Heute hab ich das vorerst letzte Puzzlestück quasi fertiggestellt, was fehlte war noch das Startnummernfeld an sich. Ich wollte es im Design der Monster EVO gestalten, also Rot mit weisen Streifen. Darauf die Startnummer 423. Eigentlich wollte ich nur eine PVC-Hartschaumplatte nehmen und diese mittel zwei langer Schrauben an der unteren Scheinwerferhalterung befestigen. Aber irgendwie schien mir das zu instabil für den vermutlich vorherrschenden Winddruck.

Also bin ich auf den klassischen Rundscheinwerfer umgeschwenkt. Ich hatte ja im Keller noch meinen alten SV650 Scheinwerfer welcher vom Unfall übrig war rumliegen, selbigen hatte ich damals gegen einen von der SV1000 getauscht. Der Scheinwerfer hat zwar ein paar Risse, aber das ist ja egal. Schnell hab ich innen eine Befestigung für die PVC-Hartschaumplatte gebastelt, aus zwei Slotblenden vom Computer. :)

Letzte Woche hab ich die PVC-Hartschaumscheibe dann in RAL3002 lackiert, heute sollten dann Aufkleber und Klarlack folgen. Leider ist dann beim Aufkleben ein bisschen was schiefgegangen. Der dicke mittlere Streifen war ein wenig falsch gesetzt und danach ihn zu verschieben löste den Lack darunter mit ab. Auch beim aufkleben der 4 und 3 gab es Probleme, die Transferfolie rupfte den Lack mit runter. Bei der 4 sogar die Zahl selbst, mit drunterliegenden Lack. Anfängerfehler!

Lackierfail - 1

Da es nun sowieso egal war, hab ich das ganze trotzdem mal mit einer Schicht Klarlack versehen, so halten immerhin die Aufkleber dachte ich mir. Blöd nur das der Klarlack gleich mal bei den nicht fest sitzenden Stellen der Aufkleber blasen schlug, der rote Lack verlief etc.pp.

Lackierfail - 2

Im großen und ganzen also eher ein FAIL! Allerdings bin ich gerade geneigt das nun einfach so zu lassen, am Ende ist es nur ein Startnummernfeld! Ob ich je die 423 wieder bekomme sei dahingestellt und ausserdem sieht es so doof nun auch nicht aus. Mein Beschluss ist also gerade: ick lass ditt so! Einfach mal auf die Perfektion pfeiffen und nicht noch mehr Zeit und Material zu versenken. Falls es mich bis dahin juckt, kann ich ja immernoch einen zweiten Versuch starten. Wenn nicht, hab ich immerhin nen Gesprächsstarter im Fahrerlager! :)

Ich will ja auch demnächst wieder auf Straßentauglich umrüsten, damit ich die Monster noch ein wenig im StVO-Bereich bewegen kann bevor es dann Anfang Mai zum Kurvenrausch geht!

PS: wem der Kram in diesem Blog übrigens gefällt und das irgendwie honorieren will, für den gibts jetzt übrigens einen flattr button auf der Seite!

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Heute hab ich den Nennunterlagen für den Kurvenrausch in meiner Inbox gehabt. Am 2. und 3. Mai findet dieses Event in Groß Dölln statt und nachdem mir das Kurventraining im September soviel Spass gemacht hat, will ich dieses Jahr dort auf jedenfall mitfahren.

Das besondere am Kurvenrausch ist das dort eher so die archaisch anmutenden Oldies oder Luftgekühlte Zweiventiler an den Start gehen. Also quasi kein aktuelles Rennmaterial mit dem man sich allgemein eher auf die Renne begibt. Ich stelle mir das ganz lustig vor!

Gerade bin ich am ausfüllen des Anmeldeformulares und am Planen was ich wie mache. Vermutlich werd ich Zelten, die Frage ist nur wie ich den ganzen Kram mit zur Strecke schaffe. Vielleicht doch nen Anhänger und den Kombi vom Kumpel oder so. Mal sehen! Ich freu mich auf jedenfall schonmal.

