Der Plan war einfach wie genial, der neu erworbene Austauschkopf sollte auf den Motor, damit der Admiral dann vom OP-Tisch ist. Die folgenden Schilderungen verliefen über mehrere Tage.. und Wochen, wie das immer so ist und beziehen sich auf den EVO Motor, bei dem man die Steuerzeiten einstellen kann. Sind aber abgesehen von Messwerten auch auf andere Ducati 2-Ventile übertragbar.

So ein demontierter Kopf hat den großen Vorteil, dass er im Gegensatz zu einem Motorrad problemlos mit in die Wohnung und die Küche geschafft werden kann. Wo man dann im warmen und bei einer schönen Tasse Tee und während die Kinder im Bette schnurcheln, herrlich eine Ventilspielkontrolle durchführen kann.
Auch kommt man im ausgebauten Zustand so schön an alles ran, muss keine Angst haben das einem was in die Öllöcher fällt oder ein Ventil in den Brennraum abhaut. Wunderbar!

So wurde das Ventilspiel schön ordentlich eingestellt und auch mal versucht selbiges per Messuhr zu messen. Aber so richtig gut funktionierte das irgendwie nicht. Entweder war die Messuhr doof oder die Messspitze rutschte immer am Messpunkt ab.

Die Säuberung des Brennraums musste dann schon wieder in der inzwischen doch recht frischen Werkstatt erfolgen. Dort aber dann eben mit allen möglichen Helferlein deren Benutzung in der heimischen Küche einem durchaus gewisse Missgunst, mindestens aber ein gehöriges Kopfschütteln einbringen würden.

So ein frisch eingestellter und gesäuberter Zylinderkopf, der kann dann auch fein mit neuer Dichtung und entsprechendem Annähererungsdrehmoment wieder in seine endgültige Position oben auf dem Zylinder verbracht werden.

Bei den neueren 2-Ventilern sind die Nockenwellenräder von Hause aus einstellbar. Gelöst durch Langlöcher im Rad und einen Flansch auf dem es befestigt wird, welcher dann an der Nockenwelle fest ist.

Nun ist es so, dass bei diesem Kopf das Riemenrad welches der Ventilsteuerung dient, vom Kopf demontiert war und von mir wieder angebracht werden musste. Nun kann man das natürlich so grob machen, aber richtiger ist natürlich die Steuerzeiten einzustellen. Sonst machen die Ventile zu falschen Zeit auf oder zu. Im besten Fall kostet das Leistung, im schlechtesten schliessen Kolben und Ventile enge Freundschaft.

Werkzeug

Ein wenig Werkzeug ist dazu nötig. Eine Gradscheibe zum Messen der Stellung der Kurbelwelle und etwas zum durchdrehen des Motors.
Mindestens eine, besser aber zwei Messuhren sowie etwas zum befestigen selbiger.
Eine Sammlung an Fühlerlehrenblätter in ausreichenden Stärken, bei korrektem Ventilspiel 0,10-0,15mm.
Hilfreich ist eine Nuss für die Kronenmutter auf den Nockenwellenrädern, eine Messspitze für die Messuhren welche auf der Schliesserhülse angesetzt werden kann.

Oberer Totpunkt

Als erstes muss man erst einmal den tatsächlichen oberen Totpunkt (OT) des Zylinders finden, es gibt zwar Hilfsmarkierungen am Motor, diese sind aber zu ungenau und eher für andere Servicearbeiten gedacht.
Der tatsächliche OT ist der Moment an dem der Kolben komplett nach oben im Zylinder gefahren ist und welcher genau zwischen dem beendeten hochfahren und dem beginnenden runterfahren des Kolbens liegt.
So ein Kolben in einem Verbrennungsmotor verweilt einige Zeit in seiner obersten Position, obwohl die Kurbelwelle weiter dreht, denn durch die drehende Lagerung auf Kurbelwelle und Kolbenbolzen gibt es einen Moment der Stagnation, der durchaus mehrere Grad Kurbelwellenrotation beträgt.
Einen ungenauen OT mit Hilfe eines Schraubendrehers im Zündkerzenloch suchen, hilft einem beim Einstellen der Steuerzeiten also herzlich wenig.

Es gibt dann prinzipiell zwei Möglichkeiten den wahren OT zu finden. Beiden liegt eine Gradscheibe an der Kurbelwelle und die Kunst des Mittelns zugrunde. Die eine funktioniert mit einem OT-Stop, die andere mit einer Messuhr.

Beim OT-Stop steckt man durchs Kerzenloch einen Anschlag an den der Kolben vor dem OT anschlägt und den Motor physisch blockiert, also behutsam beim durchdrehen des Motors sein!
Das macht man einmal in Motordrehrichtung und einmal entgegen der Motordrehrichtung. Bei beiden Stellen liest man jeweils auf der Gradscheibe die Gradzahl ab und bildet den Mittelwert. Beispiel: Anschlag 14° vor OT in Drehrichtung, Anschlag 20° nach OT gegen Motordrehrichtung. (14+20)/2=17. Ergo muss man die Gradscheibe bei Anschlag auf 17° vor bzw. nach OT stellen, ohne die Kurbelwelle zu drehen! Dann ist die Markierung für OT auch wirklich der OT.
Genauso funktioniert das mit der Messuhr im Kerzenloch, nur wählt man dort einen beliebigen Kolbenhub bei dem man die Gradzahl abliest. Also zB. bei 4mm Kolbenhub vor und nach OT liest man seine beiden Messwerte ab.
Funktionieren tut beides, letzteres ist weniger Brutal und man muss den Motor nicht gegen seine Drehrichtung würgen.

Steuerzeiten messen

Jetzt kann es losgehen mit dem Messen der Steuerzeiten. Dazu muss man die Messuhr auf dem Ventil platzieren und dort den Hub, ausgehend von komplett geschlossenem Ventil, messen. Ein Haltearm, den man an den Ventildeckelverschraubungen befetigen kann, ist sehr hilfreich.

Ducati sieht vor, dass man jeweils bei 1mm Ventilhub die Gradzahl abliest und selbige mit den vorgegebenen Abgleicht.

Also zB. Einlassventil öffnet um 1mm Ventilhub bei 14° vor OT. Gleiches Ventil beim schliessen, kommt auf 1mm Ventilhub dann bei 73° nach UT, entspricht einer Ventilöffnungsdauer von 267° (14+90+90+73). Die Werte gibt es natürlich noch für das Auslassventil.
Ist beim 2-Ventiler aber relativ egal, denn es gibt nur eine Nockenwelle im Kopf! Auch kann man die zweite Gradzahl eigentlich weg lassen, sie dient eher nur der Kontrolle. Und wie sie der Kontrolle dient, das werden wir noch sehen!
Die Werte dürfen übrigens um +-3° abweichen.

Hier sieht man aber wie wichtig der richtige OT ist, denn an diesem orientiert sich alles!

Zum Messen selbst muss man das Ventilspiel egalisieren, heisst zwischen Öffnerarm und Ventil das Spiel mit einer geeigneten Fühlerlehre auf 0,0 bringen. Am Auslasshebel hat man nicht viel Spiel, ausserdem ist dieses beim Schliessvorgang nicht vorhanden und die Hilfsfeder egalisiert dieses eh.

So weit alles geklärt. Anfangen mit Messen!

Der neue Kopf war ein paar Grad neben den optimalen Steuerzeiten, das zeigte die Messung beim öffnen am Einlass. Also wurde am Riemenrad gedreht bis es besser passte. Das erste Mal natürlich in die falsche Richtung gedreht.. elend. Dann passte es einigermaßen. 19° vor OT ging das Ventil auf und es ging zu um.. 58° nach UT. Haeh? Das sind doch keine 267°, sondern nur 257°! Da fehlen doch 10° Öffnungsdauer!? Wie kann das sein? Es folgten langwierige gewissenhafte Neumessungen, das bauen von verbesserten Messspitzen um genauere Werte zu bekommen, der Kauf einer digitalen Messuhr, erneute OT Bestimmung. Unklar, es blieb dabei.
Auch wurde am stehenden Zylinder gemessen, welcher ja noch original ist. Dort stimmten die Werte alle, 267° Öffnungsdauer.

Dieser Öffnungdauer-Wert, der ist Nockenwellenspezifisch. Bekommt man den nicht, kann es sich eigentlich nicht um die korrekte Nockenwelle handeln! Hatte da etwa jemand die falsche Nockenwelle in den gebrauchten Kopf gebaut? Ich wusste vom Verkäufer das er die Köpfe nie auseinander hatte und ich glaube ihm das auch 100%. Aber vielleicht hatte der Mensch von dem er den Motor hatte wo die Köpfe drauf waren…

Was kann man jetzt tun um rauszufinden ob dem so ist? Klar, Nockenwelle raus. Heisst aber Hutmutter kaputt machen, Kopf auseinander nehmen. Elend. Erstmal habe ich den Ventilhub gemessen, am originalen stehenden Zylinder 11,7mm. Am neuen liegenden 11,5mm. Huch? Hmm, Messungenauigkeit? Mann mann mann. Doch Nockenwelle ausbauen?

Da ich ja die neuen Köpfe als Paar gekauft hatte, hatte ich ja noch den Kopf vom stehenden Zylinder und dort war die Kronenmutter sowieso abgemacht worden. Es war also ein leichtes dort mal die Nockenwelle auszubauen und zu untersuchen. Denn der Mensch würde doch wenn dann beide Nockenwellen tauschen. Oder?!
Aber es kam eine ganz normale 1100 EVO Nockenwelle zum Vorschein an der man am Öffnernocken auch prima die 11,7mm Ventilhub messen konnte.

Dann traf mich der Geistesblitz, ich habe eben doch manchmal helle Momente! Wo kann man sich prima Ungenauigkeit einhandeln? Klar, beim Ventilspiel! Das sollte man ja egalisieren, was aber wenn man das nicht ausreichend getan hatte?! Beim stehenden Zylinder war ich großzügig mit einem 0,15er Blatt rangegangen.
Beim liegenden hatte ich ein 0,10er Blatt zum egalisieren benutzt, schauen wir doch mal was bei einem 0,13er Blatt für Messwerte rauskommen!

Heureka!

11,7mm Ventilhub und 267° Öffnungsdauer! Du meine Güte, was für ein Akt!

Einstellen der Steuerzeiten

Jetzt konnte ich prima das 1mm öffnen vor OT auf 14° stellen und kam bei 1mm schliessen bei gewünschten 73° herraus. Wow. Sauber und exakt eingestellte Steuerzeiten!

Ein Hilfreiches vorgehen hierbei ist übrigens die Kurbelwelle auf den zu erreichenden Gradwert zu drehen, dann die Nockenwellenriemenscheibe lösen und die Nockenwelle so weit drehen das man 1mm Hub an der Messuhr hat, ohne das sich die Nockenwellenriemenscheibe mit dreht. Jetzt die Nockenwellenriemenscheibe wieder fest machen, schauen das die Kurbelwelle noch auf dem Gradwert steht, Motor mehrmals durchdrehen und noch einmal kontrollieren. Manchmal trifft man relativ genau, manchmal muss man ein weiteres Mal nachstellen.

Der stehende Zylinder wurde auch noch eingestellt, der lag auch ein paar Grad daneben und dann wurde alles schön festgemacht und das Kapitel geschlossen. Fehlen tut jetzt nur ein dünneres Öffnerkäppchen am Auslass des stehenden Zylinders, ein Stehbolzen für den Auspuffflansch am liegenden, das säubern der Luftfilter, neue Zahnriemen und dann Öl. Dann ist der Motor fertsch!

Diesen Winter wollte ich nicht wieder kurz vor Knapp mit so elementaren Servicearbeiten am Admiral beginnen, die letzten Jahre habe ich so etwas oft den Winter vor mir her geschoben bzw. damit erst spät begonnen. Dieses mal nicht und so fing ich schon Mitte Oktober damit an.

Was steht auf dem Plan? Zahnriemenservice, Ölwechsel und Ventilspielkontrolle. Die letzten beiden mache ich beim Admiral jeden Winter. So ein Motor ist auf der Rennstrecke doch arger Belastung ausgesetzt, da kann es nicht Schaden auf der sicheren Seite zu sein und öfter mal nachzuschauen.

