Der Winter 2020/21 war kalt und eigentlich auch lang, aber irgendwann geht er dann doch mal zu Ende. Zwar steht wegen der aktuellen Lage jetzt nicht an demnächst zu fahren, fertig werden wollte ich mit dem Admiral, so wie mit Krümel, dann eben doch auch mal.

Zwar habe ich es wieder einmal nicht geschafft in diesem Winter eine Airbox zu bauen (aber ich kann das jetzt den Sommer über weiter machen!), obwohl ich den Admiral an der Einlassseite einmal komplett auseinander hatte, aber so einige Neuerungen gibt es trotzdem. Es gibt eine komplett andere neue Kupplung, da schreib ich getrennt noch mal länger was drüber, und ich hab es endlich mal geschafft die Breitbandlambdasonde in den Kabelbaum zu integrieren. Wo ich gerade dabei war Kabel zu machen, traf es sich irgendwie das ein gebrauchter AIM SoloDL Laptimer bei mir vorbei kam, welche per CAN-Bus ans Ignijet Steuergerät angeschlossen ist und nun alles mögliche neben üblichen Laptimer geschichte aufzeichnet. Eben auch die Lambdasonde.

Cockpit für 2021. Laptimer geht mit Zündung an und ersetzt das linke Cockpitdisplay.

Heute war es dann so weit das alles komplett zusammen war und das Gerät konnte vor der Werkstatt nach der langen Pause gezündet werden. Grundsätzlich lief alles, allerdings war das Standgas sehr niedrig (unter 1000rpm), was dafür sorgt das die Kiste einfach aus geht. Mit meiner Standgaserhöhung konnte ich dann zumindest dafür sorgen das der Motor lief, aber irgendwas stimmt nicht. Jetzt muss ich dazu sagen, ich hab eine komplett andere Einspritzbrücke drin weil ich im Zuge des Projektes Airbox bauen meine alte leider zerforscht habe. Zum Glück hatte ich noch eine im Regal und nach Einspritzdüsen umbauen und TPS nullen sollte die auch problemlos laufen. Aber die Bypassschrauben scheinen eben nicht weit genug auf. Das hab ich dann mit Synchronisationsuhr im Blick angepasst und jetzt läuft der Motor immerhin mit ca. 1100-1200 RPM im Standgas und geht nicht aus.. wenn er warm ist. Aber so richtig zufrieden bin ich nicht. Da muss ich noch mal bei, wenn der Motor mal bisschen Kilometer gemacht hat und die Spinnweben rausgepustet sind. ;)

Gewogen hatte ich das Sportgerät auch mal, mit komplett leerem Tank allerdings noch ohne Kupplung: 151 kg (Kupplung sind noch mal ~2,5 kg). Find ich okay.

Hoppa hoppa! Klack klack klack klack klack Klapperkupplung… dance to the music.. dance dance!

Flattr this!

Vor recht genau einem Jahr schrieb ich schon mal was zur Pandemie, seit dem ist viel passiert aber die Situation ist mehr oder weniger die gleiche nur mit weiteren Erkenntnissen. Verrückt.

Aktuell steht die Saison wieder vor der Tür, der Shakedown ist im April geplant. Aber was macht man wenn man mitten in der dritten Welle ist? Kann man fahren? Die Strecken scheinen auf, zumindest STC und Groß Dölln lassen einen. Mit Hygieneregeln, Masken, Abstand etc.pp. Es geht also! Die organisatorische Frage ist also im Gegensatz zum letzten Jahr, wo die Strecken alle dicht waren, geklärt. Dafür steht man vor der moralischen Frage. Oder besser gesagt, ICH stehe vor der moralischen Frage.

Dazu erzähle ich mal aus meinen Erfahrungen von Krankenhausbesuchen nach Crashes auf der Renne. Wenn man dann dort sitzt und das Pflegepersonal und die Ärzteschaft einen versorgt, kommt quasi immer die Frage “was haben sie denn gemacht?”, worauf man sein Sprüchlein “Mit dem Motorrad lang gemacht, auf der Rennstrecke” zum besten gibt. Bei jedem der gefragt hat habe ich dann ein obligatorisches Augenrollen geerntet, einen spitzen Spruch ala “Na dafür sehen sie aber noch gut aus!” bekommen oder ein begeistertes “Ich bin früher auch Motorrad gefahren, dass war schon cool”. Dann bekam ich die beste mögliche Behandlung die sie im Stande waren zu leisten. Immer. Ohne Vorwurf, ohne Kopfschütteln und ohne wenn und aber.