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Samstags um 06:00 Uhr klingelte bei mir der Wecker, zum Glück bin ich gerade Früh aufstehen eingermassen gewöhnt und vor allem auch früh ins Bett gehen. Kind und Frau lies ich weiterschlafen, machte mir eine Stulle, verteilte Abschiedsküsse an die beiden Schlummereulen und wanderte ins Büro. Draussen begegneten mir entweder Hundebesitzer oder Leute die gerade von einer Party wiederkamen. Ich aber war auf den Weg zum Kurventraining des MOTORRAD action teams in Groß-Dölln!

Am Vorabend hab ich die EVO schonmal Rennstreckenfein gemacht, nun musste ich mich nurnoch in die Lederkombi pressen unter der ich eine vielzahl von Funktionswäsche anhatte. Regenkombi noch obendrüber und dann lief auch schon ein wenig der Schweiss die Stirn runter. Aber nach Tanken und Luftdruck checken ging es raus aus der Stadt und ich muss sagen bei den aktuellen Temperaturen war die Kleidungswahl genau richtig.

Das Driving Center Groß Dölln liegt ca. 60 km nördlich von Berlin, man ist also von uns aus über die Landstraße, die ich fuhr, eine gute dreiviertel bis Stunde unterwegs. Es geht eigentlich immer geradeaus.

Um 08:00 sollte technischer Check sein, ich wollte also wenigstens 20 Minuten vorher da sein, damit ich mich noch orientieren und anmelden konnte. Das klappte auch beinahe, wenn ich nicht erstmal am Fahrerlager vorbeigefahren wäre. :)
Die Anmeldung war dann aber schnell erledigt, größe vom T-Shirt auswählen, Haftungsverzicht unterschreiben, Nummernaufkleber einsacken und dann war ich nach dem abmontieren der Rückspiegel und ziehen der Scheinwerfersicherung auch schon der dritte Fahrer beim Check. Ging alles in Ordnung und sogar Lob für die Sicherung des Ölfilters.. ich Streber. Danach hab ich meine Startnummer aufgeklebt und die Geschwindigkeitsanzeige im Tacho abgeklebt. Ich muss sagen, das war eine gute Entscheidung, denn so kann man komplett losgelöst davon fahren und denkt nicht sowas wie “ohje bist du schnell, so klappt die Kurve doch niemals mehr”!

So langsam sammelten sich dann auch andere von der Kurvenschule und die Schlange am technischen Check wurde nun von den Racecamp Teilnehmern bevölkert. Die waren mit durchaus potentem Gerät schon am Vortag angereist und wohnten mit allerlei Caravan, Transport und Zelt in einer kleinen Rennstadt. Lustigerweise gab es dann auch eine Geräuschmessung welche bei mir noch nicht stattfand. Diese ist nötig, da es immerwieder Beschwerden von den Anwohnern der umliegenden Ortschaften gegeben hat, das sie sich durch den Lärm belästigt fühlen. Seitdem gibt es diese Auflage über deren Sinn, Unsinn oder gar ihre Umsetzung streiten mag, aber ich das hier nicht zum Thema machen will.

08:15 Uhr gab es dann die Fahrerbesprechung. Die Instruktoren stellten sich vor, erklärten kurz den Ablauf, dann gab es noch eine kleine Flaggenkunde und die Ansage das wir uns hinter den noch drei Instruktorenmotorrädern einsortieren sollen, je nachdem wie “schnell” wir uns einschätzen. Ganz rechtes Motorrad die Schnellsten und nach links immer langsamer. Ganz links am besten wenn man noch überhaupt nie auf einer Rennstrecke war, Angst vor der noch nassen Fahrbahn hatte oder es ganz gemütlich angehen lassen wollte. Da hab ich mich nicht eingeordnet und ich glaube das war auch ganz richtig so.
Immerhin war ich ja schon ein paarmal auf einer kleinen Rennstrecke im ADAC Sicherheitszentrum Linthe und dort meistens unter den doch eher schnelleren, ich schleiche jetzt auch nicht gerade durch die Landschaft und vor nasser Fahrbahn habe ich Respekt aber keine Angst. Aber so riesig ist meine Rennstreckenerfahrung auch nicht und in der MotoGP wäre ich vermutlich zu langsam zum Schandkarren fahren! Ich wählte also die mittlere Gruppe.

