Der Einabu der Gabelbrücke gestaltete sich dann sehr einfach. Alle Lagerschalen waren noch gut, es musste dort also nichts ausgetauscht werden, es wurde also nur alles noch einmal gut eingefettet.

Den IMA Gabelschaft kann man ohne die untere Gabelbrücke in den Lenkkopf einsetzen, weil die beiden ja nicht fest verbunden, sondern über Klemmungen verbunden sind. Irgendwie muss man ja unten dann auch andere Offset-Adapter einsetzen können.

Oberes Lager

Unteres Lager

Gabelbrücke fertig eingebaut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann hab ich die untere Gabelbrücke eingebaut und das Lenkkopflager hab ich mit der Hand so weit vorgespannt bis es kein horizontales Wackeln im Lager mehr gab, die Lenkbewegung aber schön leichtgängig war. Obere Gabelbrücke aufstecken aber nicht festmachen, denn die Brücken müssen sich ja noch zueinander ausrichten wenn man die Gabelholme einsteckt.

Apropos Gabelholme. Die IMA Brücke ist eigentlich für die Öhlins Gabel gedacht, hat also an der unteren Gabelbrücke einen Innendurchmesser für 56mm dicke Gabelholme. Ich fahre die Showagabel, welche mir völlig ausreicht und selbige hat einen Gabelholmdurchmesser von 53mm. Passt also eigentlich nicht. Glücklicherweise hat mir ein Bekannter welcher eine Drehbank besitzt und damit umgehen kann ein paar Adapterhülsen gedreht welche in die untere Gabelbrücke eingesetzt werden und die diesen Unterschied im Durchmesser ausgleichen. Die obere Gabelbrücke braucht so etwas nicht, da ist bei Öhlins und Showa jeweils 53mm angesagt.

Adapterhülse von 53mm auf 56mm.

Adapterhülse in unterer Gabelbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Überstand der Gabelholme hab ich mich an eien Empfehlung gehalten, zwei Ringe sind jetzt sichtbar, das soll wohl ganz gut funktionieren. Die Gabelholme hab ich jetzt auch nur leicht festgezogen, später bekommen sie 7,5Nm und die Lenkkopfmutter ihre 28Nm.

Beim Einbau des rechten Gabelholmes ist mir noch aufgefallen, dass das Tauchrohr im Standrohr spiel hat?! Da muss ich noch mal schauen was da los ist. Kann ja eigentlich nur sein das die Gleitbuchsen irgendwie Spiel haben, was komisch ist, denn die sind neu!

Da aber sowieso noch ein Änderung an den Stummeln kommt und ich noch die Gabel ausrichten will, ist alles wirklich nur Handfest damit das Mopped wieder rollt.

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Das verlängerte Reformationswochenende hatte ich Zuhause sturmfreie Bude und die Zeit nutzte ich gleich mal um mit der Werkstatt vorran zu kommen. Zwischendrin gab es immer mal Abende an denen wir zumindest die Werkbänke und ein paar Regale aufgestellt hatten sowie die Hebebühnen an ihre finalen Plätze verfrachtet hatten. Auch die Lampen und Teile der Stromverkabelung hatten wir schon fertig bekommen. Aber Kram einsortieren musste ja auch noch passieren.

Viele unserer Sachen und vor allem die Motorräder (bis auf Axels Hyper) waren ja noch in der Scheune in Brandenburg bzw. in einem Parkhaus in Kreuzberg eingelagert.

Den Samstag nutzte ich zum abholen der Monster aus dem Kreuzberger Parkhaus, glücklicherweise passte unser Bus von der Höhe her ins Parkhaus und so konnte ich direkt an die Box fahren in der die Monster stand. Zweiter glücklicher Umstand war, die Batterie der Monster hatte immernoch Saft und so sprang sie problemlos an und ich konnte sie mit Hilfe von Motorkraf die Rampe hochfahren, denn meinem linken Arm fehlt immernoch eine ganze Ecke seiner Muskelkraft irgendwie.
Der restliche Tag ging dann für diverse Arbeiten in der Werkstatt drauf. Die restlichen Kisten Zeug einsortieren die sich noch angefunden hatten, ein paar Stromkabel verlegen und so dies und das. Aber es wird immer gemütlicher!