Ich denke und hoffe das wäre jetzt genauso, aber ich könnte diesen Menschen aktuell nicht mehr in die Augen schauen. Ich stelle mir das vor, ich mache mich (mal wieder) lang und brauche Versorgung. Ich komme in ein Krankenhaus in dem die dort Tätigen seit Monaten miterleben müssen was da abläuft und dann komme ich und sage “Mit dem Motorrad lang gemacht, auf der Rennstrecke”. Ich würde vor Scham im Boden versinken.

Und das ist nur der einfache Fall, der Fall wo ich mir weh getan habe aber nicht schlimm. Ich stelle mir vor es erwischt mich hart, ich muss ins Krankenhaus und ich benötige ein Bett in der Intensivstation. Jetzt davon mal abgesehen ob ich vielleicht kein Bett mehr bekomme oder weiter geschickt werde wo noch Betten frei sind. Aber in einem Intensivbett liegen, während die Station damit kämpft an diesem scheiß Virus erkrankte am Leben zu halten, nur weil ich bei meinem Risiko-Hobby auf die Nase gefallen bin. Das schon bisschen hart, findet ihr nicht?

Kann man also gar nicht mehr fahren? Ich denke man kann, aber aktuell kann und muss ICH mir das irgendwie verkneifen. Es wird wieder eine Zeit kommen wo das geht, wo die Zahlen wieder weniger erdrückend sind. Wo ich das Restrisiko wieder guten Gewissens wagen kann.

Bleibt gesund!

Flattr this!

Die Sonne scheint, der Frühling hat begonnen! Da muss Mensch unbedingt mal eines seiner Rennmopeds aus der muffigen (stimmt ja gar nicht) dunklen (ich hab jede Menge Licht!) Werkstatt zerren um zu schauen wie so die neuen Endschalldämpfer so tönen und ob das Gerät überhaupt noch funktioniert und nicht irgendwo Öl lässt.

Also heute wohlan bei Tageslicht und Sonnenschein die Werkstatt, dem Gerät von der Hebebühne und draussen aufbocken. Zündung, Choke, Feuer frei! *bropbropbrobvroom* Läuft! Das war ja easy, okay irgendwas tickert komisch.. ah, Krümer nicht fest gezogen und es pufft da seitlich raus. Einfach.

Joa und dann stand da Krümel im Sonnenlicht und bollerte fröhlich und dumpf in den Frühling das es nur so eine Freude war! Na da kann man doch gleich mal eine Laufstärkemessung machen. Axel hatte den passenden Gedankenblitz das ich ja in der App vom Quickshifter per Bluetooth die Drehzahl sehen kann und dann waren die 4700-5000 RPM auch schnell erreicht und das Meßgerät zeigte entspannte 95dB. Neben einer Wand gemessen wohlgemerkt. Leicht! Quickshifter wurde auch mal mit durchdrehendem Hinterrad getestet, tut!

Jetzt muss ich nur noch den Lambdaanschluss in den ST2 Krümer schweißen und dann ist die Laube fertig! Achja, frischen Slick hat Krümel auch bekommen.. der alte war schon… alt. ;)

Flattr this!

Ich weiss immer noch relativ genau wie es damals war, im Jahre 2007. Gerade den Motorradführerschein in der Tasche, Geld bei den Eltern geborgt und in Braunschweig eine SV650 mit ABS in Schwarz vom Händler ausgeguckt. Der Traum vom eigenen Motorrad!

Geld an den Händler überwiesen und mit Bauchkribbeln in Motorradklamotten in den Zug nach Braunschweig gesetzt. Ich hab sogar noch das PDF vom Online gebuchten Bahnticket auf der Festplatte: Normalpreis (Einfache Fahrt): 49 EUR.

Vor Ort wurde der Traum wahr, ein eigenes Motorrad. Das Erste. Der bis dahin teuerste Gegenstand den ich mir je selbst gekauft hatte. Eingesackt, drauf gesetzt und über die Autobahn zurück nach Berlin. Schön Regen, kalt und ekelig. Meine allerersten eigenständigen Kilometer auf einem Motorrad überhaupt. Vollkommen grün hinter den Motorradohren.