Schritt eins also erstmal das Öl ablassen und schauen was sich dort so im Sieb findet. Tatsächlich fanden sich einige magnetische Brocken. Nach Rücksprache mit jemandem der so etwas öfter in den Händen hat lautet die Diagnose wohl ein wenig Materialermüdung am Getriebe, aber nichts kritisches.

Weiter sollte es mit der Ventilspielkontrolle gehen. Dazu muss der kleine Servicedeckel am Lichtmaschinendeckel aufgemacht werden, um mit Hilfe einer Kurbel den Motor weiter zu drehen. Die beiden Schrauben die diesen Servicedeckel halten sind nicht die tollsten und so dreht sich eine davon rund.

Torx-Bits reinhauen half auch nicht, machte den Kopf nur unschöner. Am Ende half dann ein Stück aufbohren und dann noch mal ein Torx-Bit reinhämmern. Uff.

Das Ventilspiel wird kontrolliert in dem der zu kontrollierende Zylinder auf Zünd-OT gedreht wird, dann sind alle Ventile geschlossen, die Nockenwelle hat für keines der Ventile im Kopf einen Hub.

Das geht auch recht gut von der Hand weil schon öfter gemacht. Aber was verwunderlich war, beim durchdrehen des Motors gab es vom liegenden Zylinder ein komisches Klackgeräusch. Es war nicht ganz feststellbar wann und von wo es genau kam. Aber irgendwie hörte sich das nicht schön an.

Ich hab den Kolben dann auf UT gedreht um den Zylinderkopf per Hand am Riemenrad mal druchdrehen zu können und scheinbar kam es vom Auslassventil beim schliessen, im Moment der Ventilüberschneidung. Auch war das mechanisch am Riemenrad und am Ventilhebel zu spüren. Hier mal eine Audioaufnahme davon.

Großes Rätselraten was da sein könnte. Das Spiel des Schliessers war zu groß, 0,10mm (Soll 0,00-0,05mm). Das des Öffners war grenzwertig auf 0,10mm (Soll 0,10-0,15mm). Keine Erklärung eigentlich für das Klacken. Eine Vermutung war Nockenwellenlagerung auf Grund von zu hoher Riemenspannung verschlissen. Herrje.

Nach Rücksprache mit einigen anderen selbst schraubenden Zwangsgesteuerten blieb eigentlich nur eine Maßnahme um der Sache auf den Grund zu gehen: Kopf ab!

Nun ist Kopf ab machen ja kein Akt, kompliziert wird es ja eigentlich immer erst wieder bei Kopf drauf. Denn da braucht es dann eine neue Kopfdichtung (38EUR) und man braucht ein Werkzeug um die Kopfschrauben wieder mit Drehmoment festziehen zu können. Denn die sind auf Grund der Kühlrippen schwer zugänglich.
Also wurde Dichtung, Werkzeug und sonstige eventuell anfallende Materialien bestellt. Da kommt schnell ein bisschen was zusammen, aber Werkzeug ist ja für die Ewigkeit.. oder so. Jetzt habe ich jedenfalls alles da um so einen 2V-Kopf komplett zu zerlegen und das tat ich dann auch.

Denn auch im ausgebauten Zustand war nicht ersichtlich woher diese Klacken kam. Ausser das es nicht vom Auslass, sondern vom Einlassventil kam! Das hatte man nur nicht so gut gehört weil die Drosselklappen und Luftfilter das Geräusch so gedämpft haben.
Es hörte sich an wie ein Ventil das zu schnappt. Wer schon mal ein Ventil mit dem Finger in seinen Sitz gedrückt hat der weiss wie sich das Geräusch ungefähr anhört.
Es musste also der Kopf auseinander um zu schauen ob die Vermutung mit der Nockenwellenlagerung stimmte und auch um mal die Laufflächen der Kipphebel nebst Nockenwelle anzusehen.

Dank passendem Werkzeug war das tatsächlich recht schnell machbar. Die Kipphebel fand ich in Ordnung, die Nockenwelle sah auch gut aus. Das Lager der Nockenwelle auf der Deckelseite hatte auf jeden Fall Spuren. Leider kann ich so etwas mangels Erfahrung nicht wirklich beurteilen, aber auf quasi 11 Uhr gesehen waren die Laufspuren zumindest auch mit dem Fingernagel spürbar. Ich hab die Laufspuren dann jemandem gezeigt der vom Fach ist, der hat sie aber nicht als kritisch eingestuft und sie liefern zumindest keine Erklärung für das Klacken.

Ich hab dann den Kopf ohne die Hilfsfedern des Schliessers wieder zusammen gebaut aber das Geräusch blieb. Die Federn haben also kein Problem. Auch war das Geräusch immer einen Moment weg wenn man das Ventil in seinem Sitz ein Stück weiter gedreht hat, ich hab dann auch mal den Ventilsitz sauber gemacht, da dieser ein bisschen klebrig war. Das Geräusch war dann auch weg. Aber nach dem wieder einbauen der Hilfsfeder war das Geräusch wieder vorhanden.
Der Ventilschaft selbst ist gerade, das ergab ein Test auf einem Spiegel bei dem man den Schaft dort dreht und mit der Fühlerlehre schaut ob es Spiel zwischen Schaft und Spiegel gibt. Der Ventilteller ist augenscheinlich auch nicht verbogen. Kontakt mit dem Kolben gab es jedenfalls keinen.
Also hab ich mal versucht das Ventilschaftspiel zu messen. Gemessen am Schaft unter dem Schliesserhebel mit ca. einem halben Zentimeter geöffneten Ventil soll man dort die Hälfte des Spiels messen können. Als Werte habe ich 0,24mm Einlass (0,12mm gemessen) und 0,38mm am Auslass (0,19mm gemessen).
Maximales Spiel sollen 0,5mm sein, also auch unter der Verschleißgrenze, wenn auch keine berauschenden Werte.

Es ist mir also weiterhin ein Rätsel warum dieses Problem auftritt bzw. ob ich einfach nur das Gras wachsen höre und das vollkommen Normal ist. Praktischerweise habe ich bei meinen Kontakten einen Satz EVO Zylinderkopfe erstehen können. Ich habe jetzt also jetzt zumindest schon mal etwas um das Motorrad wieder zusammen zu bauen und ein bisschen was auf Reserve. Muss nur noch das Ventilspiel messen und einstellen, dann kann der Motor zumindest wieder zusammen und ich die Ursachenforschung weiter betreiben ohne dass das Motorrad zerlegt ist.

Fortsetzung folgt…

Auf dem STC war ich mal die SPS von Andreas einen Turn gefahren, welche über einen Schaltautomaten verfügt. Anfangs fand ich das komisch, einfach so auf den Ganghebel zu latschen und dann schaltet das Motorrad einen Gang hoch. Aber nach jeder Runde fand ich das cooler.
In Most dann gab es wieder lang gezogene Vollgaskurven in denen man durchaus auch mal ein zwei Gänge hochschalten kann oder muss. Dort reifte in mir der Gedanke mir doch auch mal so einen Schaltautomaten zuzulegen.

Nun gibt es da viele verschiedene Systeme und auch für mein Ignijet Steuergerät gibt es eine Schaltautomatenfunktion, allerdings nur wenn man das gegen Geld zusätzlich freischalten lässt und dann muss man sich noch den entsprechenden Sensor für den Hebel kaufen.
Hinzu kommt das die meisten Sensoren im Schaltgestänge verbaut werden, quasi einen Teil der Schaltstange durch einen Sensor ersetzen, ich aber kein Gestänge habe, weil ich einen Direktschalthebel fahre.

Diese Optionen machten mich alle nicht wirklich an. Aber dann tauchte irgendwie der Link zum QuickShifter easy von HealTech in meiner Timeline auf und das System war sehr interessant! Erstens ist es ein komplettes Set für “nur” 289 EUR und zweitens ist der Sensor mit dabei und dieser wird nicht im Gestänge verbaut sondern einfach nur an einer zug/druckbelasteten Schraube am Schalthebel. Kann das funktionieren?!

Ich hab dann ne Weile überlegt und irgendwann bestellt. Als Kit hab ich das für die Monster 1100 EVO genommen, vom Motorkabelbaum unterscheidet sich diese ja zum Admiral nicht.

Das Kit besteht dann aus der Steuereinheit, einem Sensor und einem Motorkabelbaum welcher zwischen die Einspritzdüsen gesteckt und dann an die Steuereinheit verbunden wird.
Die Steuereinheit besitzt Bluetooth und kann per App auf dem Handy konfiguriert werden. Der Sensor wird an den Schalthebel geschraubt und mit dem Steuergerät verbunden.

Der Sensor misst als vermutlich mit einem Piezo ob ein Biegemoment anliegt wenn man auf den Hebel tritt. Das Steuergerät hat einen Schwellwert und eine mindestens anliegende Motordrehzahl eingestellt und unterbricht dann die Einspritzung für einen einstellbaren Zeitraum. All das kann man per App konfigurieren. Jaha, der modere Moppedschrauber konfiguriert sein Motorrad inzwischen per App! ;)

Einfach und vor allem, es funktioniert! Der Einbau zog sich über mehrere Wochen, aber insgesamt war das ganze in 1-2 Stunden durch. Heute bin ich dann mal über den Werkstatthof gedonnert und tatsächlich kann man einfach auf den Hebel treten und schaltet hoch. Wunderbar, ich bin gespannt wie das System auf der Strecke funktioniert!

Damals beim Schrauberkurs den Used Italien Parts veranstaltet hatte, sind so ein paar relativ schöne Kettenspanner aus dem Hause Rizoma in meinen Besitz übergegangen. Leider waren keine Einstellschrauben dabei und das Gewinde in den Spannern ist ein M10x1 Feingewinde.
Da ich sonst nichts hatte, habe ich einfach passende Schrauben und Muttern bestellt und diese benutzt. Das funktioniert an sich relativ gut, nur das einstellen der Kettenspannung ist sehr umständlich, denn man kommt mit dem Maulschlüssel nicht an den Kopf der Schraube.

So oft musste ich jetzt die Spannung noch nicht nachstellen, so ein Rennmotorrad fährt ja nicht besonders viele Kilometer. Allerdings habe ich jetzt endlich mal auf eine längere Kette umgerüstet um das Hinterrad so weit es irgendwie geht nach hinten zu schieben. Das soll im Zusammenspiel mit der Offset-Kabelbrücke für noch mehr Kurvenstabilität sorgen. Lang läuft! ;)

Jetzt war also wieder die Kettenspannung einzustellen und da nervten mich die doofen Schrauben. Da die Werkstatt ja inzwischen im Besitz einer Drehbank ist, lag es also nahe sich einfach selbst passende Schrauben aus Alu zu drehen!

Also wurde ein Schneideisen für M10x1 bestellt, ein Schneideisenhalterset was man auch auf der Drehbank benutzen kann und natürlich Alu-Rundmaterial.

Als Vorlage dienten grob die Verstellschrauben der originalen Kettenspanner. Also ein Gewindeschaft mit einem Rundstück am Ende in dem Löcher sind die man mit einem Schraubendreher oder ähnlichem drehen kann.

Als erstes habe ich die Löcher gebohrt, so ein komplettes Stück Runmaterial macht sich beim bearbeiten in der Standbohrmaschine irgendwie immer besser. Danach wurde der Rohling für den Gewindeschaft abgedreht auf das passende Außenmaß zum schneiden eines M10x1 Gewinde.
Das dauerte eine ganze Weile, der Durchmesser des Rundmatierals war 30mm, diesen Umfang sollte das Rundstück mit den Löchern am Ende ca. haben. Es mussten also ca. 20mm Umfang abgedreht werden, was eine ganze Menge lustiges Alu-Lametta produziert!

Wenn der Rohling dann fertig ist, kann man das Gewinde schneiden. Dazu macht sich das Set zum halten des Schneideisens in der Drehbank sehr gut, denn man bekommt das Schneideisen genau 90° auf den Schaft. Man könnte auch mit der Drehbank selbst ein Gewinde schneiden, aber das muss ich erst noch ausprobieren.. an einem Werkstück das nicht soviel Aufwand war.