In meiner Gruppe war auch ein Fahrer einer Panigale die beim warmlaufen echt einen amtlichen Lärm gemacht hat. Der Fahrer war schon am Vorabend angereist und man kam ins Gespräch. Sowieso kam man immermal wieder mit anderen so beiläufig ins Quatschen und ich muss sagen: Alles nette intelligente Leute die nicht Rasen, sondern sicher und geübt mit ihrem Motorrad schnell fahren wollen, auf der Renne aber auch auf der Landstraße. Selbst wenn das eine nicht viel mit dem anderen zu tun hat bei der ersten Betrachtung.

Um 09:00 Uhr war dann Rollout angesagt, ich war direkt hinter dem Instruktor, die Strecke noch Nass, die Reifen kalt. Also erstmal entspanntes einrollen, Reifen aufwärmen und vor allem Strecke kennenlernen. So eine Rennstrecke ist beim erstenmal befahren schon etwas komisches wenn man quasi nur Landstraße gewöhnt ist. Wenn keiner vor einem Fahren würde der sich auskennt, würde man sich glatt verfahren. Als Landstraßenfahrer muss man erstmal lernen die gesamte Fahrbahnbreite zu benutzen, es gibt ja keinen Gegenverkehr! Dann die Einlenkpunkte, erstmal völlig unklar wo die sind. Reihenfolge der Kurven, überhaupt kein Plan. Letztere fährt man ja teilweise auch Blind an.

Nach drei Runden wurde dann gewechselt und der nächste durfte hinter den Instruktor. Ich wurde nach hinten durchgereicht und hatte dann erstmal Mühe an der Gruppe dranzubleiben. Auf einmal gab keiner mehr eine Linie vor, der Vordermann war zu weit weg und ich Quasi alleine. Schon allein die Position über die Fahrbahnbreite hinweg war schwierig. Dann fiel mir ein was ich in einem Forum über Groß-Dölln gelesen hatte. Am Fahrbahnrand sind blaue Kegel aufgestellt, diese geben die ungefähre Position an wo Einlenk- und Scheitelpunkte sind. Ich konnte mich zumindest erstmal grob damit orientieren und schloss wieder zur Gruppe auf. Der Turn war dann auch bald rum und wir fuhren wieder in die Boxengasse.

Zwischen den Turns gibt es immer jede Menge Zeit, so ein Turn dauert ca. 20 Minuten und es gab die Kurvenschule und drei Turns fürs Racecamp. Letztere machen freies Fahren ohne Instruktor. Also quasi selbstständiges Üben. Ergo waren wir erst wieder um 10:20 Uhr dran.
Damit man sich nicht langweilt gab es Theoriekurse. In dieser Pause war Nicole Krüger mit der Sitzposition auf dem Motorrad dran. Theoretisch hatte ich das alles schonmal gehört, praktisch hatte ich das noch nicht so umgesetzt. Auf der Landstraße fahre ich eher den Altherrenstil in Kombination mit leichtem Knie raus, auf den Fußballen fahre ich schon seit meiner Anfangszeit.

Im Racecamp stürzte dann jemand in der Gruppe die vor uns dranne ist, war aber wohl nur Blechschaden.

Für den zweiten Turn gab es dann fünf Instruktoren und verschiedene Geschwindigkeiten zum fahren. Ich wurden dann von meinem Instruktor gefragt ob ich nicht noch ein bisschen schneller könnte um in der nächst schnelleren Gruppe mitzufahren. Seine Gruppe war viel zu groß und die andere bestand nur aus drei Teilnehmern. Ich meinte dann ich probiere es mal, wenn es nicht passt kann ich ja zurück und so landete ich mit dem Panigalefahrer in der anderen Gruppe. Dort war das Tempo tatsächlich ein bisschen flotter, aber durchaus passend.
Die Strecke war jetzt grob in meinem Kopf, was nicht heisst das ich sie wirklich kannte. Aber zumindest klappte das jetzt auch ohne direkt hinter dem Instruktor zu fahren schon deutlich besser. Also versuchte ich das im Theoriekurs gelernte umzusetzen und an den Einlenkpunkten zu arbeiten. Es gab da eine Haarnadelkurve rechtsrum die bergab ging und mit der ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte.
Der Turn war dann auch recht schnell rum und in der nächsten Pause gab es dann auch gleich den passenden Kurs, Linienwahl! Es stellte sich raus das ich die Kurve immer viel zu eng fuhr und damit der Scheitelpunkt viel zu weit vorne lag! Dabei hat man dort massig Fahrbahn nach links und kann sich prima raustreiben lassen!