Spulen wir 14 Jahre vor über lange Touren, Defekte, Kinder, Heirat, Unfall, Krankheit, Pandemie, andere Mopeds, Rennstrecke. Nicht unbedingt in der Reihenfolge, nicht abschliessend, vieles hier im Blog nachlesbar. Aber nun darf die rote Zora gehen. Sie soll gehen. Sie muss gehen. Ich habe ein Bild aus 2014 vom 50.000 km Stand von ihr, wir haben 2021 und er steht bei 50490. 490 km in über 7 Jahren. Das Fahrzeug ist kein Fahrzeug mehr, es ist ein Stehzeug und dafür ist es nicht gemacht. Ist es zu schade.

Soll jemand anderes damit Freude haben, vielleicht die nächsten 50.000 km. Damit das so ist, habe ich sie gereinigt, liebevoll ein letztes Mal geserviced und sie bekommt frischen TÜV. Verkauft werden wird sie mit dem guten Gewissen das an ihr nichts grundlegendes Kaputt ist. Sie in einem Zustand ist in dem man sie selbst sofort bedenkenlos fahren würde.

Mach es gut rote Zora und Danke.

PS: Heute ging die rote Zora. Ein junger Mann, Fahranfänger, hat sie gekauft der vorher eine graupige GS500 fuhr bzw. fahren wollte, bis sie nach einer Woche nicht mehr funktionierte. Ich glaube er wird sehr Glücklich mit ihr werden, das strahlen in seinen Augen machte mir den Abschied auf jeden Fall deutlich leichter!

Flattr this!

Kurz nachdem ich in diversen Foren eine Suche nach Carbon-Schalldämpfern für ST2/ST3 gestartet hatte bekam ich auch schon ein Angebot. Ein Set Roads Italia für die ST3, gebraucht und für einen guten Kurs. Zwar oval und nicht rund, aber sahen gut aus.

Paket war schnell da und die Töpfe machen einen prima Eindruck. Jetzt hiess es einen Auspuffhalter zu bauen, was sich in Ermangelung von Rohmaterial ein wenig dauerte, sollte in Edelstahl erfolgen.

Dann brauchte es noch die passende Idee wie den Halter genau umsetzen, einige verworfene Ideen später hab ich mich dann für die sehr stabile, wenn auch ein bisschen grobschlächtige Lösung entschieden. Bei der Umsetzung bin ich dann ein paarmal falsch Abgebogen.. aber nichts was nicht die Flex und das Schweißgerät richten könnten. Edelstahl schweißen üben war natürlich auch ganz cool, sogar an einigen Stellen ganz gute Nähte hinbekommen!

Nachdem dann alles einigermaßen zusammen war und noch ein bisschen schön geschliffen, gab es die finale Montage und ich muss sagen es gefällt mir sehr gut! Auch wenn ich noch überlegt habe ein paar Versteifungen einzuschweißen. Das ganze muss ich noch mal demontieren, im ST2 Krümmer fehlt noch der Anschluss für die Lambdasonde und abschleifen muss ich ihn auch noch. Aber vorher muss ich das Gerät mal an die frische Luft schieben und anwerfen, ich weiss noch gar nicht wie das jetzt so klingt und ob ich die 98 Rennstrecken-dB einhalte. Vielleicht muss ich ja noch die Eater modifizeren. Die Termi Aufkleber sollte ich vielleicht noch abpopeln.. vielleicht aber auch nicht. ;)

So werde ich auf jeden Fall in Saison 2021 starten.. wann auch immer das sein mag. :/

Als kleines Seitenprojekt hab ich noch den Benzinfilter im Tank vom Admiral getauscht, der ist auch wieder zusammen. Das Projekt Airbox hab ich erstmal auf Eis gelegt und konzentriere mich darauf den Admiral erstmal so wieder lauffähig zu bringen. Nebenbei muss ich noch zwei Motorräder für den TÜV und verkauf bereit machen. Elend.

Flattr this!

Zack, bumm, klick und schon sind zwei Monate rum und man hat nichts mehr im Blog geschrieben! Naja, ist halt auch gerade Pandemie, Lockdown und Kram. Ich verbringe den Tag zweischen Home-Office und Zweitjob als Home-Schooling Lehrer. Natürlich gibt es den ein oder andere Abend in der Werkstatt (allein schon wegen der mentalen Gesundheit) aber dann zu dokumentieren was ich da so tue und dies in Form von Blogposts aufzuschreiben, das kommt irgendwie zu kurz. Weswegen ich jetzt hier, während das Schulkind nebenbei Deutschaufgaben macht, versuchen werde die letzten zwei Monate kurz Revue passieren zu lassen.