Am Sonntag ging es dann während wütendem Sturm gen Brandenburg in die Scheune, sowohl meinen als auch Axels Kleinbus mit Motorrädern und was sonst noch so übrig war vollpacken. Der Regen war ganz schön nervig, vor allem weil er die Zufahrt zur Scheune in eine Schlammpfütze verwandelte. Aber es gab auch sonnige Momente und die Freude war natürlich groß die geliebten Motorräder wieder nach Hause zu holen!

Ein sonniger Moment!

Alle wieder vereint!

Montag musste ich dann leider arbeiten, aber der Abend brachte dann noch einen guten Fortschritt weil ich endlich eine Lösung für das Aufhängen der diversen Motorradklamotten fand. Auch die Standbohrmaschine bekam einen Unterbau und wurde am Tisch fixiert.

Endlich hängen die Klamotten! Der Holzbalken biegt sich unter der Last, aber links kommt noch ein höhreres Regal hin.

Inzwischen hat quasi alles seinen Platz gefunden und man kann endlich wieder an Motorrädern schrauben statt Hausmeistereien zu erledigen!

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Das Offset der Gabelbrücke oder auch der Gabelbrückenversatz haben beim Motorrad einen direkten Einfluss auf den Radstand und den Nachlauf des Fahrwerkes. “Ein größerer Gabelbrückenversatz („Offset“) ergibt bei gleichem Lenkkopfwinkel einen größeren Radstand und etwas geringeren Nachlauf”[1].

unten originale Gabelbrücke, oben drauf Offset Gabelbrücke. Hier sieht man den unterschiedlichen Offset sehr gut.

Größerer Nachlauf bedeutet stabilere Geradeausfahrt, was wiederrum ein schwereres Einlenken erzeugt, kleinerer Nachlauf bedeutet instabiliere Geradeausfahrt aber leichteres Einlenken. Das Einlenken wird aber, wie oben im Zitat schon erwähnt, noch von einem weiteren Fahrwerksgeometriefaktor beeinflusst, dem Lenkkopfwinkel. Je steiler selbiger ist, desto leichter lenkt ein Motorrad ein. Je flacher, desto schwerer.

Soviel zur grauen (simplifizierten) Fahrwerks-Theorie!

Es ergab sich also das jemand seine Renn-999 zerlegte, weil er diese erstens auf der Renne in den Kies gesetzt hatte als auch etwas neues/anderes wollte. Bei dieser Zerlegung fiel eine Offset Gabelbrücke von IMA an die zwar ein paar optische Zeichen von dem Sturz bekommen hatte, technisch aber in einem unbedenklichen Zustand war.

Dieser Offset Gabelbrücke konnte ich nicht wiederstehen.

Der allgemeinen Erfahrung nach kann man mit so einer Offset Gabelbrücke bei der 999 eine hervorragende Stabiltät (auch in Schröglage) gepaart mit einer sehr leichten Einlenkfähigkeit erziehlen. Die 999 hat an ihrem Lenkkopf die Eigenheit das man dort den Lenkkopfwinkel um 1° verstellen kann, von flachen 24,5° auf steile 23,5°.
Mit der Offset Gabelbrücke verkürzt man jetzt also die Werksseitig vorgegebenen 36mm Offset um mehrere Millimeter auf 25-30mm und erzeugt damit einen größeren Nachlauf, ergo größere Geradeauslaufstabilität. Die damit einhergehende Unwilligkeit zum Einlenken relativiert man mit dem steiler gestellten Lenkkopfwinkel.

Soweit zur grauen Umsetzungstheorie!

Heute habe ich mich an die praktische Umsetzung gemacht, zumindest so weit wie ich gekommen bin. Das hiess erstmal die Front komplett zerlegen, aber das ist ja schnell gemacht. Rad ausbauen kann ich im Schlaf, dann Frontfender raus und Gabelholme ausbauen. So weit so gut, mehrfach schon gemacht.