Danach alles noch ein bisschen hübsch machen und man hat eine prima Schraube! Dann darf man das ganze noch mal machen, denn man braucht ja zwei!
Das ganze hat sich über mehrere Tage gezogen, so ist das wenn man nur mal hier ein bisschen Zeit und dort ein bisschen Zeit hat.

Jetzt kann man aber prima die Kettenspannung ganz genau einstellen und vor allem auch die Kettenflucht! Statt der Kontermutter könnte man auch noch eine Scheibe aus Alu mit Löchern drehen.. aber die Zeit..

Achja, zwischendrin hab ich die Drehbank noch mit digitalen Vorschubanzeigen für den Kreuztisch ausgestattet, das macht das drehen der zweiten Schraube deutlich einfacher!

Als ich mir eine neue gebrauchte Bremspumpe mit externem Flüssigkeitsbehälter gekauft habe, um andere Stummel als die 999 Originalstummel fahren zu können, war an der Pumpe ein kleiner Flüssigkeitsbehälter verbaut wie er normalerweise an der Kupplung Verwendung findet.
Das funktioniert an sich natürlich auch ohne Probleme, aber man muss halt doch öfter mal auf den Flüssigkeitsstand achten, weil das Volumen des Behälters natürlich deutlich kleiner ist und somit schneller mal leer ist wenn die Bremsbeläge sich abnutzen.
Blöd ist auch, dass wenn man die Beläge beim Radwechsel auseinander drückt, die Suppe auf Grund des geringen Behältervolumens oben quasi überläuft, sofern man nicht mit einem sehr niedrigen Stand unterwegs ist. Selbiger ist dann aber wieder bisschen wenig für meinen Geschmack.

Ich hatte da jetzt die Nase von voll und schon damals als ich die Pumpe kaufte hatte ich einen großen Behälter besorgt. Heute hatte ich nun endlich mal die Zeit diesen zu verbauen. Was mir dazu fehlte war allerdings ein Halter für den Behälter, der für den kleinen war natürlich nicht zu gebrauchen. Also bekam ein Streifen Flachalu ein paar Löcher und ein paar Biegungen. Nach viel viel probieren und messen und wieder probieren kam dann tatsächlich etwas durchaus brauchbares heraus.
Dann fehlte noch einen kleine Hülse um den Behälter richtig verschrauben zu können, kein Problem dank Drehbank, und schon war nach mehreren Stunden basteln das ganze auch schon fertig.

Ein Stück Alu und ne Kunststoffhülse. Man beachte die erleichternde Racingbohrung in der Mitte! Waren insgesamt bestimmt nur 3 Stunden Arbeit!

Dann noch ein passendes Stück Schlauch ablängen und diese furchtbar nervigen Schlauchklemmnippel drüber pröckeln. Bremsflüssigkeit rein, Luft aus dem Schlauch massieren. Neu entlüften? Axel hatte die einfachere Idee, Bremskolben an den Sätteln auseinander drücken, dann sollte Flüssigkeit nach oben fliessen und alle Luftblasen mit in den Behälter bringen. Feritg!

Fast wie ausm Laden! Nur die Schraube an der Pumpe sieht doof aus, hab aber gerade keine andere.

An der Kupplungspumpe hatte ich die letzte Woche schon Spaß. Ich hatte in Groß Dölln das Problem nach Neutral zu schalten. Ich nahm an das die Kupplungshydraulik Luft gezogen hat und damit die Kupplung nicht mehr genug trennte.
Also hab ich mich daran gemacht das System zu Enlüften, neue Flüssigkeit war eh mal dran meinte der Wassergehaltstester. Also schön mit Vakuum die Flüssigkeit rausgesaugt. Komisch war nur, es lief nix aus dem Ausgleichsbhälter nach?! Tja da hatte ich mir prima das ganze System leer gesaugt und aus dem Behälter kam nix nach. Hat wohl die Pumpe nen hau. Mit Druckluft lies sich aber durchpuste. Komisch.
Da ich gerade keinen Ersatz habe und es für die Pumpe scheinbar auch keine Rep-Sätze gibt um die mal zu überarbeiten, hab ich erstmal meine Monster kanibalisiert. Die steht eh nur rum. ;(

Mit der Monster-Pumpe war dann das befüllen und entlüften des Systems kein Problem, aber Neutral finden ist immer noch nicht so richtig pralle. Scheinbar passt da das Verhältnis von Pumpe (12mm?) und Druckgeber (30mm) nicht so richtig gut. Zum Glück braucht ich ja Neutral nicht so oft auf der Rennstrecke..

Ich war in den letzten Wochen immer mal wieder fleissig. Nach Ostern hab ich es erst Freitag geschafft beim Lackierer vorbei zu fahren und die Lackteile abzuholen. Die Abende vorher hab ich genutzt um am Verkleidungshalter die gedrehten Abstandshülsen anzuschweißen und selbigen zu Grundieren und zu Lackieren.

Leider musste ich inzwischen feststellen das meine Lackierung bzw. Grundierung irgendwie murks ist. Entweder ich hab nicht genug angeschliffen, es war doch zu kalt oder bin sonst irgendwie zu doof. Alles peniebel vorher sauber gemacht und entfettet habe ich. Jedenfalls blättert die Farbe relativ einfach ab, bzw. die Grundierung, und zerkratzt auch recht einfach. Das ist irgendwie doof, aber ich kann damit erstmal leben. Muss ich bei Gelegenheit halt noch mal bei.

Blöd war auch das ich nach der ersten Montage feststellen musste das ich die Löcher für den Spannungswandler doof positioniert hatte, so wie er montiert werden würde, würde der linke Gabelholm anstossen. Also hab ich noch einmal Löcher gebohrt und mich dann auch wieder vertan.. elend! Ich hab dann kurzerhand aus Alu eine kleine Platte hergestellt die den Wandler ausreichend weit nach vorne bringt. Jetzt passt das alles, auch wenn ich an der Gabeleinstellung noch mal was verändern sollte.

Auch ausprobiert habe ich mal Optiglanz zum reinigen der Krümmer. Zum Glück sind meine Krümmer ja nicht so lang und die De- und Montage ist eine Sache von 5 Minuten. Ich war aber doch erstaunt wie gut das ging, so mit Schleiffliess und dem Zeug. Worauf man aber echt ordentlich aufpassen muss bei dem Gebräu, ist es nach der Reinigung gründlichst abzuspülen! Sonst kommt man nach ein paar Tagen wieder und hat lauter Flugrost am Krümmer! Fragt nicht woher ich das weiß! ;)

Für die Abdeckungen der Blinkerlöcher hatte ich mir eigentlich überlegt Schrauben mit Epoxidharzklebstoff von innen auf die GFK Teile zu kleben, aber das ist nur so mäßig erfolgreich. Irgendwie hält der Kram nicht so wie ich mir das vorstelle bzw. ist mir eine Schraube wieder abgerissen beim Versuch des Verschraubens. Vermutlich wäre es doch schlauer gewesen die Abdeckungen mit GFK Matten einzukleben oder so. Aber da hab ich noch weniger Erfahrung mit. :/

Drei von vier Schrauben halten aber, für die ordentliche Verschraubung muss ich noch ein bisschen basteln und die vierte Schraube muss ich mir noch was ausdenken. Zur Not wird fürs nächste Wochenende erstmal mit durchsichtigem Paketband gesichert.

Jedenfalls konnte ich jetzt den Hocker endlich mal nach draussen in die Sonne schieben und ordentlich betrachten. Ich finde das Gerät ist ganz gut geworden. Hab dann mal die Batterie angeschlossen (ist ja nur ein Stecker!) und den Motor angeworfen. Bein drüber geschwungen und mal probeweise über das Gelände der Werkstatt gedonnert. Mein lieber Mann! Ich hab total vergessen wie das Teil abgeht! Ist halt dann doch schon nen Moment her das ich da drauf gesessen habe!

Ich bin gespannt wie das nächstes Wochenende so wird, in Groß Dölln. Bis dahin muss ich noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, aber die entscheidenen Baustellen sind damit denke ich erledigt.

Der Verkleidungshalter braucht noch ein bisschen Zuwendung bevor er auch lackiert wird, diverse Halter die für irgendwelchem Kram der Supersport gedacht waren werden nicht benötigt und können weg. Dazu hab ich erstmal den Frontkabelbaum über den Halter geworfen und die Tachoplatte nebst Tacho provisorisch angebracht um zu schauen ob nicht doch irgendwelche Halter nützlich sind. Die drei Halter welche die Frontlampe halten bin ich mir noch unsicher, die habe ich erstmal gelassen.

Meine neue Stichsäge machte dann mit einigen Haltern kurzen Prozess, das Ding geht durch Metall wie durch Butter! Echt genial! Die Halter an welche man mit der Stichsäge nicht ran kam mussten mit der normalen Säge dran glauben. Danach war der Halter 150g leichter und wiegt somit jetzt weniger als 2kg. ;)

150g Stahlschrott

Dann noch ein bisschen mit der Schruppscheibe die Überbleibsel glatt geschliffen und fertig.

Als nächste Kleinbaustelle sind die Distanzstücke für die Befestigung am Lenkkopfrohr dran. Diese sollen den Abstand zwischen Halter und Aufnahme am Lenkkopfrohr ausgleichen. Zwar gibt es problemlos Stahlrohr in passender Dimension zu kaufen (AD 12mm / ID 6 mm) aber ich hatte noch eine 12 mm Stahlstange rumliegen und da ich ja seit einer Weile eine kleine Drehbank mein Eigen nenne, war das doch eine prima Fingerübung!

Stellte sich dann raus, geht schon, dauert aber ewig. Vor allem die 6 mm ausbohren! Aber ich finde die Hülsen sind ganz passabel geworden. Bisher sind aber nur zwei von vier hergestellt. Die restlichen muss ich noch vom Rohr abstechen. Dann kommt wieder ein bisschen schweißen ins Spiel, die Hülsen müssen ja am Halter angebracht werden, ich hoffe ich bekomm das einigermassen ordentlich hin!

Beim Lackierer war ich heute auch noch kurz, wir haben zusammen mit dem Farbbestimmgerät den silbernen Farbton bestimmt. Scheint was von Honda zu sein! Ich hab mich erstmal für die silberne Verkleidung entschieden. Gespachtelt und geschliffen sind die Teile schon, ich hätte sie Freitag schon abholen können, da ich aber Freitag keine Zeit habe und dann eine Woche im Urlaub bin hole ich sie nach Ostern. Ich freu mich schon! :)

Ich bin mit der Frontverkleidung am Rennmopped irgendwie nicht so wirklich zufrieden, klassischer Look hin oder her, ich will was anderes.

Mein alter Plan ist die Bikini-Verkleidung der 900SS weiterzuverwenden welche ich ja schon an meiner Monster damals gefahren bin. Nur leider passt natürlich der Verkleidungshalter nicht so einfach an den 999 Rahmen, da dieser eine komplett andere Aufnahme dafür hat.

Deswegen wurde erstmal grob der Halter mit Adapterplatten an den Rahmen gehangen um zu sehen wie das ganze denn so aussieht.

 

Es hat ein Weilchen gedauert ein gutes Verhältnis zwischen Neigungswinkel und Höhe der Verkleidung zu finden, aber schlussendlich hab ich dann eine mir passende Position gefunden. Bei der Farbe gibt es zwei Optionen. Ich habe die Front und den Tank in Rot rumliegen, dazu habe ich ein unlackiertes Heck von Radical Ducati welches Rot lackiert werden könnte. Andererseits habe ich den Tank und das Heck in diesem herrlichen Silber, dazu würde also nur eine Front in gleicher Farbe fehlen! Die Verkleidung gibt es bei ricambi-weiss relativ günstig, der mittlere Teil war über Kleinanzeigen für noch weniger Taler zu bekommen. Das ganze wurde dann gebohrt und auf den Verkleidungshalter angepasst. Nur die Entscheidung welche Farbe ich nehme, die ist noch nicht gefallen.

 

Jetzt musste aber erstmal der Verkleidungshalter angepasst werden, so mit Adapterplatte ist das ja nix. Ursprünglich hatte ich den Plan das ganze aus Alu zu bauen und die Teile zu verlöten. Aber ich bin zu doof zum Löten wie mir scheint. Bleibt noch Schweißen! Glücklicherweise steht beim Werkstattnachbar ein WIG Schweißgerät, ein wenig theoretisches Wissen ist bei mir auch vorhanden und auf YouTube finden sich ja auch dutzendfache Erläuterungen!