Admiral

Beim Admiral waren wir stehen geblieben das die AHK hinüber und der Motordeckel gefräst aber noch nicht wieder angebaut ist. Letzteres hat sich zumindest in zwischen erledigt, der Deckel wurde zusammen mit einer Papierdichtung montiert, hoffentlich dicht, Öl ist auch schon wieder drin. Eine neue Kupplung habe ich noch nicht, da hadere ich nach wie vor mit mir welche es werden soll.

So eine Papierdichtung sieht schon schick aus!

Neu dazu gekommen als Baustelle ist aber eine Airbox. Ich habe nach wie vor die fixe Idee die Lautstärke des Admirals am Ansaugtrakt ein wenig runter zu bekommen und dazu eine Airbox zu bauen. Das ganze ist ein wenig eskaliert, nachdem ich einen 999 Rahmen gekauft habe an dem schon eine ganze Menge Halteösen abgesägt worden waren, weswegen ich den Rahmen als würdig erachtet habe die mittlere Querstrebe zu entfernen um Platz für eine Airbox zu haben. Es sollte eine Airbox entstehen welche die Einspritzbrücke mit einschliesst. Es stellte sich dann aber irgendwann raus das nicht die Querstrebe das Problem ist, sondern zum großen Teil die Breite der Einspritzbrücke. Im Zuge dieser Eskalationsstufe hab ich dann die Einspritzbrücke modifiziert und mindestens eine davon zerforscht. :/

Alles was Pink ist wäre quasi hohl.

Inzwischen bin ich von dem Plan die Einspritzbrücke mit einzuschliessen abgekommen und baue eine “normale” Airbox welche an den Einlasstrichtern ansetzt und oben hin mit dem oberen Teil der 999 Airbox abschliesst. Die Querstrebe hätte als drin bleiben können, naja.. nun ist sie raus. Aber auch diese Form der Airbox stellt sich als nicht simpel heraus, was aber hauptsächlich an meinen fabrication Skills liegt.

Nu muss ich nur an meinen Alu-Schweiß-Skills arbeiten..

Dazu gab es noch ein paar Kleinprojekte, so habe ich zB. endlich mal die Lambdasonde für das Ignijet Steuergerät verdrahtet, damit man, sobald die Airbox fertig ist, das ganze eventuell per Autotune abstimmen kann.

Auch das Ventilspiel wurde mal wieder überprüft, am stehenden war nichts verändert, am liegenden mit den MBP Halbringen war eine leichte Veränderung durch setzen der Halbringe zu beobachten, aber nichts was durch andere Shims ausgeglichen werden musste.

Krümel

Krümel bekam ebenfalls eine Ventilspielkontrolle, da hatte sich zwar durchaus was geändert, allerdings auch alles nicht wirklich austauschgültig. Eigentlich war an Krümel nichts zu tun, wenn einem nicht immer die Schnapsideen der Winterpause dazwischen kommen würden.

Erste Eskalationsstufe war der Einbau eines Quickshifters, erst wollte ich die Funktionalität der TCIP4 dafür verwenden, allerdings ist es ein Ding der Unmöglichkeit einen linearen Sensor zu finden den man am Direktschalthebel anbauen kann, jedenfalls nicht zu einem Preis den ich breit war zu bezahlen. Dafür gab es sehr günstig einen Quickshifter Easy wie ich ihn auch schon im Admiral benutze, allerdings für irgendein anderes Vergaser Moped. Passte aber problemlos in die Vergasermonster. Das war auch relativ schnell umgesetzt, aber ist natürlich dahin eskaliert das ich einige andere Stellen am Kabelbaum überarbeiten will.

Das Modul darf auf dem Kippsensor wohnen.

In irgendeinem hellen Moment ist mir noch aufgefallen das im 620 Motor am Ölfilter die Feder fehlt damit das Öl seinen Weg auf jeden Fall durch den Ölkühler nimmt. Bisher floss also quasi kaum Öl durch den Kühler und da der Öltemperaturfühler im Kühler sitzt, weiss ich gar nicht wie heiss das Öl tatsächlich war! Eieiei. Praktischerweise gab es die Feder noch im alten 749 Gehäuse aus dem Admiral Spendermotorrad.