Alles ab, bis auf die untere Gabelbrücke und den Lenkschaft.

Dann ging es an den Ausbau der Gabelbrücke, ich glaube das ist, kurioserweise, der einzige Teil des Motorrades an dem ich noch keine Hand angelegt habe! Ich hatte damals das Lenkkopflager auf seine Leichtgängigkeit und Rastpunkte geprüft und es als gut befunden. Die obere Gabelbrücke hatte ich auch mal ab, als ich sie gegen eine von der 848 getauscht hatte.
Jetzt also sollte ich sehen ob dem auch so war. Interessantweise war die Lenkkopfmutter, für welche man bei Ducati eigentlich eine Spezialnnuss braucht, nicht mal Handfest angezogen.

Oberer Teil der oberen Lagerschale. Noch auf dem Lenkschaft.

Den oberen Teil der oberen Lagerschale konnte ich dann relativ einfach vom Gabelschaft abtreiben und schon war die Gabelbrücke draussen.
Die Lagerschalen habe ich dann sauber gemacht und genauer angesehen und mein Urteil von damals scheint korrekt gewesen zu sein, es gibt optische oder haptische (Nagelprobe) Spuren oder Rastpunkte auf den Lagerschalen. Die sind alle gut!

Beim nöchsten Mal geht es dann an den Einbau!

[1] Gaetano Cocco: Motorrad-Technik pur. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2001, ISBN 3-613-02127-7

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Ein bisschen mehr als einen Monat ist es her, da haben wir den Mietvertrag für unsere neue Werkstatt unterzeichnet. Die Werkstatt ist eine ca. 90qm große Halle in einem kleinen Industriegebiet in Pankow-Heinersdorf.

Wenn man jetzt schon mal frisch in so eine Halle zieht, lag es nahe erstmal Dinge zu erledigen die man bekanntlich dann nach einem Einzug nicht mehr macht. In diesem Fall war es zB. der Betonboden der Halle. Dieser war doch recht staubig und so ein Betonboden staubt quasi auch immer weiter. Ergo kam der Plan auf den Boden zu versiegeln, damit man spöter nicht dauernd Staub überall drauf hat.

Wir haben uns dann für eine Garagenbodenfarbe entschieden, denn die ist auch gegen die Weichmacher in Gummireifen unempfindlich und löst sich später nicht ab. Aber zuerst mussten wir mal den Boden vom bisherigen Staub befreien. Fegen schied aus, das gab nur Staublunge. Ein Haushaltsstaubsauger macht relativ schnell die Grätsche. Erst ein Industriestaubsauger den wir uns ausborgten schaffte es dann den Boden erstmal Grundsetzlich zu entstauben.

Dann legten wir mit der Farbe los, stellten dann aber leider fest das der Boden wie blöde saugte. Von der Farbe blieb quasi nichts übrig. Also doch Grundieren, mit Tiefengrund. Danach ging das dann auch mit der Farbe einigermaßen.

Der Boden saugt wie blöde! Tiefengrund hilft, will aber auch min. dreimal aufgetragen werden.

An einigen Stellen ist es nicht so super geworden, weil dort noch Reste von Estrich auf dem Boden waren. Aber zumindest das Stauben hat ein Ende!

So sieht ein erster Anstrich aus.

Am Ende haben wir die ca. 90qm vermutlich ca. 4-5 mal gestrichen. 2-3 mit Tiefengrund und 2 mal mit Farbe. Ich hab jetzt die Schnauze voll von Fussboden streichen!

Kurz vorm Ziel ging die Farbe auch mal aus.

Fertig!

Nun endlich können wir mit dem Einziehen beginnen!

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Nach dem ich heute das hier gelesen habe Verdict Reached in Alpinestars/Dainese Airbag Patent Case, dachte ich mir ich probiere mal schnell noch eine Tech-Air Kombi an bevor die aus dem Regal genommen werden!

Kurzerhand bin ich in der Mittagspause zu BIKEFORCE in Tempelhof gefahren, denn die vertreiben sowohl Dainese als auch Alpinestars und haben jede Menge Lederkombis zum anprobieren vor Ort. Dafür halt keinen Onlineshop. Find ich okay.