Alu kann man auch Schweißen, das ist aber schwieriger als Stahl. Der Plan hier also, erstmal auf Basis des Serienhalters einen Verkleidungshalter in Stahl anpassen, davon eine Lehre bauen und dann irgendwann in Ruhe in Alu wagen. Der Halter ist in seiner endgültigen Form aus Stahl dann halt auch nicht besonders leicht und bringt 2,1kg auf die Waage.

Was folgte war eine Wochenlange Beschäftigung mit dem Thema Schweißen, diverses zusätzliches Werkzeug, Ausrüstung und viele viele Selbstversuche. Inzwischen kann ich zumindest Teile miteinander Verbinden so das es hält. Schön ist es noch immer nicht.

Abkantbank

Die alte Aufnahme am Halter wurde abgeflext und aus Stahlblech eine neue gebogen. Dazu hab ich mir noch eine Abkantbank Marke Eigenbau gebastelt, welche das Stahlblech aber auch nur gerade so gebogen bekommen hat.

Die Aufnahme wurde extra breiter gestaltet als die Verschraubung am Rahmen, da die Aufnahme später dann noch einen Boden bekommt und den Akku beherbergen soll.

Das verschweißen des Verkleidungsgestells mit der Aufnahme war schwierig, vor allem weil man durch die ganzen Verstrebungen immer kaum nah mit dem Schweißhelm herran kam und so kaum sah was man tat. Das Ergebnis war dann auch nicht besonders schön, erfüllt aber seinen Zweck und wird nach dem Lackieren des ganzen hoffentlich eh nicht mehr zu sehen sein.

Leider hat mein Telefon nach diesen Arbeiten einen spontanen Factory Reset hingelegt, weswegen ich einen haufen Bilder zu den Arbeiten verloren habe und jetzt nicht dokumentieren kann. :(

Nun hat der Verkleidungshalter eine feste Verbindung mit dem Rahmen, jetzt war es an der Reihe die seitlichen Befestigungen zu basteln. Ich hab mich dort für Aluwinkel entschieden da dort eigentlich nicht viel Kraft aufgenommen werden muss, es dient eher der Positionierung. Da an der gleichen Stelle auch der Ölkühler verschraubt ist, ist es mir auch lieber die Halter reissen bei einem Sturz einfach ab oder verbiegen sich, statt was anderes kaputt zu machen.

 

Damit ist der Verkleidungshalter positioniert und ich konnte mich daran machen den Boden an der Aufnahme zu schweißen, damit die Batterie dort hinein kann. Gründliche Nahvorbereitungen, freie Sicht und die dankbare Position einfach nur die Aussenseite des Eckstoßes schweißen zu müssen, lieferten dann auch ganz passable Ergebnisse. Hab da ohne Zusatzmaterial gearbeitet, sollte aber denke ich halten.

Das Cockpit selbst wird auf einer Platte im Geweih verschraubt, der ursprüngliche Tacho kommt dabei um 90° verdreht hinein. Hinzu kommt ein noch ein Laptimer den ich inzwischen auch mein Eigen nenne.

Was noch fehlt sind die Distanzbuchsen die hinten in den Halter kommen damit es genau auf die Aufnahme am Lenkkopfrohr passt. Die werde ich mir noch drehen müssen und dann vermutlich auch anschweißen.

Dann fehlt noch der Lack, Lackierer ist schon kontaktiert, und ein paar Kleinigkeiten

Der Einabu der Gabelbrücke gestaltete sich dann sehr einfach. Alle Lagerschalen waren noch gut, es musste dort also nichts ausgetauscht werden, es wurde also nur alles noch einmal gut eingefettet.

Den IMA Gabelschaft kann man ohne die untere Gabelbrücke in den Lenkkopf einsetzen, weil die beiden ja nicht fest verbunden, sondern über Klemmungen verbunden sind. Irgendwie muss man ja unten dann auch andere Offset-Adapter einsetzen können.

Oberes Lager

Unteres Lager

Gabelbrücke fertig eingebaut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann hab ich die untere Gabelbrücke eingebaut und das Lenkkopflager hab ich mit der Hand so weit vorgespannt bis es kein horizontales Wackeln im Lager mehr gab, die Lenkbewegung aber schön leichtgängig war. Obere Gabelbrücke aufstecken aber nicht festmachen, denn die Brücken müssen sich ja noch zueinander ausrichten wenn man die Gabelholme einsteckt.

Apropos Gabelholme. Die IMA Brücke ist eigentlich für die Öhlins Gabel gedacht, hat also an der unteren Gabelbrücke einen Innendurchmesser für 56mm dicke Gabelholme. Ich fahre die Showagabel, welche mir völlig ausreicht und selbige hat einen Gabelholmdurchmesser von 53mm. Passt also eigentlich nicht. Glücklicherweise hat mir ein Bekannter welcher eine Drehbank besitzt und damit umgehen kann ein paar Adapterhülsen gedreht welche in die untere Gabelbrücke eingesetzt werden und die diesen Unterschied im Durchmesser ausgleichen. Die obere Gabelbrücke braucht so etwas nicht, da ist bei Öhlins und Showa jeweils 53mm angesagt.

Adapterhülse von 53mm auf 56mm.

Adapterhülse in unterer Gabelbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Überstand der Gabelholme hab ich mich an eien Empfehlung gehalten, zwei Ringe sind jetzt sichtbar, das soll wohl ganz gut funktionieren. Die Gabelholme hab ich jetzt auch nur leicht festgezogen, später bekommen sie 7,5Nm und die Lenkkopfmutter ihre 28Nm.

Beim Einbau des rechten Gabelholmes ist mir noch aufgefallen, dass das Tauchrohr im Standrohr spiel hat?! Da muss ich noch mal schauen was da los ist. Kann ja eigentlich nur sein das die Gleitbuchsen irgendwie Spiel haben, was komisch ist, denn die sind neu!

Da aber sowieso noch ein Änderung an den Stummeln kommt und ich noch die Gabel ausrichten will, ist alles wirklich nur Handfest damit das Mopped wieder rollt.

Der letzte Post ist schon eine Weile her, eigentlich stand doch das Built not Bought 2017 an?! Warum gab es dazu keinen Post? Ganz einfach, mit nur einem funktionstüchtigen Arm ist das Tippen längerer Texte halt echt beschwerlich und langwierig. Aber der Reihe nach und aus der ferne und kurz aus dem Gedächnis zusammen geschrieben.

Das Built not Bought schickte sich an ein herrliches Event zu werden, Mensch und Maschine liefen tatsächlich Problemlos! Am Samstag stand das Qualifying für das BOTT Rennen an in dem ich starten sollte und im selbigen ist es dann passiert.
Letzte Runde, ich hinter ca. 5 anderen Motorrädern auf dem Weg in die Hetzer-Kehre (Linkskurve). Aussen rechts alles voll, einer fährt innen Links, einer der rechts Fahrenden erschrickt und die Gruppe rechts staucht sich zusammen, ich fahre aus Platzmangel auch innen Links und mache die Bremse zu der Kehre nicht rechtzeitig wieder auf und Zack geht mir das Vorderrad weg und ich stürze auf die linke Seite.

Die Airbag Weste löst aus und drückt mir komplett die Luft aus den Lungen. Ich stehe auf, atme schwer. Dann gehe ich zum Motorrad und schalte es aus, es lief leider noch. Dann verusche ich es aufzuheben, das gelingt mir aber nicht. Also stelle ich mich, immernoch schwer schnaufend an die innere Leitplanke. Der Turn wird abgewunken, die Streckenposten kommen zu mir und Helfen mir die Weste und den Helm abzulegen und alles zu öffnen. Der Krankenwagen kommt und packt mich ein.

Im Krankenwagen stellen wir dann fest das eigentlich nur die linke Schulter schmerzt. Immerhin! Zum checken komme ich dann mit einem weiteren Krankenwagen ins Dahme-Spreewald Krankenhaus in Lübben. Dort werden dann Schulter und Brustkorb geröngt. Diagnose: Schlüsselbeinbruch links. Der Arzt meint, kann operiert werden, muss aber nicht. Ich bekomme einen Rucksackverband der den Bruch gerade richten soll.
Ich werde entlassen und fahre mit dem Taxi wieder zum STC. Dort haben Axel und Andreas mein Motorrad und meine Sachen eingesammelt. Das Motorrad sieht besser aus als ich, nur ein paar Kratzer und eine gebrochene Windschutzscheibe, und läuft auch noch problemlos.

Ich übernachte noch die Nacht auf dem STC und schaue mir die Rennen am Sonntag an. Dann packen wir und fahren heim. Eigentlich wollte Sabrina Montag/Dienstag fahren, aber daraus wird nichts. Lieber die Schulter in Berlin noch mal checken.

Am Montag lasse ich dann ein MRT machen, alle Sehnen und das Gewebe sind okay. Am Dienstag dann zur Orthopädin. Diese schaut sich die Röntgenbilder an und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: “Das wurde nicht operiert??!”
Es folgt etwas das quasi Zauberei ist, die Ärztin und ihre Helferin schwingen die Telefone und organisieren eine OP am nächsten Tag. Wow.

Und dann war ich Mittwoch früh im Humboldt-Klinikum, wurde Mittags in den OP geschoben und bekam eine Titanplatte mit sieben Schrauben auf das Schlüsselbein genagelt.

Das erklärt dann glaube auch ganz gut wieso kein Blogpost kam. Ich war erstmal Schach-Matt gesetzt. Dazu kam dann noch das wir in der letzten Juni Woche noch unsere Werkstatt räumen mussten. Dazu haben wir auch komplett die ganze Woche gebraucht. Ich mit nur einem Arm, viel mehr Kram als man erwartet hatte und jeder Menge organisatorischer Probleme.

Die nächsten Wochen gingen dann mit anderen organisatorischen Dingen, Physiotherapie, Krankengymnastik und sonstigem Zeug drauf und schwups ist es quasi Ende Juli!

Inzwischen geht es der Schulter viel besser und ich bin auch wieder Werktätig. Ganz da ist der Arm noch nicht, aber es geht gut vorran. Ob ich dieses Jahr noch mal auf die Renne komme hängt von mehreren Faktoren ab. Logischerweise der Schulter und auch der Werkstattsituation. Momentan steht der komplette Kram in einer Scheune in Brandenburg und staubt ein. Dort kann man nichts machen, leider. Ich weiss nicht mal ob das Motorrad noch andere Schäden abbekommen hat vom Sturz.

Bis wir also in eine neue Werkstatt gezogen sind, wird es hier vermutlich etwas ruhig zugehen. Sommerurlaub kommt ja auch noch. Aber es sind Dinge in aussicht, wir werden sehen! :)


“Time flys when you are having fun!” heißt es in dem Sprichwort, dabei bleibt ausser Acht das Zeit auch sonst rast wenn man viel zu tun hat. Mir ist als ob wir den Bus nach dem Flatrate-Fahren am STC eben erst ausgepackt haben und der ganze ausgepackte Kram stand auch anderthalb Wochen danach genau noch so rum wie ich ihn nach dem Auspacken hingestellt hatte, inkl. Mopped mit Regenreifen.
Aber das Built not Bought steht quasi vor der Tür, die Vorbereitungen müssen gewuppt werden!

Praktisch ist ja wenn man quasi alles schon beisammen hat, aber ich brauchte zum Beispiel das ganze Werkzeug noch einmal um die SV für den Kurvenrausch nach dem Built not Bought vorzubereiten. Der ganze StVO Trödel musste ab, die Tourensportreifen runter und dafür Supersportreifen drauf. Ein bisschen Feinheiten an der silbernen Brenneisen musste auch noch passieren.

Statt der Tourenpellen gibts frische S20. Sollten gehen für die ersten Meter auf der Renne!

Ohne StVO Gerödel gleich viel besser!

Aber ich denke jetzt habe ich alles bereit, nu muss ich es nur noch alles zusammen packen. Die SV und der benötigte Trödel kommen in meinen neuen Bus (Ich bin jetzt auch Busfahrer!) und mit selbigem kommt die Frau am Sonntag Abend zum STC, während ich und Axel mit seinem Bus die Reise schon am Donnerstag antreten.