Dann noch die Baustelle des Endschalldämpfers, ich wollte schon seit einer Weile die ESDs und ihren Krümmerverlauf verändern, damit ich erstens nicht mehr mit den Stiefel dran komme und zweitens die Linie ein bisschen netter gestalte. Erste Idee war dann der Krümmer der ST2, bei dem kann man die ESDs einfach im Anstellwinkel verändern. So einen gab es auch für ein paar Schmale Taler. Die alten ST3 Töpfe von Axel passen auch problemlos, sind aber elend groß und sackschwer! Nun geht die Suche nach einem Carbon-ESDs los oder ich muss doch zum Schweißgerät greifen und die alten ESDs modifizieren. Für den Lambdasondenanschluss muss ich das ja eh, der muss im ST2 Krümmer noch nachgerüstet werden, während ich den hinteren Krümmer beibehalten kann. Bei der ganzen Aktion hab ich auch festgestellt das die Krümmerrohre zu den ESDs an der Alu-Schwinge schleifen, der ganze Umbau ist also nicht nur optischer Natur!

Man sieht, es gibt jede Menge zu tun neben dem Home-* Kram. Schauen wir mal wie weit ich komme bis es zum ersten Roll-Out kommt.. da ist ja auch noch nicht klar wann das möglich sein wird.

Bleibt gesund!

Flattr this!

Eigentlich sollte jetzt nur noch der Motordeckel wieder drauf und der Drops wäre gelutscht. Aber weit gefehlt! Wenn man die ganze Kupplungsseite mal auseinander hat, sollte man natürlich auch mal in den Korb der Kbike Antihoppingkupplung schauen, ist ja durchaus integraler Bestandteil des Systems.

Leider war die Überraschung eher auf der unschönen Seite.. genauer gesagt ist die Kupplung eigentlich Kernschrott, Kupplungskernschrott. Es stellte sich raus das scheinbar ein paar oder alle Kugeln aus ihren Rampen geflogen sind und munter im Kupplungskern gewütet haben. Stahlkugeln gegen Alukorb, da ist klar wer verliert und entsprechend sehen auch die Einschlagskrater im Korb aus. Schöne Sch*****.

Auch nach der Reinigung der beiden Teile und ein bisschen wegfeilen der entstandenen Grate war das ganze nicht besser. Mindestens eine Kugel klappert da fröhlich im Gehäuse obwohl sie das nicht sollte, wenn man beide Teile aneinander presst. Reicht nur noch für die Tonne.

Also doch nicht den Deckel zu, sondern erstmal überlegen was da jetzt für eine Kupplung rein kommt. Ich bin ein bisschen geneigt da jetzt auf Ölbadkupplung umzurüsten, sollte relativ einfach möglich sein und die APTC aus der Monster 796 sollte passen, sofern ich einen Ölbadmotordeckel benutze.

Aber noch bin ich nicht so weit, es ergeben sich da gerade andere Dinge die nötig machen das ich den Kupplungsteil erstmal pausiere und an einer anderen Baustelle weiter machen. Demnächst dazu mehr.

Flattr this!

Eine Trockenkupplung hat einen entscheidenden Nachteil, sie läuft nicht in Öl. Das hat leider auch zur Folge das dort kein Öl das Kupplungspaket kühlt. Dadurch erhöht sich natürlich der Verschleiss, man kann dem aber durch einen geöffneten Kupplungsdeckel entgegen wirken.

Ein Schritt weiter ist dann, den Motordeckel auf der Kupplungsseite aufzufräßen um direkt das Kupplungspaket quasi an die Luft zu setzen. Auf der Straße bekommt man inzwischen ja nicht mal mehr mit offenem Kupplungsdeckel TÜV oder wird von Freund&Helfer aus dem Verkehr gezogen, auf der Rennstrecke zum Glück alles egal.

So lief mir irgendwann ein günstiger Motordeckel in dezenter magnesiumfarbener Lackierung über den Weg und ein freundliches Forenmitglied hat den nötigen Maschinenpark parat um 160g Material vom Deckel in Späne zu verwandeln. Nun noch ein paar Dichtungen etc.pp. bestellt und der Umbau des Motordeckels konnte beginnen.