Der Besuch vor Ort war dann aber schnell erledigt. Ich stellte mich dem freundlichen Mitarbeiter vor und erklärte Ihm was ich suchen würde und in welcher Größe. Die Ernüchterung kam relativ schnell, denn er erklärte mir das weder Alpinestars noch Dainese Airbag-Kombis in der Größe 26 hätten!

Alpinestars hat überhaupt keine kurzen Größen und bietet keine Maßanfertigung an. Dainese hat im allgemeinen kurze Größen, ich habe ja eine, aber nicht für die Airbag Kombis! Maßanfertigung ginge, würde dann aber mit allem drum und dran bei ca. 3.000 EUR landen!

Klar, für Sicherheit gibt es keinen Preis. Aber das liegt dann doch leider irgendwie über dem Budget. :(

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Nachdem ich jetzt einen Sturz mit meiner Airbag-Weste hinter mir habe, hatte ich genug Zeit mir ein paar Gedanken zu der Weste und solchen Systemen im Allgemeinen zu machen.

Meine Weste ist eine Helite Turtle. Das System ist sehr einfach, funktioniert aber recht gut.
Die Weste wird über der normalen Lederkombi getragen, besitzt eine CO2 Kartusche welche im Falle des Sturzes durch eine Reissleine ausgelöst wird die am Motorrad befestigt ist.

Damit die Reissleine auslöst, muss man schon ordentlich an der Leine zerren. Man muss also nicht dauernd Angst haben beim absteigen vom Mopped, dass man das System ausversehen auslöst. Ist mir nie passiert und ich hab es oft vergessen! :)

Wenn die Weste doch mal gebraucht wurde, kann man die CO2 Kartusche einfach austauschen. Das ist in 5 Minuten erledigt und die Weste ist, sofern sie nicht Schaden genommen hat, wieder Einsatzbereit.

Das schnelle wieder bereit machen ist sicherlich einer der größten Vorteile der externen Westen. Weitere Vorteile sind natürlich der relativ günstige Preis und das man die Weste beim Wechsel der Kombi mitnehmen kann.

Für mich hat die Weste aber auch Nachteile. Der größte Nachteil für mich, zumindest bei der Helite Turtle, war bisher die Luftzufuhr bzw. die nicht vorhandene Luftzufuhr. Dadurch das die Weste aussen über der Kombi getragen wird, werden quasi alle Luftschlitze der Lederkombi abgedeckt und die Ventilation ist kaum noch vorhanden. Die Weste ist zwar auch ein Stück weit Luftdurchlässig, allerdings reicht das bei wirklich warmen Wetter nicht!

Ein weiteres Problem war der Kontakt der hinteren Helmkante mit dem Westenkragen beim Hanging-Off.

Ich fahre einen Shoei XR-1100 und der hat hinten so eine Windabrisskante unten dran. Immer wenn ich im Hanging-Off fuhr, blieb der Helm mit der Windabrisskante am Kragen der Weste hängen. Entweder beim bewegen in den Hanging-Off, dann schob es mir den Helm vorne über die Stirn oder beim bewegen aus dem Hanging-Off und dann blieb der Helm ein kurz hängen. Unangehm.

Es wurde besser nachdem ich die Windabrisskante vom Helm gesäbelt habe, aber schlussendlich hab ich den Kragen der Weste ein wenig von Rennleder umnähen lassen. Das war alles noch nicht perfekt, aber nicht mehr so das es total störte.

Diese Erfahrungen können aber durchaus von mir, dem Motorrad, meiner Kombi und Helm abhängen und vielleicht ist das beim Fahren auf der Straße auch nicht so das Problem. Fahre das halt nur auf der Renne so.