Fürs Wochenende war Regen angesagt, aber unsere Hoffnung lag darauf das es am Spreewaldring ja auch gerne mal nicht regnet, obwohl rund herum jede Menge Wasser vom Himmel fällt.

Aber wir wollten uns für alle Eventualitäten rüsten und so landete das über den Winter organisierte zweite Räderpaar sammt Bridgestone Regenreifen, die Regenklamotten und wasserfeste Hand- und Schuhe im Bus.

Gebucht waren Samstag Nachmittag sowie der komplette Sonntag auf dem STC, Flatrate-Fahren war angesagt. Bedeutet: Buchen und dann soviel fahren wie man möchte und kann. Also kann man theoretisch an einem gebuchten Tag acht Stunden im Kreis fahren! Coole Sache.

Das Fahrerlager war entsprechend der Wetteraussichten sehr übersichtlich. Das Wetter am Vormittag war eher so durchwachsen. Entsprechend gab es auch eher wenig Kurzentschlossene.

Nach dem üblichen Anmelden und Ausladen ging es zur Geräuschmessung, die schaffte ich eher nur so ganz knapp. Schwein gehabt.

Um 14 Uhr ging unser gebuchter Nachmittag los, pünklich geschafft haben wir das natürlich nicht. Aber ist ja egal, ist ja Flatrate-Fahren! Also lieber die Reifenwärmer noch 15 Min mehr die Slicks aufwärmen lassen und dann erst raus. Die Sonne schien, der Himmel bewölkt und es war einigermaßen warm.
Ich war gespannt ob die neue AHK wohl tun würde was ich mir erhoffte, einfach funktionieren!
Der erste Turn war extrem schwierig, das erste mal wieder Motorrad fahren seit September letzten Jahres! Jeder Handlungsablauf brauchte Zeit und Resourcen im Kopf, der Körper total ungelenkig, die Blickführung nicht vorhanden.
Als ich vom Motorrad stieg dachte ich, ich könne kein Motorrad mehr fahren. Jedenfalls nicht irgendwie flott. Aber immerhin das Motorrad funktionierte einfach, inklusive AHK!

Dann kam der Regen.

Nicht nur leichter Nieselregen, sondern der Himmel öffnete seine Schleusen und es schüttete ordentlich.

Normalerweise wäre so ein Tag gelaufen gewesen. Ich erinnere mich da noch an das erste Mal fahren im letzten Jahr am STC. Da bin ich glaube zwei Turns gefahren und dann war der Tag vorbei.

Nicht dieses Mal! Nie wieder!

Denn wir haben Regenreifen! Ha!

Also flugs das Werkzeug ausgepackt und daran gemacht die Räder zu wechseln. Meine Güte machten die anderen das Flott! Ich musste umständlich nach dem passenden Werkzeug suchen. Für die nächsten Male werde ich mir einfach nur ein Set aus Werkzeug nur zum Räder wechseln zusammen stellen.
Was sich aber auf jeden Fall bewährt hat, waren meine mit Edding aufgeschriebenen Drehmomentangaben an den Bauteilen selbst! So muss man die nicht im Kopf haben und sie stehen überall dran.

Die anderen waren dann schon mindestens einen Turn gefahren bis ich fertig war. Dann wollte ich aber los! Hatte aber dann keine Lust mehr die Wasserdichten Stiefel und die Regenhose aus dem Auto zu holen. Also nur die Regenjacke drüber und das Pinlock Visier auf den Helm.

Ich muss ja sagen, auf der Straße hatte ich bisher keine großartige Angst beim fahren im Nassen. Vor etlichen Jahren im Schwarzwald bin ich mal einen Tag lang die schönen kurvigen Straßen nur im Regen gefahren. Danach hatte ich Respekt, aber keine Angst mehr.
Nur bin ich schon ewig nicht mehr im Regen gefahren! Auf der Straße sowieso und auf der Renne glaube bei Twins Only 2014 das letzte und einzige Mal. Damals allerdings mit Straßenreifen. Es war scheiße!

Was diese Regenreifen aber können, das ist eine komplett andere Welt! Am Anfang ist man natürlich gehemmt, aber wenn man sich dann ein bisschen traut dann öffnet sich einem eine großartige Spielwelt! Was da an Schräglagen und Bremsmanövern geht ist echt unglaublich! Alles natürlich im Rahmen!

Das musste ich dann noch einen Turn ausprobieren! Da kam dann aber tatsächlich nochmal eine dicke Fuhre Wasser von oben, so dass es beim Fahren schon ordentlich auf den Helm prasselte und die Strecke stellenweise einem Teich glich. Ab da war es dann nicht mehr weiter sinnvoll zu fahren, vor allem weil das Wasser sich seinen Weg in meine luftigen Stiefel bahnte!

Aber im großen und ganzen was es super im Regen! Jeder der auf der Renne auch nur ein bisschen öfter unterwegs ist kann ich nur empfehlen das mal auszuprobieren! Wenn der Tag eh nur noch Regen ansagt, Regenjacke an und dann mit Regenreifen raus! Den größten Nachteil an Nässe bei Motorradfahren gibt es an der Renne zB. nicht: man hat keine 300km im Nassen bis zum Zielort vor sich und ist einem Kalt und man hat keine Lust mehr, hört man einfach auf!

Dann war der Nachmittag auch schon rum, das Fahren vorbei und dann kam die Sonne raus! Herrlich! Konnten wir so doch noch den Abend gemütlich mit Rene von Rasch-Moto und Matze von Used Italian Parts vor dem Bus sitzen, Essen und Unsinn reden!

Der Morgen danach war relativ entspannt, der Himmel blau und es versprach zumindest am Vormittag trocken zu bleiben. Tat es dann auch! Nach einem nochmaligen Räderwechsel zurück auf Slicks (das übt!) war das Fahren jetzt schon deutlich angenehmer als am Vortag. Scheinbar konnte sich das Stammhirn nun doch wieder an ein paar Bewegungsabläufe erinnern und das Fahren klappte nun doch um einiges besser.
Den letzten Turn des Vormittags schnappte ich mir dann doch mal Matze um mir die Linie zu zeigen und ich hatte einige Aha-Effekte!
Die wollte ich dann nach dem Mittagessen gleich mal umsetzen.

Dann kam der Regen!

Soll er doch, wir haben ja Regenreifen!

Erstmal ging ich aber die Strecke in der Theorie mit Matze noch einmal auf dem Papier durch. Auch immer wieder hilfreich!

Danach wieder das Werkzeug raus, wieder Räder wechseln! Da werde ich auch immer flotter!

Jetzt aber die Regenstiefel und eine Regenhose anziehen! Ich merke nach dem rausfahren aber relativ schnell, das ich in der Regenhose mich kaum bewegen konnte, von daher war das alles sehr steif was ich dort veranstaltete. Ich blieb dann aber trotzdem draussen, nahm Tempo raus und versuchte die mir gezeigte Linie zu fahren und mir einzuprägen. Das ging auch ganz gut, so ohne großes Tempo hat man ja Zeit.

Zum nächsten Turn war die Strecke dann schon nur noch nass, aber es regnete nicht mehr! Jetzt wollte ich die Regenhose weg lassen und einfach so raus. Matze kam dann noch und stellte erstmal alle Dämpfer am Fahrwerk auf komplett offen, “Fahr mal so!” Na gut! Wäre ich ja gerne, wenn mein Mopped noch gelaufen wäre. Es sprottelte nur noch, ging aus und dann nicht mehr an! Na, wer errät es? Richtig, Benzin alle! :)

Also erst Tanken und dann raus. Das war wirklich interessant mit dem total weichen Fahrwerk, viel weniger anstrengend und deutlich flüssiger irgendwie. Ich hatte zwar ein paar schöne Hinterradrutscher, aber die waren alle so soft das sie keine Angst machten. Spannend! Der Track trocknete dann aber schon ganz gut ab, weiterfahren hätte die Reifen kaputt gemacht. Damit endete der letzte Turn des Wochenendes, denn um noch mal Slicks aufzuziehen, dafür fehlte einfach die Zeit. Mussten wir doch bis spätestens 19 Uhr bei der Werkstatt sein.

Ich habe an diesem Wochenende eine ganze Menge neues gelernt muss ich sagen! Angefangen von den Aha-Effekten bei der Linie, über den schnellen Wechsel von Rädern bis zu den Erfahrungen mit Regenreifen. Ich habe mit sehr netten und genauso verstrahlten Leuten das Essen geteilt und ich freue mich jetzt noch eine ganze Ecke mehr auf Built not Bought in vier Wochen.

Am kommenden Wochenende soll es zum STC auf die Piste gehen! Dementsprechend war die letzte Zeit beim Schrauben viel von Vorbereitungen bestimmt.

Die Kupplung tut leider noch nicht ganz so wie sie soll, zumindest im Stand. Da muss ich diese Woche noch mal ran. Auch das Hinterrad muss ich noch ausrichten und vor allem mit Drehmoment festmachen.
Immerhin is die Front schon einmal korrekt mit Drehmomenten verschraubt.
Sicherungsdraht darf noch verteilt werden.

Neue Gimmicks wird es wohl vorher nicht geben, sowohl die neue Verkleidung als auch die Öltemperaturanzeige habe ich aus Zeitmangel (viel Zeit geht drauf um eine neue Werkstatt zu finden!) nicht fertig bekommen. :(

Immerhin der zweite Satz Felgen ist mit Regenreifen bestückt! Ich muss noch dem Wettergott ein Opfer bringen damit ich sie nicht brauche! Ich werd noch ein Opfer für die Schalldruckgötter mitschlachten, denn am STC gelten 98dB zu der Veranstaltung. Sollte ich mit Eatern eigentlich schaffen, aber man weiss ja nie…

Beim Einsatz am Wochenende muss ich auf jeden Fall den liegenden Zylinderkopf im Auge behalten. Sowohl aus dem Ventildeckel Auspuffseitig (kenn ich schon) als auch am Nockenwellendeckel (jetzt neu!) ölt die Gute ein wenig rum. :/

Am Wochenende finden in Berlin (wo sonst?) die Berliner Motorrad Tage statt. Michael vom Race Cafe Berlin meldete sich vor einer Woche bei mir, ob er meinen Renner haben könnte um Ihn auf dem BnB-Promostand aufzustellen. Klaro!

Also war ich die Woche noch mal schnell in der Werkstatt und haben die ganze Verkleidung, welche natürlich abgebaut war, wieder dran geschraubt und die Räder festgezogen. Damit war das Motorrad für die Messe wieder fein, geputzt ist es aber nicht! :)

Gestern dann kam ein mir fremder Mann mit einem Kleintransporter, ich half ihm mein Motorrad zu verladen und dann verschwand er damit ins Unbekannte. Einfach so! :)

Wenn Ihr also am Wochenende in Berlin seid und Lust auf Motorrad gucken habt (nicht nur meins, auch andere!) dann schaut doch mal beim BnB Stand vorbei! Ich werd es mir auf jeden Fall angucken! ;)

Übrigens gibt es in jedem BMT Programmheft einen 5€ Gutschein für das Built not Bought 2017!

Update: Am Samstag war ich dann auf den BMT und am Race Cafe gab es ein Wiedersehen! Nicht nur mit der Dame, sondern auch mit diversen netten Leuten von und um das Race Cafe drumrum. :)

Am Rennhobel fahre ich einen Ölkühler der Multistrada 1200. Dieser ist schön groß und passt vor allem hervorragend von den Aufhängungen an den 749 Rahmen! Der momentane Kühler hat schon ein paar Kampfspuren vom Vorgänger und wurde auch schon repariert. Dafür hat er mich damals zwei Packungen Biohackfleisch gekostet.
Normalerweise sind die Dinger deutlich teurer, aber nun wollte es der Zufall das mir mal wieder so ein Schnapper vor die Finger kam und da habe ich zugeschlagen. Kann ja durchaus sein, das man sich den Kühler mal krumm macht.