Danach gab mir noch der Panigalefahrer einen nützlichen Tipp bezüglich des Reifendrucks meiner Rosso II und so lies ich vorne und hinten den Druck auf 2,1 bar ab. Ich hatte ja noch die Werte aus dem Handbuch drinne, welche für die Autobahn sinn machen. Danach bekam ich die Reifen auch warmgefahren.

Ich wollte das theoretisch gelernte dann auch gleich mal im dritten Turn ausprobieren, aber diesesmal legte sich jemand wirklich böse auf den Asphalt. Genau in eben jener Kurve die mir so gar nicht gelang. Die vor Ort bereitstehenden Johanniter entschieden das doch ein Rettungswagen kommen muss um die Person ins Krankenhaus zu fahren. Das bedeutete, Rennabbruch, Streckenräumung und auf den RTW warten. Das führte dazu das unser Turn ausfiel, blöde aber ist nunmal so.

Zur Zeitüberbrückung gab es dann einen Fahrwerkkurs. Da ging es wieder über das übliche von Reifenluftdruck, Kettenspannung, Federvorspannung und Dämpfung. Alles interessant und praktisch an einem Teilnehmermotorrad vorgeführt, aber auch schonmal alles gehört und mich plagten Kopfschmerzen so das ich mich auf die Suche nach Kopfschmerztabletten machte. Ich wurde dann auch bei einem netten Teilnehmer fündig denn die Johanniter hatten leider keine.
Nach der Mittagspause war ich dann Tanken und gerade noch rechtzeitig zur Streckenbegehung, inklusive Vorführung der Linienwahl durch Instruktoren auf dem Motorrad, zurück. Auch meine Problemkurve war dabei und dann verstand ich auch genau was ich falsch machte! Auch die anderen vorgeführten Kurven waren sehr aufschlussreich.
Ich hab dann noch schnell mein Motorrad beim Fahrwerksspeziallisten vorgeführt, der meinte dann auch nur knapp: vorne viel zuviel Negativfederweg und hinten überhaupt keiner. Also vorne Vorspannung drauf, hinten weg. Dämpfung hinten hat er dann ein wenig aufgemacht. Ergo, zumindest für hinten mal einen Hakenschlüssel organisieren. Aber der vierte Turn stand kurz bevor, sodass ich dies auf die nächste Pause verschob.

Im vierten Turn wurde dann vom Instruktor gefilmt, damit man später mal sehen konnte wie man a) auf dem Motorrod sitzt und b) ob man eine vernünftige Linie fährt. Ich hab mich dann auf die Linie konzentriert und siehe da, meine Kurve klappte viel besser. Ich fuhr sie zwar wie vorher an, aber dann nicht so eng und auf einmal war sie kein Problem mehr! Dann hab ich weiter versucht die Sitzposition hinzubekommen. Aber nach dem Turn und der Videoauswertung wusste ich, das war noch nix! Oberkörper viel zu mittig über dem Motorrad, Popo nicht weit genug rüber. Mein Landstraßenstil halt. Ich bat dann meinen Instruktor mir das nochmal direkt an meinem Motorrad zu üben, dann kam aber erstmal wieder ein Sturz und jemand legte sich wieder richtig böse hin. Daraufhin war auch der nächste Turn hinüber. Jetzt hatte ich Zeit mir einen Hakenschlüssel zu besorgen. Ich hab mich also durchs Fahrerlager durchgefragt und bin dann beim Reifenservice fündig geworden. Kurz die Vorspannung hinten rausgenommen und siehe da, ein Negativfederweg! Ich muss sagen, im Fahrerlager geht es sehr Kollegial zu, man hilft sich wo man kann. So hart man sich auf der Piste beackert, so nett ist man ansonsten zu sich. Sehr angenehm!
Dann die Sache mit der Sitzposition. Der Instruktor hielt das Motorrad und zeigte mir wie weit ich rüberrutschen sollte. Mindestens eine Arschbacke in der Luft und vor allem die kurveninnere Schulter zur Kurveninnenseite! Das kurvenäussere Knie hält einen am Tank fest, die ganze Last liegt auf dem kurveninneren Bein. Die Arme betont locker. Herrje dachte ich, da muss ich noch an mir arbeiten. Aber dafür war ich ja dort!

