein. Was noch zu sehen bleibt ist, ob der Heckrahmen noch okay ist oder irgendwelche Schäden davongetragen hat. Ich hoffe nicht.

Logischerweise ist die recht Fussraste abgebrochen, der Bremshebel abgeschliffen, erwartbar. Der komplett verbogene Fersenschutz und der verbogene Ausgleichsbehälter sind aber interessant. Ich vermute, dort war einer meiner Füße irgendwie drin eingeklemmt. Der Kupplungsdeckel hat spannenderweise keinen Kratzer abbekommen.

Kleinigkeit, Kratzer im Tank. Quasi nicht der Rede wert.

Das ist alles erst mal nicht so schlimm alles, finde ich. Aber noch habe ich ja nicht unter die verschrammte Fassade geschaut. Dort werden bestimmt noch ein paar Überraschungen auf mich warten. Ich glaube das Moped ist echt ne ganze Ecke auf mir drauf durch die Gegend schliddert. Mehr Schaden am Moped und weniger an mir wäre vielleicht die schlauere Vorgehensweise gewesen.