Dieses mal wollte ich aber wissen ob er dicht ist, bevor er ans Motorrad kommt, die Frage war also wie ich das anstelle. Mein vorgehen war dann relativ simpel, mit Druckluft!
Alle verschraubbaren Löcher des Kühlers wurden mit Stopfen versehen, wobei ein Loch noch dazu diente ein Druckanzeiger anzuschliessen.
Das komplette Konstrukt kam dann ins Wasserbad und dann bekam der Kühler 3-4bar Luftdruck drauf. Ich denke das sollte reichen.

Alle Öffnungen zu und dann Luftdruck drauf!

Siehe da, es blubberte nichts aus dem Kühler hinaus, ich nehme also mal an der ist dicht. Prima!

Die neuen 8.5er Gabelfedern von Racetech liegen ja schon eine Weile hier rum. Leider ergab sich beim Einbau ein klitzekleines Problem. Die Federn sind nochmal deutlich kürzer als die 9,0er Wilbers Federn die ich schon verbaut habe.

Während die originalen Federn eine Länge von 300mm haben, haben die Wilbers 290mm und die Racetech jetzt sogar nur 275mm. Bei den Wilbers ging das ja noch mit den Vorspannhülsen, aber die 275mm sind deutlich zu kurz.

Von oben nach unten:
Racetech
Wilbers
original Ducati

Also musste irgendwie die Vorspannhülse verlängert werden. Leider gibts es das Stahlbleckvorspannrohr in passender Abmessung nicht mal eben an jeder Ecke. Irgendwie mit Unterlegscheiben fand ich doof.
Also hab ich die obere Nylondistanz mal ausgemessen und dann entsprechend um den Federlängenunterschied aufgerechnet. Die Distanzen hat mir dann ein freundliches Forumsmitglied aus POM-C gedreht. Das sollte ähnliche Eigenschaften wie Nylon haben und für den Zweck ganz gut funktionieren.

Dann ergab sich durch Zufall das ich einen Gabelsatz für extrem wenig Geld vor die Füsse bekam mit dem Vermerkt “Simmerring müssten mal getauscht werden”. Da ich bei jeder Gabel sowieso erstmal einen Gabelservice gemacht hätte, kam mir das sehr gelegen, drückte es den Preis doch in den “Spottpreis”-Bereich!

Zu meiner Freude war die Gabel in recht gutem Zustand und meine Vermessung ergab das sie komplett Gerade ist! Ergo war der Plan klar, die bisherige Gabel bleibt wie sie ist und die “neue” Gabel bekam eine komplette Revision und die 8.5er Federn. Jetzt sind beide Gabelfedern auch von Einstellbereich der Dämpfung identisch.

Vergleich der Distanzen, links original, rechts aus POM-C mit anderen Abmessungen

Ins Motorrad einbauen muss ich die Gabel noch, dann geht es an Federweg einstellen. Für hinten steht das ja auch noch aus seit der Änderung der Feder des Federbeines.

Für das Federbein habe ich mir für nächstes Jahr mal eine bisschen härtere Feder besorgt.

Links 80iger Feder, rechts 75iger. Die 75iger war zu weich.

Links 80iger Feder, rechts 75iger. Die 75iger war zu weich.

Ich dachte eigentlich, für das Umbauen der Feder müsste ich mir irgendwie eine Federbeinpresse basteln. Deswegen hab ich erstmal das Öhlins Federbein ausgebaut und das alte kraddelige Showa Federbein in den Rennhobel eingebaut, damit der zumindest rumschiebbar ist. Dazu muss man nur die linke Rastenanlage abnehmen. Praktischerweise braucht es da quasi nur zwei Schrauben für.

Fahrwerk Downgrade, mal was anderes! :)

Fahrwerk Downgrade, mal was anderes! :)

Dann hab ich aber spaßeshalber mal komplett die Vorspannung aus dem Öhlins Federbein rausgenommen und staunte nicht schlecht! Man kann da die Vorspannringe so weit runterdrehen das die Feder überhaupt nicht mehr gespannt ist und es reicht auch locker aus um den Federteller rauszunehmen und kann dann ganz entspannt die Feder tauschen!

Vorspannringe komplett runter gedreht

Vorspannringe komplett runter gedreht

So ist der Federteller frei und man kann die Feder einfach tauschen!

So ist der Federteller frei und man kann die Feder einfach tauschen!

Also alles wieder zusammen, das Showa Federbein wieder raus. Öhlins wieder rein. Fertig!

Man kann also das Federbein inkl. Feder in ca. 30 Minuten wechseln, falls man mal muss. Cool!

Endlich hab ich mir mal einen Satz Paketwaagen besorgt, damit ich in der Werkstatt auch schwerere Dinge wiegen kann. Zum Beispiel Motorräder! :)

Den Renner gleich nochmal auf die Waage gestellt und das Ergebnis ist, anders als damals, durchaus besser verteilt. Vorne: 79, Hinten: 81. Sprit war jetzt vielleicht halb voller Tank.

Vorne

Vorne

Hinten

Hinten

Heute kam ein Paket mit Fahrwerksteilen von Öhlins am Sachsenring bzw. RaceSpare bei mir an. Ersteres ist der Fahrwerksservice von Steve Jenkner, letzteres der Shop dazu.
Ich hatte ja beim Lausitzring Termin mein Fahrwerk von Steve begutachten und einstellen lassen. Wie 2015 schon bei der Monster 1100 EVO. Ich bin von Steves Wissen bzgl. Fahrwerk doch schwer angetan!

Er und ich kamen beide unabhängig voneinander zu dem Schluss das meine Federn in der Gabel ein Tick zu hart sind und die Feder im Federbein zu weich. Dort sollte also was weicheres rein, entweder in beide Holme oder zumindest in eins.

vauzweirad-1100-2v-11288

Also hab ich lange mit Steve geschrieben was wir machen. Ich habe ja vorne schon 9.0er Federn verbaut. Weichere gibt es von der Stange bei uns in Deutschland scheinbar nicht zu kaufen für mein Basismotorrad. Weder bei Öhlins noch Wilbers oder sonst wem.
Liegt wohl vermutlich auch einfach daran, das die normale Ducati 749/999 ca. 30-40kg schwerer ist als mein Umbau.
Er hat sich dann schlau gemacht und in den USA passende Federn von Race Tech ausfindig gemacht (deren Website und vor allem den Spring Rate Calculator kann ich nur wärmstens empfehlen)!
Die 8.5er Federn waren dann heute im Paket, zusammen mit einer 80kg Feder für das Öhlinsfederbein. Die zu besorgen war wiederrum kein Problem. :)

vauzweirad-1100-2v-542

Auch mit im Paket war mein Lenkungsdämpfer den ich Steve zum Service geschickt hatte. Der schmatzte und knirschte doch recht arg beim bewegen und man merkte ihm an das er noch nie einen Service gesehen hatte und das wohl auch Luft im System war.
Den Service hätte ich natürlich auch gerne selbst gemacht, aber das ist wohl deutlich komplizierter und die Anleitungen dazu sind rar. Man kann ja auch mal selber machen lassen. :)
Jetzt ist er jedenfalls wieder in einem neuwertigen Zustand, nix schmatzt, nix knirscht. Herrlich!

Was ich aber selber machen will ist die Feder des Federbeines tauschen bzw. eigentlich auch mir das passende Werkzeug dafür bauen. Ich hab da auch schon einen Plan! Mal sehen wie weit ich damit komme vor laute Baustellen. Federn in der Gabel tauschen kenn ich ja nun schon.

Des weiteren hab ich mir jetzt mal zwei Paketwaagen bestellt um endlich mal rauszufinden, ob und warum ich bei meiner Gewichtsmessung so eine komische Verteilung des Gewichtes vorne zu hinten habe.

Der 2-Ventil EVO Motor hat im stehenden Zylinder einen Temperatursensor mit dem die Temperatur des Motors gemessen wird. Dort wird aber nicht, wie bei allen vorherigen Motoren, die Öl, sondern die Zylindertemperatur gemessen.

Der Matti hat das in seinem Blog hier recht ausführlich beschrieben.

Mit diesem Sensor beschäftige ich mich gerade näher, weil ich diesen Auslesen möchte. Ich hab den Sensor also mal rausgeschraubt um rauszufinden wie der sich so verhält.

Hier wohnt der Sensor, zwischen den Kühlrippen im stehenden Zylinder

Hier wohnt der Sensor, zwischen den Kühlrippen im stehenden Zylinder.

So ein Sensor ist nichts weiter als ein Widerstand, der abhängig von der Temperatur seinen Widerstandswert ändert, welchen man dann wiederrum messen und darauf auf die Temperatur schliessen kann. In diesem Fall ist ein NTC oder auch Heißleiter verbaut. Heisst nichts anderes als, mit steigender Temperatur sinkt der Widerstand.

Als erstes habe ich mal geschaut welchen Widerstand der Sensor bei Werkstatttemperatur hat, bei schnuckeligen 11°C kamen dabei 17,94 kOhm raus. Dann den Sensor in kochendes Wasser gehalten und 1,08kOhm gemessen. So weit so gut. Solche NTC haben als Kennwert gerne einen R25°C Widerstand. Das ist der zu messende Widerstand bei Raumtemperatur (25°C). Ich vermutete dann schon, das dies ein 10kOhm NTC wäre.

Hochwissenschaftliche Messungen!

Hochwissenschaftliche Messungen!

Glücklicherweise steht auf dem Sensor etwas eingeprägt, da kann man dann ja mal Tante G befragen und findet dann auch etwas zu einem “93J NTC Thermistor“. Dies ist tatsächlich ein 10kOhm NTC wie vermutet. Die Tabelle mit den “Resistance vs. Temperature” Werten könnte auch in etwa zu meinen hochwissenschaftlichen Messungen passen.
Was mich aber stuzig macht ist der Messbereich dieses NTC, der geht von -20°C bis 150°C?!

Sensorsonde mit M8x1,5 Gewinde

Sensorsonde 93J mit M8x1,5 Gewinde

Ducati schreibt ihn ihrem Handbuch zum Motor etwas über Temperaturmeßbereiche von -40°C bis 200 °C.
Den deckt der 93J aber nicht ab, entweder Ducati verbaut dort einen Sensor der dies überhaupt nicht leisten kann oder ich habe den falschen NTC gefunden!?

Mein weiterer Plan ist, nur ein Temperaturmessgerät im Cockpit zu haben über welches ich beide Temperaturen angezeigt bekommen kann. So etwas gibt es zB. von Koso, allerdings nur für Sensoren die bis 250°C gehen. Im Ölkühler habe ich so einen Sensor zufällig schon verbaut, auch wenn er dort natürlich nicht nötig wäre.

Draussen regnet es, es sind nie wirklich mehr als 10°C, ich denke die Saison ist beendet. Zumindest die auf der Rennstrecke. Ausser jemand mag mir noch eine Reise nach Südspanien sponsorn! Freiwillige vor! :D

Zeit eine Bilanz über die erste Saison mit der VauZweiRad 1100 2V zu ziehen! Die anderen beiden Motorräder, nun.. die wurden eigentlich quasi kaum bewegt. Das liegt an verschiedenen Sachen, die ich hier nicht ausbreiten mag. Mal sehen wie es dort weiter geht. Straße fahren ist bei mir gerade eher ungünstig.

Es sind insgesamt also quasi nur 667km Rennstrecke geworden, davon muss man ein wenig natürlich auch für den Prüfstand abziehen. ;)

Erstmal muss ich mich ein bisschen selber Loben, ich bin schon einigermaßen Stolz darauf das ich so ein Motorrad als Laie zusammengebaut habe und man damit auch noch einigermaßen flott ums Eck fahren kann! Das Ding hätte schließlich auch schlicht am Streckenrand verrecken können!
Dazu kommt, dass ich das innerhalb des mir gesetzten Zeitplans geschafft habe. Es scheint da also zumindest ein Stück weit auch realistische Selbsteinschätzung möglich zu sein. :)
Natürlich standen mir viele nette Menschen mit Hilfe und Tipps zur Seite, an dieser Stelle ein herzliches Danke!
Alles hat natürlich nicht perfekt funktioniert, aber das habe ich auch nicht erwartet. Viele Sachen kann man eben auch erst im Betrieb testen und wenn dieser auf Rundkurse beschränkt ist, dann kostet das einen eventuell ein bisschen wertvolle Fahrzeit.
Aber genug der Schulterklopferei, zurück zu den Fakten!