In Turn 6 hab ich das dann gleich mal angewandt, das war ganz schönes geturne und war tierisch anstrengend aber ich verstand nun wie es geht und merke auch, das wenn man es richtig machte, man deutlich besser und schneller ums Eck kam! Ich merkte aber auch, das mir die Sitzposition in rechtskurven irgendwie nicht gelang, links rum war kein Problem. Na gut, was nicht ist kann ja noch werden.

Glücklicherweise hatten die Veranstalter dem Betreiber einen siebten Turn abgeschwatzt, als Ersatz für einen der beiden ausgefallenen. So konnten wir um 18:20 nochmal auf die Strecke. Jetzt passte alles ganz gut, auch wenn rechtsrum weiterhin nicht meine Schokoseite war. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen im letzten Turn deutlich entspannt und eigentlich langsamer unterwegs zu sein, denn am Ende des Tages ist man eigentlich schon recht fertig und die Konzentration lässt spürbar nach. Der Tag ist dann schon beinahe rum und oft passieren dann die dümmsten Dinge und man kommt doch nicht heil nach hause.
Es stellte sich aber raus, das genau dieses entspannte Herrangehen dazu führte das die letzten paar Runden wirklich wirklich gut liefen und zwar nicht nur bei mir, sondern auch bei allen anderen! In einer der letzten Runden fuhr ich dann hinter dem Instruktor und in einer langen Links nahm er die linke Hand vom Lenker und tätschelte symbolisch den Asphalt. Jo, dachte ich, das kann ich auch und tat es ihm gleich, worauf ich von ihm den Daumen hoch bekam. Linksrum passt bei mir eben! Der Panigalefahrer hinter mir meinte dann nach dem Turn zu mir, das er einen Lachanfall von der Aktion bekommen hat, weil er sich nur WTF dachte als er das sah! Ich hoffe ich bekomme das Video davon noch, hat er mir versprochen!

Die Instruktoren waren jedenfalls sichtlich zufrieden! Auch weil sich niemand von der Kurvenschule hingelegt hatte, denn im Racecamp stürtzten an diesem Tag ganze sechs Fahrer/innen was eine deutliche Häufung ist. Einer davon musste sogar per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Ich hoffe es geht ihm oder ihr und allen anderen Gestürzten gut.

Es gab dann noch eine Abschlussbesprechung und Lob für alle Beteiligten. Ich musste dann Leider zusammenpacken, viele der Teilnehmer hatten den Zweitageskurs gebucht und ich muss sagen, ich war ein wenig traurig das ich das nicht auch getan habe. Vom Streckenfotografen habe ich mir dann noch meine Bilder auf CD brennen lassen, leider alle gemacht bevor ich das mit der Sitzposition kapiert hatte und auch noch beinahe alle aus Rechtskurven, viele davon in meiner Problemkurve! So, das reicht an Ausreden! ;)
Nach dem wieder StVO-konform machen der EVO fuhr ich gen Heimat. Ganz ganz StVO konform, sehr sehr entspannt. Überhaupt kein Bedürfnis auch nur irgendwie übermäßig am Kabel zu ziehen. Ich war glaube erstmal gesättigt was das Anging. So wurde ich dann auch von anderen Motorrädern und tiefergelegten brandenburger Motzkarren überholt. Ich konnte mir dabei nur denken, “na macht ihr mal”!

Was ich mitgenommen habe von dieser Veranstaltung ist der Wunsch das nächstes Jahr wieder zu machen. Dann auf jedenfall früher in der Saison und gerne auch zwei Tage am Stück. Denn wenn man es recht betrachtet macht das deutlich mehr Sinn. Erst am Ende des Tages trug die Arbeit und das Lernen des Tages erste Früchte. Ich denke noch ein weiterer Tag mit einmal schlafen und es hätte nochmal richtig was gebracht. Aber das ist ja auch etwas, was man erstmal lernen muss.