Zuerst brauchte es einen neuen Simmerring in Richtung Ölpumpe, so einen hatte ich schon mal beim Öldruckproblem der Monster 1100 EVO getauscht. Dann noch einen neuen Kupferdichtring und Verschlussstopfen für den Ölkanal im Deckel und schon war er Einsatzbereit.

Am Motor muss dann natürlich der alte Deckel runter, dazu muss erstmal die komplette Kupplung (gute Gelegenheit die Paketstärke zu kontrollieren) nebst Korb raus. Beim Lösen der großen Mutter welche die Kupplung hält staunte ich nicht schlecht, die Mutter wird mit 190Nm angezogen, diese hier konnte ich quasi mit einer normalen Ratsche lösen. Die hat sich wohl losgemacht, gut das ich mal nachgeschaut habe!

Auch interessant war das leicht dicklich ölige Zeug an der Innenwand der Abstandshülse die sich hinter dem Korb befindet sowie an der Federscheibe dort. Mir scheint, der O-Ring in der Abstandshülse welche der auf der Getriebewelle sitzt, ist nicht mehr 100%ig dicht. Auch gut das mal angeschaut zu haben.

Nun war alles runter was im Weg steht um den Deckel abzunehmen, also konnte die Schrauben raus. Immer sinnvoll bei so etwas, Pappschema vom Deckel machen, Löcher rein für die Schrauben und schon verwechselt und verliert man bis zum Einbau keine Schraube. Achja, Öl ablassen vorher ist hilfreich. Der Deckel bedurfte dann aber einer heftigen Hammerei, er klebte ganz ordentlich mit der Dichtmasse am Motorgehäuse. Irgendwann gab er dann aber endlich auf!

Jetzt war eine gute Gelegenheit mal das Kupplungszahnrad des EVO Motors zu wiegen (1120g, 160g leichter als das einer 749S) und dann hab ich schon mal die übrig gebliebene Dichtmasse vom Motorgehäuse gekratzt. Demnächst geht es dann daran den neuen Deckel zu montieren. Eventuell mit einer Papierdichtung, um sich das gehämmere bei einer etwaigen Demontage zu sparen.

Flattr this!

Heute vor Sechs Jahren hab ich die erste Schraube für den Admiral gedreht, auseinander nehmen der Spender 749S. Vier Monate später lief dann der Motor das erste mal, mit Geburt des zweiten Kindes zog sich der Prüfstandslauf aber bis Januar 2016, mit erstem Rollout Mitte April.

Seit dem sind wir zusammen 2313 km ausschliesslich Rennstrecke gefahren, haben drei Stürze gehabt, ich zwei Knochenbrüche und jede Menge Spaß und Glücksmomente!

Ich glaube ich muss heute Abend mal in die Werkstatt gehen und mit einem (alkoholfreien) Bier anstossen! Auf viele weitere Jahre!

Flattr this!

Oft liest man ja von Leuten die auf der Rennstrecke fahren das sie mehrere Sätze Reifen an einem Wochenende runter fahren, weswegen Rennstrecke eben auch ein sehr teures Hobby ist. Ich gehöre nicht zu diesen Leuten. Es mag daran liegen das ich 7 Jahren Rennstrecke im Vergleich immer noch ein Nasebohrer bin, vielleicht liegt es auch daran das ich keine 180-200 PS am Hinterrad habe, sondern maximal vielleicht 100.

Ich bin bisher schon einige Reifen auf der Rennstrecke gefahren, angefangen beim seeligen Metzeler K3, über den Pirelli Superbike Pro und Metzeler Racetec CompK RR wieder zu Pirelli Superbike. Ein paar Kilometer auf diversen Reifen habe ich also schon hinter mir und dachte ich bilde mir mal ein Urteil über einen relativ neuen Reifen von Metzeler, den Racetec TD Slick.

“TD” steht in diesem Fall für “Track Day”, der Reifen trägt also schon im Namen mit sich wofür er gedacht ist. Nicht etwa für die letzte Sekunde beim Qualifying oder gar dem Podiumsplatz beim Sprintrennen, sondern eben bei Leuten die einfach ein paar flotte Runden bei einem Trackday fahren wollen ohne jetzt großartig am Fahrwerkssetting zu tüfteln. Dafür gibt es den Reifen dann auch in Seriendimensionen wie 180/55 statt der bei Slicks inzwischen sehr verbreiteten 180/60.