Was hat gut funktioniert:

Motor: Läuft! Da ist jetzt im Winter eigentlich nur ein Service fällig und sofern dabei nicht Dinge zu Tage treten, wüsste ich nicht was ich dort verändern wollen würde. Leistung ist genug da, es liegt an mir die auf die Strecke zu bekommen!
Was ich aber gerne hätte, wäre die Sensordaten der zwei noch unbenutzten Temperatursensoren auszuwerten. Einmal der am stehenden Zylinder direkt, den es beim EVO Motor ja gibt, und dann noch den von Koso welcher bei mir im Ölkühler steckt.

Auspuff: Tatsächlich hat sich trotz meiner Befürchtungen für jede Strecke ein Satz dB-Eater gefunden um das Limit einzuhalten. Von der Hitzeentwicklung her ging es auch, obwohl da noch Potential unter der Sitzbank durch Anbringung von Hitzeschutzfolie vorhanden ist.
Was die Lautstärke betrifft spielt die Airbox natürlich auch einen Rolle, bzw. die nicht vorhandene Airbox. Mir geistert da eine Idee bezüglich des Baus einer solchen im Kopf herrum. Mal sehen ob ich das Projekt angehe.

Reifen: Die Diablo Superbike Pro kleben und der Satz hat die komplette Saison mitgemacht. Für nächstes Jahr wird es wieder so einen Satz geben, dazu noch einen Satz Regenreifen. Denn eventuell werde ich mich mal an das spielen im Nassen herran wagen.

Verkleidung: Wäre der Auflug in die Grasnabe beim BnB nicht gewesen, wäre alles fein gewesen. :)
Eventuell hab ich da aber noch eine Idee für einen anderen Style der Frontverkleidung. Mal gucken.

Events: Im großen und ganzen bin ich mit den Rennstreckenevents in 2016 zufrieden. Der Shakedown am STC war Sinnvoll, auch wenn er total verregnet war. War halt erst April. BnB war rückblickend großartig und steht für 2017 schon im Kalender, Lausitzring ist für mich erstmal durch und Most war, bis auf technische Probleme, super.
Sehr gut hat mir vor allem gefallen im September noch zu fahren, das macht die Lücke zwischen den Saisons deutlich kleiner!
Ich denke in 2017 ist der Plan den April noch auszulassen und erst im Mai zu starten, dafür den Frühling/Sommer gut zu nutzen und nach der Urlaubszeit wieder ein spätes Event irgendwie im September zu machen.
Eventuell auch spontaner freies Fahren auf dem STC nutzen. Dafür hat man ja eine Lizenz.

Was hat okay funktioniert:

Ergonomie: Die ist durchaus sehr sportlich! Aber das passt irgendwie auch und ist für 15-20 Minuten Turns problemlos machbar. Auch hatte ich muskeltechnisch weniger Probleme sogar als auf der Monster!
Ein Problem gibt es aber was nervt, im sehr dollen Hanging-Off hatte ich manchmal das Problem das der Helm hinten mit der Unterkante an die Airbag-Weste stößt und dann quasi vorne vor die Augen schiebt. Doof. Ich weiss auch ehrlich gesagt nicht genau was ich dagegen tun soll, ausser vielleicht noch an der Körperhaltung zu arbeiten.
Der Sitz ist für die Renne absolut in Ordnung. Das Sitzpolster hat es allerdings zerledert, diese werde ich erneuern müssen. Eventuell in einem bisschen anderen Zuschnitt.

Fahrwerk: Im großen und ganzen hat es ja eigentlich gut funktioniert. Aber da ist noch Potential zur Verbesserung, wie ich mich mit Steve Jenkner am Lausitzring festgestellt hatte.
In die Gabel soll zumindest in einem Holm noch eine weichere Feder. Denn mit den 9.0er Federn fahre ich quasi gerade ohne jegliche Vorspannung, damit es vom Negativfederweg passt.
Die Feder im Federbein ist eine 75iger, da bekomme ich aber die Balance zwischen statischen und dynamischen Federweg nicht mit hin. Dazu ist die Feder zu weich. Dort soll eine 80iger Feder rein.
Dann steht noch ein großes Fragezeichen bei “Geometrie”. Bei meinen Gewichtsmessungen hab ich ja schon festgestellt das die Gewichtsverteilung nicht so super hinhaut. Da muss ich mal forschen wo das herkommt und wie man das in ein günstigeres Verhältnis beeinflusst.

Ganz klar, der Lenkungsdämpfer braucht dringend einen Service.

Was hat nicht zufriedenstellend funktioniert:

Kupplung: Von Anti-Hoppala war diese Saison nichts zu merken, eigentlich gab es nur Ärger. Aktuell ist die Kupplung in einem Zustand wo sie schlicht einen neuen Satz Reibscheiben braucht und vermutlich einen Korb. Dann nochmal feinjustieren und schauen ob das ganze nicht doch zum funktionieren zu bringen ist. Ansonsten muss wohl mal in die tiefere Investitionskiste geriffen werden. :/

Whats next:

Eine lose Liste an Dingen die für die dunkleren Tage des Jahres anstehen. Hier nicht nur die Sachen für den Rennhobel, sondern auch für die anderen beiden Motorräder. Damit ich das nicht vergesse.

VauZweiRad 1100 2V

  • Ventilspielkontrolle
  • Airbox bauen
  • Temperatursensoren auswerten
  • andere Frontverkleidung
  • härtere Feder im Federbein
  • Lenkungsdämpfer zum Service
  • weichere Feder in der Gabel
  • Sitzpolster erneuern
  • Kupplung debuggen

Monster 1100 EVO

  • Ventilspielkontrolle
  • Zahnriemen
  • Airbox auf original zurück bauen
  • Lenkerstummel entfernen

SV650

  • Öl
  • Kühlflüssigkeit
  • Bremsflüssigkeit
  • Reifen
  • eventuell Gabel
  • Kupplungszug erneuern

Die Elektronikpakete in modernen Motorrädern werden immer mehr, da musste ich auch nachrüsten und habe jetzt auch endlich einen Mood Switch! :)


EDIT: Hier kamen viele Fragen was das denn ist, was der Mood-Switch so tut!?

Ich gebe zu, der Mood Switch kann nur auf ein Setting stellen und zwar auf “Good Mood”.

Einmal an der Fahrradklingel drehen (die er ist), schon freut sich der kleine Junge in mir und ich bekomme gute Laune! :)

Ist also tatsächlich nur ein Gag. ;)

Hatte schon früher an der SV650 ne Fahrradklingel die mir meine damalige Freundin geschenkt hatte. Hab ich auch alles noch: Mopped, Klingel und Frau! Eben diese Frau, meine jetzige Angetraute, hat mir jetzt diese Klingel geschenkt. Weil fehlte noch am Rennmopped! :D

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Viele Motorräder haben ja eine Standgasanhebung für Momente in denen der Motor noch kalt ist und man dem Motor ein wenig mehr brennbares Gemisch zuführen will damit er nicht aus geht bis er warm ist.
Lösungen gibt es dafür viele, ein Choke zB. ist bei Motorrädern mit Vergaser üblich oder bei Einspritzung dann eine ECU die abhängig von der Temperatur das ganze per Software erledigt.
Bei den luftgekühlten Monster/Hyper 1100er Modellen (796 auch) gibt es dafür entsprechend einen Bypass an den Drosselklappenkörper über den bei kalten Temperaturen Luft an den geschlossenen Drosselklappen vorbei in den Zylinder geschleust wird, Sprit gibts von der ECU über die Einspritzdüsen dazu.
Leider führt dieser Bypass wohl beim Abstimmen eines Motorrades auf dem Prüfstand in Verwendung von nicht-Ducati ECUs zu Problemen. Daher ist dieses Teil bei mir rausgeflogen.

Das Resultat ist allerdings, das ich in meinem Renner keine Standgasanhebung habe. Was manchmal eben doch ein wenig nervt. Zum Beispiel am Morgen wenn es in der Nacht kalt war. Dann muss ich am Gasgriff spielen um die Standgasanhebung quasi zu simulieren. Leider erwacht der Motor dabei gerne mal spontan und dreht ein bisschen sehr hoch für einen kalten Motor.

Bei der Monster 696 gibt es trotz Einspritzung einen Choke-Hebel an der linken Lenkerarmatur. Dieser macht nichts anderes als die Drosselklappen ein wenig zu öffnen. So etwas in der Art würde ja reichen. Nur habe ich am Rennmotorrad auch keine linke Lenkerarmatur. Licht habe ich ja nicht! ;)

Nun hat Ducati hat bei einigen Moppeds ihrer 916 Baureihe einen ähnlichen Weg eingeschlagen, der wie ich finde aber eleganter ist.
Dort gibt es am Gasgriffgehäuse einen kleinen Knopf, welcher auf den Gaszug drückt und diesen entsprechend ein wenig vorspannt und damit quasi mechanisch ein wenig am Gasgriff dreht und damit die Drosselklappe öffnet.
Wenn man dann den Gasgriff mit der Hand betätigt, schnappt dieser Knopf wieder raus. Es gibt wohl Leute die benutzen das auch gerne als Autocruise auf der Landstraße. :)

Den Tipp dafür hab ich schon vor einer Weile von jemandem bekommen, aber nun bin ich endlich mal dazu gekommen mir so einen Gasgriff einer 996 zu besorgen. Ich stellte zu meiner Freude fest das dieser zu meinen Gasgriff aus einer 1100er Monster absolut identisch ist, bis eben auf diesen Knopf. Ich musste also nur ein Teil des Gasgriffgehäuses austauschen und schon hatte ich so eine Standgaserhöhung!

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Noch ist das ganze nicht eingestellt, aber das erfolgt einfach über die Entsprechenden Einstellschrauben des Gaszuges und wohl auch über die Einstellschraube am Knopf selbst. Viel mehr Drehzahl brauche ich ja nicht, 2-300rpm sollten reichen.

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Ganz fest vorgenommen für diesen Rennstreckentermin hatte ich mir, nicht wieder ewig warten mit dem aufschreiben. Damit die Erinnerungen noch frisch sind! Von daher jetzt gleich loslegen!

TL;DR: Most ist geil, die Tschechen sind coole Säue, ich komme wieder!

Es sollte also nach Most gehen. Das erste Mal! Bisher nur positives gehört von der Strecke und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Aber vor dem Fahren im Kreis, kommt das Fahren geradeaus. Genauer gesagt lange geradeaus fahren auf der Autobahn. Allerdings nur bis kurz vor die deutsch-tschechische Grenze. Denn die tschechische Maut für die paar Kilometer bis Most wollten wir uns sparen. Der Weg war dann auch echt idyllisch! Durch kleine Dörfer auf winzigen Straßen durch Berge und Wälder. Herrlich! Es kam Urlaubsgefühl auf! Spass machte das aber auch nur weil wir im Transporter unterwegs waren, mit Anhänger wäre das echt doof gewesen. Nun ja, wer inzwischen hat, der kann. :)

Das Navi brachte uns jedenfall ohne Probleme an unser Ziel, zum Autodrom Most! Dort gibt es in der Boxenanlage ein ausgefeiltes Einbahnstraßensystem das wir auch nur geblickt haben weil Axel schon einmal dort war. Etliche Leute blickten es nicht, man kann es Ihnen nicht verübeln.

Das übliche Prozedere begann mit Anmeldung etc.pp. aber wir waren freudig überrascht das wir nicht nur unseren geplanten dritten Mitstreiter (Andreas) antrafen sondern noch ein uns bekanntes Gesicht vom Kurvenrausch/BnB, der Peter mit seiner CX500! Auch war El Comandante Built not Bought himself (Micha) noch auf der Anreise nach Most um dort seine Single Neuanschaffung zu testen! Die beiden, er und der Single, sollten aber tatsächlich erst sehr spät in der Nacht zu uns stoßen.

Das Team von TripleM machte einen netten Eindruck und der Chef ist ein sehr entspannter. Er verhalf uns dann auch durch kurzes jonglieren der Boxenbelegungen zu einer quasi Built not Bought Box in der wir alle zusammen mit noch einem netten MV Fahrer Einzug hielten. Damit waren wir quasi die Exotenbox, denn das restliche Material bestand hauptsächlich aus den üblichen Vierzylindergeräten. Einige frischer, andere etwas betagter.
Transponder bekamen alle, allerdings musste man nur extra Geld bezahlen wenn man seine Zeiten tatsächlich auch ansehen wollte. Ansonsten werden diese einfach nur zur Gruppensortierung herran gezogen.