Das Fahren auf der Rennstrecke hat vom Stil her natürlich nichts mit dem Fahren auf der Landstraße gemein, das sind deutlich unterschiedliche Welten. Allerdings verschiebt sich bei einem Tag auf der Rennstrecke die innere Grenze was zB. Schräglage angeht, man weiss auf einmal was an Schräglage gehen würde und ich glaube das sorgt dafür das man auf der Landstraße deutlich entspannter Kurven fährt, weil man da längst nicht so heftig unterwegs ist. Ein entspannter Fahrer ist meistens auch ein sicherer Fahrer, weil er viel Kapazität im Kopf frei hat um Verkehr und Situation zu beobachten, denn das Fahren an sich ist eben entspannt. Das Gegenteil ist ein Fahrer der auf der Landstraße immer an seiner Grenze fährt, das kann nicht entspannt gehen und birgt auch ein großes Risiko in sich. Man kann natürlich sehr langsam auf der Landstraße fahren, aber mit fehlender Übung geht auch die Grenze immerweiter zurück und irgendwann holt sie einen doch ein und man ist wieder am persönlichen Limit. Ich kann das persönlich an mir beobachten, ich würde auf jedenfall behaupten das ich vor zwei Jahren deutlich besser gefahren bin als dieses und letztes Jahr, einfach weil ich vor zwei Jahren das letzte Training hatte.

Deswegen rate ich immerwieder allen die ich kenne und die Motorrad fahren, immermal wieder ein Sicherheitstraining oder Rennstreckentraining mitzumachen! Es geht dort nicht zuallererst darum schneller zu werden, sondern entspannter, flüssiger, präziser und damit sicherer!

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Heute Abend noch eine Runde fertig machen für das Kurventraining eingelegt. Schnell noch eine Schlauchschelle besorgt, Rödeldraht und den Bohrer rausgeholt. Zumindest Ölfilter und Öleinfüllstutzen sind jetzt gegen losdrehen gesichert. Will ja nicht das Fräulein auf die Strecke macht! Kühlflüssigkeit hat sie ja keine, die sie verlieren könnte! ;)

Spiegel werde ich morgen vor Ort noch abschrauben, auf der Renne ist es egal was hinter mir ist. Tacho werde ich abkleben, es gilt ja keine StVO, und die Sicherung des Scheinwerfers werde ich einfach rausziehen. Der wird ja vermutlich eh mit einer Startnummer abgeklebt.

Das muss dann reichen. Um 08:00 ist Anmeldung und Technikcheck, um 08:15 dann schon Fahrerbesprechung. Mal sehen wie doll sie checken. Um 09:00 gehts dann zum ersten Turn raus, letzter Turn endet um 17:00 Uhr.

Hab mir schon die warme Unterwäsche für die An- und Abreise rausgelegt, Zwiebelprinzip unter der Lederkombi.

Dann bleibt nurnoch zu hoffen das alles glatt geht, das Wetter mitspielt und mein Restprofil auf den Reifen für den Tag ausreichend ist!

PS: Man möge mir diese grausigen Mobiltelefonbilder verzeihen.. 2012 und trotzdem..

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Irgendwann hat es mich im letzten Monat geritten und ich hab mich doch noch für das Kurventraining des MOTORRAD action teams in Groß-Dölln angemeldet.. für Mitte September! Genauer für Morgen!

Wenn ich mir morgens das Wetter angucke dann werd ich mir morgen früh schön den Hintern abfrieren bei der Anreise! Die EVO muss ich auch noch ein wenig Rennstreckentauglich machen.

Ich bin schon gespannt, gar ein wenig aufgeregt!

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Würde Robin zu Batman sagen wenn die beiden heute mit in Linthe gewesen wären. Waren sie aber nicht! Dafür hab ich mich mir mit einer bunt gemischten siebenköpfigen Truppe anderer Motorradfahrer jede Menge Runden auf dem Rundkurs gegeben und natürlich alles was man sonst noch so an Fahrsicherheitsübungen machen kann durchgespielt.