Nach meinem Sturz mit der Helite bin ich auch um eine Erfahrung reicher. Die Westen (zumindest meine) haben konzeptionell einfach den Nachteil das sie den Schulterbereich nicht so gut abdecken können. Als Weste müssen ja die Arme irgendwo durch und dann kann dort kein Airbag drüber! Es sieht mir jetzt erstmal nicht so aus als gäbe es da eine Lösung für. Das Sturzszenario ist für diesen Nachteil dann aber eben auch der direkte Kontakt der Schulterpartie mit dem Boden, so wie ich ihn hatte. Aber so selten ist das ja nicht auf der Renne, in Schräglage per Low-Sider absteigen da ist die Schulter schnell mal im direkten Kontakt. Eventuell einer der größten Nachteile der Westen bei der Benutzung auf der Renne!?

Von den in Lederkombis integrierten Systemen verspreche ich mir genau die Lösungen der Probleme der Westensysteme. Allerdings kommen diese natürlich mit eigenen Nachteilen.

Die in Kombis integrierten Systeme können bei der Belüftung natürlich viel besser abgestimmt werden. Das Problem mit der Helmkante existiert natürlich auch schlicht einfach nicht.

Des weiteren bietet das integrierte System den Vorteil das der Airbagbereich auch über die Schulter gelegt werden kann und somit im Falle des Sturzes auch diesen abpolstert. Ob das dann bei einem Schultertreffer ein gebrochenes Schlüsselbein verhindert wäre interessant als Erfahrungswert zu wisssen! Aber gerne aus zweiter Hand! ;)

Wenn ich das richtig sehe, gibt es zwei verschiedene Systeme bisher auf dem Markt und alle anderen Lizensieren diese Systeme. Das eine ist das System von Dainese (D-Air) und das andere ist das von Aplinestars entwickelte Tech-Air. Es gab da wohl auch schon Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden Herstellern bzgl. verletzung von Patenten etc.pp.

Das D-Air System (z.B. in der Misano Kombi) ist Rennstreckenorientiert. Passt mir also eigentlich ganz gut. Ausgelöst wird es elektronisch, das ist bei dem Tech-Air von Alpinestars auch so.
Früher brauchte es dazu glaube Elektronik am Motorrad, die Zeiten sind vorbei. Größter Nachteil dieses D-Air Systems meiner Meinung nach, sobald das System ausgelöst hat muss man die Kombi zu Dainese einschicken für den Refill. Wenn man also die Sturzteile am Mopped getauscht hat, kann man nur noch ohne Airbag weiterfahren. Ausserdem ist das System fest verbaut, will man also eine andere Kombi, kann man das System nicht mitnehmen.

Besser finde ich den Ansatz von Aplinestars. Dort ist das System als Weste unter der Kombi ausgelegt. Es gibt zwei Arten von Westen, eine für die Renne und eine für die Straße. Die beiden Anwendungsfelder sind halt einfach unterschiedlich. Auf der Straße sehen Crashs ganz anders aus als auf der Renne!

Weiterer Vorteil, beide Systeme haben zwei Kartuschen drin und während die Street-Variante beide Kartuschen auslöst, löst die Racing-Variante immer nur eine aus. Das heisst, nach dem Tausch der Sturzteile kann man noch mal hinfallen! Toll ne? ;)

Ob das so viel Sinn macht mit dem zweimal Crashen weiss ich nicht. Gestürzt bin ich bisher zwei Mal. Nach beiden Stürzen war das Motorrad noch Fahrbereit, ich hätte oder bin also dann weiter gefahren. Aber selbst wenn man nicht weiter fahren kann, weiss ich nicht wie schnell Dainese einem die D-Air Kombi wieder fit macht. Wäre ja doof wenn man das Mopped nach ein paar Tagen schrauben wieder bereit hat, in Itialien aber Ferien sind und man keine Kombi für das kommende Event hat!
Kann bei dem Tech-Air natürlich auch passieren, wer will schon nur mit einer Kartusche zu einem Eventu fahren.

Durch die Auslegung des Tech-Air als Westensystem kann man die Weste theoretisch auch beim Tausch der Kombi mitnehmen. Die Kombis müssen aber Tech-Air Ready sein, man kann also die Weste nicht unter Kombis anderer Hersteller oder non-tech-air-ready Kombis tragen. Hintergrund ist, das die Tech-Air Ready Kombis entsprechende Stretcheinsätze haben, welche sich im Falle des Auslösens dehnen können damit der Airbag überhaupt Platz hat!