Die Box füllte sich dann recht schnell mit all dem Kram den man so mitschleppt zu so einer Veranstaltung. Es ist eben doch immer ein bisschen wie ein kleiner Umzug.

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Blieb eigentlich nur noch die technische Abnahme, die bei mir erfreulicherweise ohne Probleme durch ging, bei Axels Supersport aber ein sehr loses Lenkkopflager zum Vorschein brachte. Warum uns das nicht vorher schon aufgefallen war? Unklar.
Die Diva wurde dann kurzerhand mit Spanngurten an die Boxendecke gehangen, die obere Gabelbrücke abgenommen und das Lenkkopflager nachgestellt. Passt! Tech-Spec fand das am nächsten Morgen auch, sonst gab es nichts zu meckern. Alles gut!

Die Nacht im neuen Bus war eine Mischung aus “Ohje ist das warm, ich zerfliesse!” und “ich friere mir den Arsch ab”! Jammern auf hohem Niveau. Aber so lange es am Tag nicht regnet muss man eigentlich die Klappe halten.
Und geregnet hat es nicht, im Gegenteil. 37-38°C bei absolut blauem Himmel sind schon eine Ansage! Da liefen bei mir gerne mal 6-7 Liter Wasser am Tag durch.

Die Fahrerbesprechung enthielt das übliche, die geneigten Leser kennen das. Flaggenkunde, Racer-Knigge, Viel Spaß! Dann doch jetzt endlich mal im Kreis fahren!

Reifenwärmer runter, raus zum ersten Turn. In Most geht es rechts rum. Mal was anderes, schon lange nicht mehr gehabt. Die Strecke kannte ich ja noch nicht, nur vom mal auf den Plan schauen. Es galt also erstmal eine Erkundungstour zu machen. Wie und was für Kurven gibts hier, wo könnten Bremspunkte sein etc.pp. Dementsprechend langsam war ich unterwegs. In der vierten Runde gab ich dann mal ein bisschen Stoff. Tat denn die Antihoppala an der ich zu letzt geschraubt hatte? Ja, eher zu gut. Von Motorbremsmoment überhaupt nichts mehr vorhanden. Hmm. Was aber viel blöder war, die Kupplung rutschte beim richtig angasen irgendwann durch?! Nach ein wenig probieren wann und wie und wo bewegte sich der Drehzahlbereich immer weiter nach unten in dem sie rutschte. Der Turn war dann eh zu Ende und es ging in die Box zur Ursachenforschung.

Ich hatte erst ein zu dünnes Paket im Verdacht, beim auseinandernehmen stellte sich dann aber raus das der Simmerring welcher auf der Kupplungsseite auf der Druckstange die Kupplung gegen den Motor abdichtet, wohl seiner Arbeit nicht mehr ganz nach kam und damit die Trockenkupplung in eine leichte Nasskupplung verwandelte was diese im Gegenzug mit nicht vorhandenem Kraftschluss quittierte. Kacke.

Beim Umbauen nach dem Lausitzring (das muss ich noch aufschreiben) hatte ich festgestellt das die alten Federn ungleich gelängt waren und damit die Druckplatte nebst Druckstange etwas eierte. Mit gleich langen Federn die ich noch im Fundus hatte war das dann weg. Aber ich vermute das diese eierei den Simmerring gehimmelt hat. Das oder andauerndes rein und wieder rausziehen der Druckstange beim Umbau. Oder beides. Den Simmerring dann zu tauschen, da hab ich Depp natürlich nicht dran gedacht.

Jetzt steht man also nach einem Turn in der Tschechischen Republik und braucht einen blöden Simmerring von ca. 1,50 EUR Wert weil man sonst zwei Tage nicht fahren kann! Was solls, Teilenummer rausgesucht und zum TripleM Team gegangen. Der Chef war im Zelt, ihm mein Problem geschildert und ob er von einer Ducati Werkstatt in der Nähe etwas wisse.
Er schickte mich kurzerhand in den Tower, dort gäbe es eine Dolmetscherin. Diese wäre super hilfsbereit und würde für mich bei Ducati anrufen. Also dorthin und die Dame ausfindig gemacht.
Die brachte mich dann aber erstmal in die Werkstatt im Autodrom und befrug den Chef. Der Chef schaute sich den Simmerring an und schnappte sich den Azubi. Mit dem Azubi stieg ich in ein Auto und heizte von der Rennstrecke durch Most zu einem kleinen unscheinbaren Laden an dem ein kleines Reklameschild prangte auf dem “SKF” stand. Aha!
Die nette Dame hinter dem Tresen studierte den Simmerring, nam Maß, holte eine Kiste mit einer großen Anzahl an Tütchen unter dem Tresen hervor, fummelte die passende herraus und legte einen von den Abmessungen identischen Simmerring vor meine grinsende Visage. Wow. Ihr Tschechen seid einfach mal saucool! Děkuji!

Zurück in der Box trieb ich den Simmerring wieder in die Welle, baute die Kupplung wieder zusammen und konnte dann nach dem Mittagessen erneut angreifen!

Leider aber waren die Reibscheiben wohl bei der ganzen Aktion total über den Jordan gegangen und die Kupplung rutschte noch mehr als zuvor. Mit Bremsenreiniger reinigen hatte wohl nicht gereicht. Natürlich dachte ich erst der Simmerring wäre wieder undicht. War er aber nicht.
Andreas hatte zum Glück noch einen Satz Reibscheiben dabei, wenn auch welche aus Stahl die mir garantiert schön den Alukorb zerhämmert haben. Aber der Stand eh auf der Abschussliste und wenn ich die Wahl habe zwischen gar nicht mehr Fahren und Alukorb ersetzen dann ist klar was ich wähle!
Auch die Federn hab ich gegen einen Satz neue ersetzt die ich dabei hatte, weil die welche ich noch rumliegen hatte, wohl doch nicht mehr so der Knaller waren. Jedenfalls waren sie dann in Most deutlich unter der Verschleißgrenze obwohl sie zuhause noch passten. Wie auch immer das kam.
Auf den Antihoppala Kram hab ich dann auch gepfiffen. Jetzt noch ewig mit Paketstärke und tralala messen. Scheiss drauf. Ich bin jahrelang mit Drehzahl anpassen klargekommen, komme ich auch für die Veranstaltung jetzt klar! Kam ich auch.

Das Ganze dann noch verbotenerweise in einem Teil des Fahrerlagers auf der Einbahnstraße getestet und dann raus zum vorletzten Turn des Tages. Endlich ordentlich fahren!
Ha es tat! Kupplung funktionierte in den gesetzten Parametern in den beiden letzten und einzigen Turns des Tages ohne Probleme. Ich konnte endlich Strecke mit Tempo lernen! Viel mehr war dann aber auch nicht drin als eine 2:08. Scheiss drauf, hauptsache Fahren!

Axel erging es leider nicht so erfreulich. Nicht nur hatte er seinen ersten Bodenkontakt seit ewig, welcher aber in einer sehr langsamen Kurve war und es hat nur ein bisschen Material kostet. Aber im vorletzten Turn, bei dem wir am Vorstart recht lange warten mussten, machte seine Supersport beim losfahren einmal laut Peng und ging aus. Starten wollten sie dann auch nicht mehr. Es begann eine lange Schrauberei bei der alles Mögliche überprüft wurde aber den Fehler haben wir leider bis jetzt noch nicht gefunden. Sehr unklar und echt schade. :(

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Auch Micha hatte mit seinem Single Probleme, irgendetwas klapperte hinter dem Kupplungsdeckel und sie sprang schlecht an. Aber Micha ist ein Sonnenschein und da er eh nichts zum Schrauben dabei hatte, hat er kurzerhand am zweiten Tag ein wenig Coaching der restlichen Team-BnB Fahrer übernommen. So beobachtete er uns vom Streckenrand und gab Tipps etc.pp. Sehr hilfreich! Denn so wurde es im Turn vor der Mittagspause immerhin eine 2:04 bei mir! Und das in dem wir nur drei Kurven verbesserten. Da liegt also noch jede Menge Zeit auf der Strecke rum! :)

Nach dem Mittagessen war dann bei mir nicht mehr so viel Luft, die Temperaturen ätzend, die Kondition nicht vorhanden. Schneller wurde ich nicht, aber Spaß machte es!

Die Vorderradschmiedefelge auf die ich für den zweiten Tag wechselte hab ich übrigens kaum gemerkt, wenn dann vielleicht nur subtil das man beim Anbremsen weniger Energie vernichten muss. Von der Handlichkeit hab ich nicht viel gemerkt, liegt aber vielleicht daran das die Kiste eh schon wie ein Fahrrad fährt.

Am Ende bleibt: Most ist auf jeden Fall eine Reise wert! Die Leute sind nett, die Strecke macht Laune! Jetzt keine Berg und Tal Bahn, aber immerhin ein bisschen Höhenunterschied. So etwas mag ich ja sehr. Die Geraden sind nicht ewig lang, bis auf Start-Ziel, und mit dem Zweiventiler gibt es jede Menge Ecken wo man Supersportler ärgern kann sofern man das fahrerische Können besitzt.

Ich sage mal, Most steht für 2017 wieder fest mit auf der Liste! War ja was frei geworden. ;)

Und hier noch ein beliebiger Turn vom zweiten Tag, wie immer ungekürzt und roh! ;)


Morgen schon geht es gen Süden in die Tschechische Republik! Genauer gesagt zum Motodrom Most! Damit kommt dieses Jahr die neue Rennstrecke pro Jahr auch am Ende der Saison. Hat sich einfach so ergeben!

Da sich der Werkstattkollege inzwischen einen eigenen Bus gegönnt hat, müssen wir dieses mal nicht im Hänger nächtigen und auch das umständliche Transporter oder Hänger abholen entfällt. Sehr angenehm!

Am Mittwoch hab ich dann noch die letzten Vorbereitungen am Motorrad durchgeführt. Am Tank hatte ich auf dem Lausitzring mit mehreren Lagen Gaffer-Tape und einem Stück Pappe den Tank zum Sitz hin etwas abgeklebt weil die CO2 Patrone der Airbagweste scheinbar an den Tank knallt bei irgendeiner Sitzposition olle Macken in den Lack haut. Dort habe ich jetzt großflächig einen Tankschutz aus selbstklebenden Zellkautschuke ausgeschnitten und aufgeklebt. Das gleiche Material aus dem mein Sitz”kissen” ist. Bin gespannt wie sich das bewährt.
Letzteres muss ich in der Saisonpause auch noch mal überarbeiten.

Dann habe ich noch den alten Direktschalthebel von Rizoma, der von dem Sturz beim BnB arg verbogen war, gegen einen neuen gebrauchten getauscht. Ich hoffe ich habe die Einstellung korrekt übernommen. Nicht das ich wieder ewig rumstellen muss wie auf dem Lausitzring! Zur Not hab ich das verbogene Ding natürlich im Sturzteilekasten.

Am Fahrwerk habe ich nichts ändern können. Weder weichere Federn vorne, noch härtere hinten. Dazu fehlt einfach die Zeit. Es lag ja noch der Familienurlaub dazwischen so wie andere zeitraubende Dinge. Aber so kann ich mir das für den hoffentlich ruhigen Winter aufheben.

In Most war ich ja bisher noch nie, ich bin also gespannt wie die Strecke so ist. Viele sagen es wäre super. Ich bin durchaus gespannt!
Auch gespannt bin ich auf eine weitere Anschaffung die ich getätigt habe, eine geschmiedete Alu-Vorderradfelge aus einer 999R. Diese wiegt nur gute 3,2 kg und ist damit ein bisschen mehr als 1 kg leichter als die Gussfelge.
Die spannede Frage für mich ist, ob ich als Grobmotoriker davon etwas merke. Und so ist der Plan das ich am ersten Tag die Gussfelge fahre und für den zweiten Tag auf die Schmiedefelge umrüste, um einen Vergleich zu bekommen. Ergo muss ich am Ende von Tag 1 ein bisschen Schrauben.

Ich werde dann berichten! :)