Als Bonus oben drauf soll man diese Reifen sogar ohne Reifenwärmer fahren können und der Reifen fürs Hinterrad ist so designed das man ihn in beliebiger Rotation aufziehen kann. Geht die Lieblingsstrecke also nur links rum und die Reifenseite ist als erste platt, Reifen andersrum aufziehen und noch mal Spaß haben.

Klingt alles total super fand ich und irgendwie auch sehr nach meinem Anwendungsgebiet, die Reifen sind im Vergleich eben auch sehr günstig. Aber..

Vom Grip her kann ich nichts schlechtes berichten, einen ganz leichten Rutscher beim Gas geben nach dem Scheitelpunkt hatte ich mal, der kündigte sich aber sehr geschmeidig an. Ist also auch eher gutmütig. Handling ist wunderbar, da gibt es nichts zu kritisieren. Auch nach einer relativ langen Phase wo ich im Verkehr steckte war der Reifen noch komplett da. Man kann ihn also vermutlich ohne Reifenwärmer problemlos warm fahren, probiert habe ich das nicht, denn ob das dem Verschleiß zuträglich ist, wage ich zu bezweifeln.

Und da sind wir auch schon beim großen ABER. Wobei es unter Umständen nicht mal um Verschleiß geht. Schon beim aufziehen der Reifen viel mir auf das die Verschleißindikatoren doch relativ flach an den Flanken sind, da dachte ich mir aber jetzt noch nichts dabei. Trackday Slick, hält vielleicht einfach länger und deswegen sind die flacher als ich das von anderen Reifen gewohnt bin.

Jetzt nach zwei Tagen in Groß Dölln muss ich mich aber fragen ob das der Grund ist wieso der hintere Reifen schon so weit runter ist. Vom Reifenbild her sehen sie glaube okay aus, so viel beim Einsatz kann ich also nicht falsch gemacht haben, der Reifendruck stimmte auch immer recht gut. Ich prüfe das relativ häufig direkt nach dem reinkommen. Handschuhe aus, Luftdruck prüfen.

Wenn ich mir den Verschleiß so anschaue und das mal auf mich und meine Fahrweise hochrechne, hält der hintere Reifen bei mir vielleicht nur 4-5 Tage auf der Rennstrecke und da ist es egal das ich den umdrehen kann, denn er sieht auf beiden Seiten so aus. Ich könnte mir jetzt auf die Schulter klopfen und mich zum erlauchten Club der reifenmordenden Rennstreckenfahrer zählen, aber das wäre glaube vermessen. Denn meine Erfahrung mit anderen Reifen ist eine andere. Weder bin ich unendlich schneller geworden noch hat jemand meinen Motor getuned, der Pirelli Superbike zB. den ich jetzt für den TD runter geworfen habe, den habe ich 8 Tage auf der Rennstrecke gefahren und die Verschleißindikatoren sind immer noch deutlich tiefer als das jetzt bei den TD Slicks der Fall ist. Auch haben die Pirelli deutlich schnellere Strecken als Groß Dölln gesehen, unter anderem zweimal Most. Runter geflogen sind die eher weil eben doch schon DOTxx17..

Wenn wir jetzt also sagen das die Metzeler TD Slicks und die Pirelli Superbike auf dem gleichen Grip und Handling-Niveau sind und der Preisunterschied beim hinteren Reifen bei 30-40 EUR liegt, dann kann ich auf Grund des Verschleißes den TD Slick irgendwie nicht empfehlen. Vor allem nicht mit dem Versprechen des Trackday Reifens der kein Problem mit Heat-Cycles hat und deswegen eben ja eigentlich relativ lange benutzbar wäre, wenn er nicht so schnell verschleißen würde. Diese Idee den Reifen ohne Reifenwärmer zu fahren halte ich so auch für unsinnig, das mag gehen aber erhöht den Verschleiß ja nur noch mehr!

Was mir auch unklar ist, ist dieses komische Streifenmuster an den Flanken des Hinterreifens. Jemand eine Idee was das ist?

Es bleibt also am Ende bei mir eher eine große Ernüchterung übrig und ich glaube nicht das ich den Reifen noch mal kaufen werde, was schade ist, weil ich eigentlich ganz froh war das es einen weiteren Reifen in 180/55 Dimension gewesen wäre. Denn da gibt es leider wirklich nur noch den Pirelli Superbike.

Flattr this!