Problematisch ist das es mir scheint als ob Alpinestars keine kurzen Größen hat, bei Dainese weiss ich das mir eine 26 einfach passt. Ich muss wohl mal in ein Ladengeschäft.

Günstig sind beide Systeme auf jeden Fall nicht, aber ich denke sie sind ihr Geld wert.

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Der Urlaub neigte sich dem Ende entgegen und während ich beim Abendbrot auf einem Campingplatz in Slowenien sitze bekomme ich eine Nachricht von Axel aus der Heimat das am kommenden Wochenende doch freies Fahren in Groß Dölln wäre und ich doch auf seiner 1100er Hyper ein paar Runden drehen könnte. Das eigene Mopped steht ja weiterhin in einer Scheune am A der Heide in Brandenburg und wartet auf unser neues Werkstattzuhause.

Die Frage war dann, geht das schon mit der Schulter? Das Schlafen auf Campingmatte hatte mir einiges an schmerzen bereitet und liess mich zweifeln ob ich schon wieder fit genug bin.
Dann wiederrum ist die OP schon ne Weile her, eigentlich sollte das gehen!

Keine Woche später steige ich in Berlin zu Axel in seinen Bus, seine Hyper noch vom Kroatienurlaub hinten drin. Meine ganzen Moppedklamotten hab ich glücklicherweise nicht in der Scheune eingelagert!

Die Fahrt geht also nach Groß Dölln wo ich das letzte mal 2014 mit dem Kurvenrausch war.
Angemeldet waren wir in der grünen Krabbelgruppe, was ich ganz passend fand. Den ersten Turn fuhr Axel, während ich erstmal das Anziehen der Lederkombi zur Aufgabe hatte. Stellte sich als bisschen schmerzhaft, aber nicht unmöglich raus und so konnte ich dann unseren zweiten Turn fahren.

Sehr moderat und sehr vorsichtig ging es auf dem mir unbekannten Motorrad auf die Strecke. Die Sitzposition ist eine komplett andere als auf einem SBK und so musste ich schauen wie ich das so hinbekomme. Erstaunlich war, das die Schulter kein Problem machte und so fuhr ich dem Instruktor erstmal drei Runden hinterher (es wurde A+B+C gefahren, wir kannte bisher nur A+B) und dann durfte ich alleine um den Kurs.

Herrlich endlich mal wieder in Schräglage durch die Gegend zu ballern! Auch wenn das Motorrad vom Stil her nicht so meins ist, es hat deutlich freude gemacht!

Zum Mittagessen beschlossen wir dann das ich noch den Nachmittag nachlöse. Axel wurde dann in die gelbe Freifahrergruppe gesteckt, ich stand in der roten Gruppe den anderen im Weg, aber ich wurde mit jedem Turn flotter. Die Übergabe des Moppeds im Tausch gegen den Autoschlüssel erfolge Endurance mäßig in der Boxengasse. Wunderbar!

Alles in allem ein herrlicher Tag an dem wir ca. 20l Hochoktaniges zu Lebensfreude verfeuert haben und dem Satz M7RR zu einer wunderbaren Kontur verhalfen!

Danke, Axel! :)

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Der letzte Post ist schon eine Weile her, eigentlich stand doch das Built not Bought 2017 an?! Warum gab es dazu keinen Post? Ganz einfach, mit nur einem funktionstüchtigen Arm ist das Tippen längerer Texte halt echt beschwerlich und langwierig. Aber der Reihe nach und aus der ferne und kurz aus dem Gedächnis zusammen geschrieben.