Das schöne an solchen Veranstaltungen ist immer, man trifft nie auf Leute die eigentlich keinen Bock haben oder meinen das eh alles schon zu können. Sondern man hat naturgemäß immer ein paar unterdurchschnittliche Fahrer die unbedingt etwas dazulernen wollen, ein paar durchschnittliche Fahrer die gerne noch was lernen möchten und ein paar überdurchschnittliche Fahrer die wissen das man immer irgendwas lernen kann! Das ganze ist dann auch immer sofort sehr kollegial, hilfsbereit und freundlich. Motorradfahren verbindet, selbst wenn die einen auf Sportmotorrädern dort fahren und die anderen mit Reisedampfern. Toll.

Klar war, rein von der Theorie kommt da jetzt nichts neues mehr. Dazu müsste man vielleicht mal ein echtes Rennstreckentraining machen, das ist dann aber schon sehr speziell und hat mit Fahrsicherheit beim Fahren im öffentlichen Straßenverkehr nichts mehr zu tun. Reizen tut es mich trotzdem! Aber auch schon das bekannte nochmal aufzufrischen, die Theorie mal wieder bewusst in die Praxis umzusetzen und das ganze auch bei höheren Geschwindigkeiten und Nässe zu fahren hat eine Menge Aha-Erlebnisse gebracht.

Das Wetter war beinahe zu gut, ich hatte ja quasi kurz vorher gebucht weil abzusehen war das es keinen Regen geben wird, aber so ein bisschen bedeckt hätte auch nicht schaden können. Nach dem Mittagessen war es teilweise arg heiss auf dem Platz, zumindest wenn man für weitere Instruktionen anhielt und sich nicht zum fünfhundertsten Mal aus Helm und Handschuhen pellen wollte um sich danach wieder in die schweissnassen Handschuhe zu zwängen.

Zum Glück kann man es auf dem Kurs ganz gut Krachen lassen, da gab es dann ordentlich Fahrtwind und ich weiss jetzt das die Rasten der SV schleifen bevor auf dem Pilot Road 2 der Arm des Michelinmännchens weg ist! Reicht dann auch mit der Schräglage, fährt man so auf der Straße eh nicht, weil Reserven gibts dann keine mehr! Aufgeteilt wurde beim Fahren in zwei Gruppen, eine schnellere und eine langsamere. Der Kurs ist sehr kurvig und so kann man auch mit der SV problemlos an einer Ducati 999 oder RSV Mille R dranbleiben. Aber auch mal hinter jemandem Fahren der deutlich langsamer als man selbst ist kann ganz nützlich sein, man muss dann halt einfach mal das Tempo rausnehmen und kann sich dafür entspannt auf Linie und Technik konzentrieren.

Es gab zum Glück nur eine Flucht ins Gelände, diese allerdings sehr sauber ausgeführt so das es keinen Schaden an Mensch und Maschine gab. Einen Sturz beim Bremsen auf nasser Fahrbahn gab es auch. Dabei hat es genau das richtige Motorrad erwischt, eine alte BMW R80 mit stabilen Sturzbügeln um die Zylinder. Der ältere Herr der diese BMW Betrieb hat es also auch locker genommen und sich wieder auf das wirklich sehr schöne Stück geschwungen. Wäre die Ducati oder Mille gestürzt, daß wäre wesentlich teurer geworden!

Einen argen Schreckmoment hatte ich gegen Ende dann noch. In einer schnellen langgezogenen Links die dann in eine scharfe Links-Rechts-Schikane endet hab ichs beim runterschalten vor der Schikane übertrieben und die passende Drehzahl mit dem Zwischengas nicht getroffen. Resultat war ein dickes schwarzes S das mein Hinterrad auf den Asphalt malte. Leider war ich zu dem Zeitpunkt noch ein Stück in Schräglage.. das macht dann nicht so Laune. Da war wohl die Konzentration am Ende und das Tempo schon zu hochgeschraubt. Ich hab die nächste und auch letzte Runde dann ne Ecke langsamer gefahren und dafür den Ablauf nochmal sauber. Dann hatte ich auch erstmal genug und der Tag auch vorbei.

Auf dem Heimweg kamen mir die Kurven der Landstraßen dann jedenfalls lächerlich vor, Bremsen brauchte es für diese jedenfalls nicht. Vorgestern hätte das noch anders ausgesehen! Nächstes Jahr muss ich mir ein neues Training aussuchen, mal sehen was es da noch so gibt..

UPDATE: Ein Bild vom Schräglagentraining darf natürlich nicht fehlen! ;-)

20090806251

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