Das Built not Bought schickte sich an ein herrliches Event zu werden, Mensch und Maschine liefen tatsächlich Problemlos! Am Samstag stand das Qualifying für das BOTT Rennen an in dem ich starten sollte und im selbigen ist es dann passiert.
Letzte Runde, ich hinter ca. 5 anderen Motorrädern auf dem Weg in die Hetzer-Kehre (Linkskurve). Aussen rechts alles voll, einer fährt innen Links, einer der rechts Fahrenden erschrickt und die Gruppe rechts staucht sich zusammen, ich fahre aus Platzmangel auch innen Links und mache die Bremse zu der Kehre nicht rechtzeitig wieder auf und Zack geht mir das Vorderrad weg und ich stürze auf die linke Seite.

Die Airbag Weste löst aus und drückt mir komplett die Luft aus den Lungen. Ich stehe auf, atme schwer. Dann gehe ich zum Motorrad und schalte es aus, es lief leider noch. Dann verusche ich es aufzuheben, das gelingt mir aber nicht. Also stelle ich mich, immernoch schwer schnaufend an die innere Leitplanke. Der Turn wird abgewunken, die Streckenposten kommen zu mir und Helfen mir die Weste und den Helm abzulegen und alles zu öffnen. Der Krankenwagen kommt und packt mich ein.

Im Krankenwagen stellen wir dann fest das eigentlich nur die linke Schulter schmerzt. Immerhin! Zum checken komme ich dann mit einem weiteren Krankenwagen ins Dahme-Spreewald Krankenhaus in Lübben. Dort werden dann Schulter und Brustkorb geröngt. Diagnose: Schlüsselbeinbruch links. Der Arzt meint, kann operiert werden, muss aber nicht. Ich bekomme einen Rucksackverband der den Bruch gerade richten soll.
Ich werde entlassen und fahre mit dem Taxi wieder zum STC. Dort haben Axel und Andreas mein Motorrad und meine Sachen eingesammelt. Das Motorrad sieht besser aus als ich, nur ein paar Kratzer und eine gebrochene Windschutzscheibe, und läuft auch noch problemlos.

Ich übernachte noch die Nacht auf dem STC und schaue mir die Rennen am Sonntag an. Dann packen wir und fahren heim. Eigentlich wollte Sabrina Montag/Dienstag fahren, aber daraus wird nichts. Lieber die Schulter in Berlin noch mal checken.

Am Montag lasse ich dann ein MRT machen, alle Sehnen und das Gewebe sind okay. Am Dienstag dann zur Orthopädin. Diese schaut sich die Röntgenbilder an und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: “Das wurde nicht operiert??!”
Es folgt etwas das quasi Zauberei ist, die Ärztin und ihre Helferin schwingen die Telefone und organisieren eine OP am nächsten Tag. Wow.

Und dann war ich Mittwoch früh im Humboldt-Klinikum, wurde Mittags in den OP geschoben und bekam eine Titanplatte mit sieben Schrauben auf das Schlüsselbein genagelt.

Das erklärt dann glaube auch ganz gut wieso kein Blogpost kam. Ich war erstmal Schach-Matt gesetzt. Dazu kam dann noch das wir in der letzten Juni Woche noch unsere Werkstatt räumen mussten. Dazu haben wir auch komplett die ganze Woche gebraucht. Ich mit nur einem Arm, viel mehr Kram als man erwartet hatte und jeder Menge organisatorischer Probleme.

Die nächsten Wochen gingen dann mit anderen organisatorischen Dingen, Physiotherapie, Krankengymnastik und sonstigem Zeug drauf und schwups ist es quasi Ende Juli!

Inzwischen geht es der Schulter viel besser und ich bin auch wieder Werktätig. Ganz da ist der Arm noch nicht, aber es geht gut vorran. Ob ich dieses Jahr noch mal auf die Renne komme hängt von mehreren Faktoren ab. Logischerweise der Schulter und auch der Werkstattsituation. Momentan steht der komplette Kram in einer Scheune in Brandenburg und staubt ein. Dort kann man nichts machen, leider. Ich weiss nicht mal ob das Motorrad noch andere Schäden abbekommen hat vom Sturz.

Bis wir also in eine neue Werkstatt gezogen sind, wird es hier vermutlich etwas ruhig zugehen. Sommerurlaub kommt ja auch noch. Aber es sind Dinge in aussicht, wir werden sehen! :)


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